Ukraine-Liveticker: Schattenflotte: Schweden übergibt beschlagnahmten Frachter der Ukraine | FAZ
Schiff soll Getreide aus besetzten Gebieten geladen haben +++ Ermittlungen gegen frühere ukrainische Botschafterin +++ Mutmaßlicher Spion festgenommen +++ alle Neuigkeiten im Liveblog
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Russische Schattenflotte: Schweden übergibt beschlagnahmten Frachter der Ukraine
Schweden übergibt der Ukraine einen beschlagnahmten Frachter der sogenannten russischen Schattenflotte. Das oberste schwedische Gericht lehnte einen Einspruch der Reederei gegen die Entscheidung ab, wie aus dem Urteil hervorgeht. Die ukrainische Justiz vermutet, dass der Frachter gestohlenes Getreide aus von Russland besetzten Gebieten transportierte.
Die schwedische Polizei hatte die „Caffa“ im März auf Anfrage der ukrainischen Justiz beschlagnahmt. Der 96 Meter lange Frachter war auf dem Weg von Casablanca in Marokko nach St. Petersburg in Russland. Das Schiff steht auf einer Sanktionsliste der Ukraine und fuhr unter falscher guineischer Flagge, zehn von elf Crewmitgliedern waren Russen.
An Bord der „Caffa“ befindet sich nach Einschätzung des ukrainischen Sanktionsbeauftragten Wladyslaw Wlasiuk eine Getreidelieferung. Er erklärte im März, das Schiff habe bereits in der Vergangenheit gestohlenes ukrainisches Getreide transportiert, unter anderem auf einer Fahrt vom Hafen Sewastopol auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim nach Syrien im vergangenen Jahr.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sprach von einer „historischen Entscheidung“ und einem „wichtigen Präzedenzfall“. Die Ukraine werde ihre „Bemühungen fortsetzen, gegen die russische Schattenflotte und Russlands Möglichkeiten zur Finanzierung seines Krieges zu kämpfen.“
Russischer Angriff trifft Lager von deutscher Firma
Bei einem russischen Raketenangriff auf Kiew ist auch ein Lager des Ulmer Schmierstoffherstellers Liqui Moly getroffen worden. Es sei bei dem Angriff und einem anschließenden Brand niemand verletzt worden, sagte Unternehmenssprecher Sina Ataei. Ein niedriger Millionenbetrag an Schaden sei entstanden. Das Team arbeite mit Hochdruck daran, die Lieferketten wiederherzustellen, schrieb die ukrainische Vertretung bereits am Mittwoch.
Bei dem völlig zerstörten Objekt handelt es sich nach Auskunft von Ataei um ein Lager, in dem ein langjähriger Kunde Waren lagerte. „Also ja, es ist natürlich schon ein Angriff auch auf uns indirekt“, sagte Ataei. Man wolle dem Partner so schnell wie möglich wieder Lager zur Verfügung stellen, dies sei jedoch nicht so leicht. An Wiederaufbau werde im Moment nicht gedacht.
Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte am Mittwoch von einem Massenangriff gesprochen, der sich gegen Logistik- und Verteilzentren militärischer Güter gerichtet habe. Getroffen wurden demnach Lagerhäuser in der Hauptstadt Kiew und am Stadtrand.
Liqui Moly beschäftigt weltweit rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Schmierstoff- und Additive-Hersteller mit Hauptsitz in Ulm ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen.
Korruptionsermittlungen: Frühere ukrainische Botschafterin muss Kaution hinterlegen
Das Oberste Antikorruptionsgericht der Ukraine hat gegen die frühere ukrainische Botschafterin in den USA eine Kaution von 6 Millionen Hrywnja (rund 116.000 Euro) festgelegt. Am Mittwoch hatten die Korruptionsermittlungsbehörden NABU und SAP öffentlich erklärt, man ermittle gegen Olha Stefanischyna. Die 40 Jahre alte Juristin wird verdächtigt, sich unrechtmäßig bereichert zu haben. Außerdem soll sie falsche Angaben in ihrer sogenannten Vermögenserklärung gemacht haben. Ukrainische Politiker müssen ihre Einkommen und Vermögenswerte öffentlich machen. Auf diese Weise soll Korruption verhindert werden.
Stefanischyna selbst weist die Anschuldigungen zurück und äußerte bei Gericht gegenüber Journalisten, sie verfüge nicht über die nötigen Mittel, um die Kautionssumme zu hinterlegen.
