Lichtsignale bei Gewitter: Retter suchen erst auf dem See, dann am Berg

StartseiteLokalesBad TölzKochel am SeeStand: 06.08.2026, 19:01 UhrKommentareUns auf Google folgenMehrere Wasserwachten rückten am Mittwochabend auf den Walchensee aus. (Symbolbild) © Wasserwacht WalchenseeEin A...

  • 2 min read
Lichtsignale bei Gewitter: Retter suchen erst auf dem See, dann am Berg

Stand: 06.08.2026, 19:01 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Bei Sturmböen und erheblichem Wellengang musste die Wasserwacht am Ostersonntag 2025 Touristen auf dem Walchensee zu Hilfe eilen. Jetzt hatte die Sache ein Nachspiel.

Mehrere Wasserwachten rückten am Mittwochabend auf den Walchensee aus. (Symbolbild) © Wasserwacht Walchensee

Ein Anwohner meldet während eines Unwetters Lichtsignale, die er für Notsignale hält. Wasserwachten und Bergwacht werden jedoch weder auf dem See noch am Berg fündig.

Walchensee – Zu einer größeren Suchaktion rückten am Mittwochabend zunächst Einsatzkräfte der Wasserrettung auf den Walchensee aus. Später übernahm dann die Bergwacht. Alles begann gegen 21.30 Uhr, als die Wasserwachten Bad Tölz, Krün, Walchensee und Kochel am See zu einem Einsatz an den Walchensee gerufen wurden. „Ein aufmerksamer Anwohner hatte während eines schweren Gewitters Lichtsignale wahrgenommen, die er zunächst für das Leuchten einer Signalpistole hielt“, schildert Gabriel Hartl, der stellvertretende Technische Leiter der Kreiswasserwacht. „Aufgrund des Verdachts, dass sich möglicherweise eine Person auf dem Walchensee in einer Notlage befand, wurden umgehend umfangreiche Suchmaßnahmen eingeleitet.“

Kommen die Lichtsignale vom Berg?

Die Einsatzkräfte der Wasserrettung suchten den gemeldeten Bereich auf dem Walchensee intensiv ab. Im Verlauf des Einsatzes hätten dann weitere Rücksprachen mit dem Melder ergeben, dass die Lichtsignale möglicherweise nicht vom See, sondern von einem Berg hinter der Insel Sassau stammten. Darauf habe sie der Melder schließlich auch eingegrenzt, so Hartl. Daraufhin wurde ergänzend die Bergwacht Kochel alarmiert.

Da sich auf dem See keinerlei Hinweise auf eine Notlage ergaben, beendeten die Wasserrettungskräfte ihre Suche und übergaben den Einsatz an die Bergwacht. Diese führte weitere Erkundungsmaßnahmen durch. „Nachdem die zuvor gemeldeten Lichtsignale am Berg nicht mehr wahrnehmbar waren und sich auch keine weiteren Hinweise auf eine Notlage ergaben, wurde der Einsatz der Bergwacht ebenfalls beendet“, so Hartl.

Lob für Melder: „Im Zweifel kommen wir lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“

Im Einsatz befanden sich 32 Einsatzkräfte der Wasserwachten Bad Tölz, Krün, Walchensee und Kochel am See, der Einsatzleiter der Kreiswasserwacht Bad Tölz-Wolfratshausen, der Einsatzleiter der Bergwacht Kochel sowie ein Rettungswagen des BRK aus Mittenwald. „Auch wenn sich der Verdacht einer Notlage letztlich nicht bestätigte, war die Alarmierung der Rettungskräfte angesichts der Beobachtungen und der herrschenden Unwetterlage jederzeit gerechtfertigt“, betont Hartl. Er bedankt sich ausdrücklich bei dem aufmerksamen Melder: „Der Anwohner hat genau richtig gehandelt. Wer in einer solchen Situation den konkreten Verdacht hat, dass sich Menschen in einer Notlage befinden könnten, sollte nicht zögern, den Notruf zu wählen. Im Zweifel kommen wir lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.“