Liebe zum Festival: Open-Flair-Aufbau startet

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Liebe zum Festival: Open-Flair-Aufbau startet

Stand: 31.07.2026, 18:00 Uhr

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Alexander Feiertag hat schon das erste Open Flair 1985 mitorganisiert.

Alexander Feiertag hat schon das erste Open Flair 1985 mitorganisiert. © Immanuel Dobrowolski

Nicht mehr lange, dann geht das Open Flair in die nächste Runde. Mit dem Zaunaufbau wurde bereits begonnen.

Alexander Feiertag steht im Open-Flair-Büro zwischen Tür und Angel, eine Hand am Funkgerät an der Hüfte, die andere mit dem Telefon am Ohr. Der Chef des Eschweger Festivals, das bald von 1700 ehrenamtlichen Helfern für rund 20.000 Besucher auf die Beine gestellt wird, redet Englisch. Das muss er, denn am Telefon ist „Boris, die Schnecke“, wie Feiertag sichtlich vergnügt mitteilt.

„Boris ist eigentlich eine Künstlerin aus den Niederlanden“, erzählt Feiertag an seinem Schreibtisch im zweiten Stock des ehemaligen Eschweger E-Werks am Werdchen. Sie habe angefragt, ob das Flair ihr aushelfen könne, weil ihr künstlerischer Compagnon zurzeit ausgefallen sei. „Ja, klar habe ich gesagt, wir sind ein großes Team“, erzählt Feiertag, während er hinter zahlreichen Aktenordnern sitzt. Allein zwölf Leute seien für die Betreuung der Walkacts zuständig, da finde sich auf jeden Fall jemand.

Acht Leute bilden das Büroteam, das intensiv seit zwei Wochen in den Räumen in der Mangelgasse 19 arbeitet und koordiniert. Sowohl bei Feiertag krächzt immer wieder das Funkgerät als auch bei Nina Gerhard. Sie arbeitet im Nebenraum an einem Computer und begrüßt im Minutentakt Menschen, die in das Flair-Büro kommen. Die 32-Jährige ist Leiterin des Organisationsteams, und damit für 130 ehrenamtliche Helfer verantwortlich.

„Es ist die Liebe zum Festival“, sagt Gerhard, die sie immer wieder nach Eschwege zurückkommen lässt. Mit 15 hat sie das erste Mal geholfen, seit zwölf Jahren leitet die Lehrerin das Orga-Team. In der heißen Phase sei das eine 40-Stunden-Woche, während des Flairs „geht die Arbeit von sieben Uhr morgens, bis halb vier nachts“.

Camilla Nidens ist 18 Jahre alt und teilt sich mit einem Kollegen die Leitung eines Sanitärteams mit 30 ehrenamtlichen Helfern. Das sei schon viel Verantwortung, die ehrenamtliche Arbeit mache aber ebenso viel Freude. „In die Leitung bin ich eher hineingerutscht. Ich helfe schon lange mit.“ In der neunten Klasse habe sie ein Praktikum im Flair-Büro gemacht und kenne dadurch viele Leute. „Irgendwann wurde ich dann gefragt, ob ich bei der Teamleitung helfen will“, sagt die Reichensächserin.

„Bald starten wir mit den Zäunen“, sagt Feiertag. Es werden insgesamt 15 Kilometer sein, die Werdchen, Seebühne und Campingplatz umgrenzen. „Eine wichtige Aufgabe ist auch die Koordination, und zu schauen, ob auch ankommt, was wir bestellen“, sagt der Flair-Chef. Allein für die Zäune seien 44 Lkw notwendig gewesen. „Die Fahrer rufen dann um 7 Uhr morgens an, wenn sie in Eschwege angekommen sind. Mitglieder eines dafür zuständigen Teams dirigieren sie dann durch die Stadt“, erklärt Feiertag.

Das Verschönerungsteam hat mit einer Hebebühne bunte Echsen an die Hauswand angebracht.

Das Verschönerungsteam hat mit einer Hebebühne bunte Echsen an die Hauswand angebracht. © Immanuel Dobrowolski

72 Teams arbeiten für das Open Flair zusammen. Das bunte Ergebnis der Arbeit des „Flairschönerung“-Teams kann man sehen, wenn man in Feiertags Büro aus dem Fenster schaut (siehe Foto). „Die Echsen wurden mit einer Hebebühne angebracht.“

Wenn der Zaunaufbau startet, werden die Metallkonstruktionen bespannt: „mit Bandgewebe aus der Landwirtschaft, das erst mal als Sichtschutz dienen soll, aber dann auch von unserem Verschönerungsteam kunstvoll bemalt wird“, so Feiertag.

Über 50 Lkw werden noch nach Eschwege kommen, sie bringen die Bühnen mit, Sanitär-, Garderoben- und Einlasscontainer. Nervös ist Feiertag nicht. „Es hilft ja nicht. Wir planen Dinge, die ändern sich oft. Oder es kommt etwas dazwischen und dann reagieren wir darauf. Ich bin da entspannt.“