Am Montag war sie von Präsident Wolodymyr Selenskyj offiziell aus Washington abberufen worden. Kurz zuvor hatte sie schon „aus persönlichen Gründen“ ein Rücktrittgesuch eingereicht. Stefanischyna hatte zuvor andere Ämter inne. Sie fungierte als Vize-Ministerpräsidentin für Europäische Integration und Justizministerin.
Mutmaßlicher Spion in Thüringen festgenommen
Ein 33 Jahre alter Ukrainer ist in Deutschland wegen des Verdachts verhaftet worden, dass er ein Rüstungsunternehmen ausgespäht hat. Ihm werde Agententätigkeit zu Sabotagezwecken für einen ausländischen Nachrichtendienst zur Last gelegt, teilten die Generalstaatsanwaltschaft München und das Bayerische Landeskriminalamt am Donnerstag mit.
Der Beschuldigte sei am Sonntag in Thüringen festgenommen worden und befinde sich nun in Untersuchungshaft. Er stehe unter dem dringenden Verdacht, im Juni als sogenannter „Low-Level-Agent“ Aufnahmen vom Betriebsgelände eines bayerischen Rüstungsunternehmens gemacht und diese seinem Auftraggeber zur Vorbereitung von Sabotageakten zur Verfügung gestellt zu haben.
Russland weist Bericht über Rekrutierung kolumbianischer Söldner zurück
Die russische Botschaft in Kolumbien hat einen Bericht über ihre Verwicklung in die Rekrutierung von Söldnern aus dem südamerikanischen Land für den Ukraine-Krieg zurückgewiesen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung der Vertretung Moskaus in Bogotà hieß es, die Botschaft habe „weder eine Verbindung zu den im Bericht genannten Rekrutierern noch die geringste Ahnung, wie diese ihre Aktivitäten finanzieren“.
Das kolumbianische Nachrichtenportal Noticias Caracol hatte am Montag einen Bericht veröffentlicht, wonach Moskau in Kolumbien Männer für den Krieg in der Ukraine rekrutieren lasse. Dabei stützte es sich auf entsprechende Zeugenaussagen und Dokumente. Neben einer Zahlung von 35.000 Dollar soll den Männern ein monatliches Gehalt von 3500 Dollar und die russische Staatsbürgerschaft versprochen werden.
Auch aus anderen südamerikanischen Ländern hatte es schon ähnliche Berichte gegeben.
Angehörige berichteten nun Noticias Caracol, dass es sich bei den angeworbenen Kolumbianern hauptsächlich um frühere Armeeangehörige handele. Diese seien offiziell für Sicherheitsdienstleistungen im Ausland rekrutiert worden. Dem Bericht zufolge hat die russische Botschaft Verbindungen zu den mutmaßlichen Rekrutierungsnetzwerken.
Dass auch in der ukrainischen Armee Kolumbianer kämpfen, ist seit Längerem bekannt. Im vergangenen Jahr haben mein Kollege Robert Putzbach und Fotograf Daniel Pilar eine Einheit in der Ukraine besucht, in der fast nur Spanisch gesprochen wird:
Vanessa Angermann
Ukraine meldet sechs Tote bei russischen Angriffen
In der ostukrainischen Stadt Balaklija sind den örtlichen Behörden zufolge bei einem russischen Angriff drei Menschen getötet worden. Durch den nächtlichen Angriff seien Brände ausgebrochen, teilen die Behörden auf Telegram mit. Rettungskräfte seien im Einsatz, um das Feuer zu löschen und Trümmer zu beseitigen.
Drei weitere Menschen wurden laut ukrainischer Polizei im Norden der Region Sumy getötet. In mehreren Siedlungen seien mindestens 19 Menschen verletzt worden, teilen die örtlichen Behörden mit. In der gleichnamigen Stadt Sumy seien zudem zwölf Menschen verletzt worden. Dort seien gelenkte Fliegerbomben eingesetzt worden.
Hannah Sturm

Selenskyj spricht mit Mark Rutte
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilt mit, er habe mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte über die Möglichkeit gesprochen, weitere Luftabwehrraketen zu beschaffen. „Mark ist über die Bedrohungen gut informiert, und wir haben unsere Bemühungen in Bezug auf Länder koordiniert, die über die erforderlichen Raketen und die Fähigkeit zur Hilfe verfügen“, schreibt Selenskyj auf X. „Es ist entscheidend, jegliche Bürokratie zu beseitigen und die erforderlichen politischen Entscheidungen zu treffen.“ Rutte erklärte auf X, er bespreche mit den Verbündeten, wie man der Ukraine weiterhin die Luftabwehrmittel beschaffen können, die sie dringend benötige.
Ukraine evakuiert mehr als 500 Minderjährige aus Kramatorsk
Wegen wachsender Gefahr durch russische Angriffe werden 525 Kinder und Jugendliche in und um die Stadt Kramatorsk in der Ostukraine nahe der Frontlinie zwangsweise evakuiert. „Die Sicherheitslage verschlechtert sich, daher ist es inakzeptabel, Kinder der ständigen Gefahr russischer Angriffe auszusetzen“, teilte der Militärgouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, mit. Es sei eine schwierige, aber notwendige Entscheidung.
Es geht demnach um 59 Minderjährige aus der Ortschaft Krasnotorka, 140 aus der Ortschaft Bilenke und 326 aus Kramatorsk. Die Kinder stammen demnach aus 424 Familien.
Der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk ist der letzte große Festungsgürtel, den die ukrainischen Truppen in der Region Donezk unter ihrer Kontrolle halten. Russland, das seit mehr als vier Jahren Krieg in der Ukraine führt, fordert für die Aufnahme von Friedensverhandlungen den vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk. Kramatorsk ist weniger als 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Ermittlungen gegen ehemalige Vizeregierungschefin der Ukraine
Die ukrainische Justiz ermittelt gegen die gerade von ihrem Posten zurückgetretene ehemalige Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna. Vor dem obersten Antikorruptionsgericht werde über Auflagen für die frühere Vizeministerpräsidentin entschieden, berichteten örtliche Medien übereinstimmend. Zu den konkreten Vorwürfen wurde vorerst nichts bekannt.
Stefanischyna war bis zum vergangenen Montag ukrainische Botschafterin in den USA. Mit Berichten über ihren möglichen Rücktritt hatte Mitte Juli eine große Regierungsumbildung durch Präsident Wolodymyr Selenskyj begonnen. Medienberichten zufolge soll Stefanischynas Mutter im ersten Kriegsjahr 2022 eine Wohnung im Zentrum der Hauptstadt Kiew weit unter dem Marktpreis erworben haben. Stefanischyna war zu dieser Zeit Vizeregierungschefin und Justizministerin. Sie hat Korruptionsvorwürfe mehrfach zurückgewiesen.
Leiter des Unternehmens Uraldronzavod durch Explosion schwer verletzt
Bei der Explosion einer Autobombe in der Nähe der russischen Stadt Jekaterinburg ist der Chef eines Drohnenherstellers schwer verletzt und sein Fahrer getötet worden. Wladimir Tkatschuk, Leiter des Unternehmens Uraldronzavod, liege auf der Intensivstation, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen Insider bei den Rettungsdiensten.
Der Angriff auf seinen Mercedes ereignete sich Medienberichten zufolge bereits am Dienstag, wurde aber erst einen Tag später bekannt. Tkatschuks Firma stellt sogenannte „Vampir“-Drohnen her. Diese werden von einem Piloten über eine Videobrille mit Echtzeitübertragung gesteuert und von den russischen Streitkräften im Krieg gegen die Ukraine in großem Umfang eingesetzt.
Es handelt sich um das zweite Attentat auf einen russischen Drohnenentwickler innerhalb einer Woche. Russland macht die Ukraine regelmäßig für derartige Anschläge auf hochrangige Militär- und Rüstungsvertreter verantwortlich. Eine Stellungnahme aus Kiew zu dem Vorfall lag zunächst nicht vor.
Selenskyj berichtet von 17 Toten
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich in sozialen Medien zu dem nächtlichen Angriff geäußert. Demnach seien 44 Menschen verletzt und bislang 17 getötet worden. Ziel des Angriffs seien Lagerhallen ziviler Unternehmen gewesen; zudem Infrastruktur und ein Bahnhof. Selenskyj rief die Partnerländer abermals dazu auf, Abfangraketen für Patriot-Systeme zu liefern.
Zelenskiy / Official
Станом на зараз відомо про 44 постраждалих від масованого російського удару по Києву та Київщині. Ще 17 людей, на жаль, загинуло. Мої співчуття рідним та близьким. Важкий був удар: 24 балістичні ракети, 4 «циркони/онікси» та ще 115 дронів, значна частина з них реактивні. Основна ціль атаки – складські приміщення цивільних підприємств, також були удари по інфраструктурі, залізничній станції. Об’єкти, не дотичні до війни: пивоварна компанія, склади будівельних матеріалів, цивільна логістика. Перехоплювачі балістики – те, що могло б зберегти життя загиблих сьогодні. Дуже важливо, щоб партнери усвідомлювали, що затримки з їх постачанням або неготовність передавати антибалістику призводить саме до таких жахливих жертв і руйнувань. Партнери, які не готові допомагати активніше з постачаннями перехоплювачів уже зараз, можуть допомогти новими санкційними кроками. Значна частина російських виробництв балістики не під санкціями. Досі. Потрібні нові кроки від G7 та від ЄС, усіх, хто підтримує захист життя. Дякую тим, хто готовий допомагати саме так.
t.me
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Wieder Luftalarm in Kiew
Offenbar dauern die russischen Luftangriffe weiter an. In Kiew ertönen am Mittwochfrüh abermals Sirenen.
Ukraine konnte keine einzige Rakete abwehren
Bei dem russischen Angriff auf die Region Kiew in der Nacht zu Mittwoch mit mindestens 15 Toten konnte die ukrainische Armee nach eigenen Angaben keine einzige Rakete abschießen. Die russische Armee habe die Ukraine mit 98 Drohnen und 28 Raketen angegriffen, nur die Drohnen seien abgefangen worden, erklärte die Luftwaffe am Mittwoch.
Повітряні Сили ЗС України / Air Force of the Armed Forces of Ukraine
⚡️ ЗБИТО/ПОДАВЛЕНО 98 ВОРОЖИХ БПЛА ➖➖➖➖➖➖➖➖➖➖ У ніч на 05 серпня (з 18:00 04 серпня) противник атакував 4 протикорабельними ракетами Циркон/Онікс із Курської та Ростовської обл., 24 балістичними ракетами Іскандер-М/С-400 із Брянської та Курської обл., 115 ударними БпЛА типу Shahed (більшість із них — реактивні), Гербера, Італмас та дронами-імітаторами типу «Пародія» із напрямків: Курськ, Міллерово, Орел – рф., ТОТ Донецьк, Гвардійське – ТОТ АР Крим. ❗️Основний напрямок удару - Київщина! Повітряний напад відбивали авіація, зенітні ракетні війська, підрозділи РЕБ та безпілотних систем, мобільні вогневі групи Сил оборони України. 💥 За попередніми даними, станом на 08:30, протиповітряною обороною збито/подавлено 98 ворожих БпЛА типу Shahed, Гербера, Італмас та дрони інших типів на півночі, півдні та сході країни. Зафіксовано влучання ракет та 17 ударних БпЛА на 26 локаціях, а також падіння збитих (уламки) на 6 локаціях. Атака триває, в повітряному просторі декілька ворожих БпЛА. Дотримуйтесь правил безпеки! ✊ Тримаймо небо! 🇺🇦 Разом – до перемоги!
t.me
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Ukrainischer Geheimdienst: Nordkorea schickt Raketeneinheit
Eine nordkoreanische Raketeneinheit hat dem ukrainischen Geheimdienst zufolge mit der Verlegung in den Westen Russlands begonnen. Sie könnte für Angriffe auf die Ukraine eingesetzt werden. Die Einheit könne mit 120 ballistischen Raketen und sechs Startrampen ausgerüstet werden, erklärt Andrij Tschernjak vom Militärgeheimdienst. Demnach plant Russland, die rund 90 nordkoreanischen Soldaten in der westrussischen Region Woronesch zu stationieren.
Russland hat seit Ende 2023 bereits zahlreiche nordkoreanische Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Die Entsendung einer eigenen Einheit wäre eine Ausweitung der ohnehin umfassenden militärischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Sie hatten 2024 einen gegenseitigen Verteidigungspakt unterzeichnet. Ukrainischen Angaben zufolge hat Nordkorea zudem Millionen Artilleriegranaten geliefert und 14.000 Soldaten in die russische Region Kursk entsandt.
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