Leichtathletik-EM: Gina Lückenkemper weint Freudentränen trotz Halbfinal-Aus

Das EM-Finale über 100 Meter der Frauen wird ohne deutsche Beteiligung stattfinden - Trauer verspürte Gina Lückenkemper danach aber gar nicht. Sie weinte nach ihrem Halbfinale, allerdings vor Glück. Auch Rebekka Haase scheiterte, Gold ging an Amy Hunt.

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Leichtathletik-EM: Gina Lückenkemper weint Freudentränen trotz Halbfinal-Aus
Gina Lückenkemper

Sprint-Heimsieg für Hunt Trotz Halbfinal-Aus - Lückenkemper weint Freudentränen

Stand: 10.08.2026 • 22:56 Uhr

Das EM-Finale über 100 Meter der Frauen wird ohne deutsche Beteiligung stattfinden - Trauer verspürte Gina Lückenkemper danach aber gar nicht. Sie weinte nach ihrem Halbfinale, allerdings vor Glück. Auch Rebekka Haase scheiterte, Gold ging an Amy Hunt.

Sebastian Hochrainer

Lückenkemper hatte im Vorfeld gesagt, sie sei selbst "gespannt, wo die Reise in Birmingham hingeht". Zuletzt hatte sie ein Zeckenbiss stark geschwächt und davor war die Saison bereits nicht gut gelaufen, aber sie ist eben bekannt dafür, EM-Spezialistin zu sein. Das wird die 29-Jährige aber in den Staffelwettbewerben zeigen müssen, in denen sie deutlich größere Medaillenchancen hat - was im Halbfinale des Einzels über 100 Meter deutlich wurde.

Lückenkemper: "Das sind Tränen des Glücks"

Lückenkemper musste dort direkt unter anderen gegen die beiden britischen Mitfavoritinnen Dina Asher-Smith und Amy Hunt ran. Auch Tatjana Pinto, die nun für Portugal startet, gehörte zum starken Feld. Letztgenannte schlug Lückenkemper zwar, das Finale verpasste sie aber deutlich. Der deutsche Sprint-Star hatte die schwächste Reaktionszeit und musste früh abreißen lassen, sie kämpfte schließlich nur noch um eine bestmögliche Position. Am Ende war es Rang fünf mit einer Zeit von 11,28 Sekunden. Ihr Strahlen verlor sie deswegen aber nicht.

Unter Tränen sprach Lückenkemper danach im Sportschau-Interview ganz offen darüber, dass schon die Teilnahme für sie etwas Besonderes war. "Ich habe keinen Hehl daraus gemacht, wie die Vorbereitung lief, deswegen bin ich echt zufrieden, wie es gelaufen ist", sagte sie. "Medaillen waren gar kein Thema, auf der Bahn zu stehen, ist schon alles andere als selbstverständlich. Es ist etwas Besonderes, dass ich den Platz hatte, deswegen sind es Tränen des Glücks."

Auch Haase ohne Chance, Heimsieg für Hunt

Für die Doppel-Europameisterin von 2022 reichte es trotz des positiven Gefühls nicht - und das galt auch für Haase. Mit einer Vorleistung von 11,04 Sekunden war die Läuferin der WM-Bronze-Staffel des vergangenen Jahres in Tokio angereist, doch die konnte sie bei weitem nicht bestätigen. In 11,36 Sekunden scheiterte die deutsche Jahresschnellste deutlich und beendete den zweiten Halbfinallauf als Siebte.

Als Schnellste qualifizierte sich Hunt in 10,99 Sekunden für den Endlauf um 22.50 Uhr, am Ende fehlten Lückenkemper 0,16 Sekunden, um weiterzukommen. Es war bei ihrer fünften EM-Teilnahme das zweite Mal, dass sie das Finale verpasste. Dort triumphierte die Britin Hunt trotz eines schwachen Starts in 11,0 Sekunden, Silber ging an Ewa Swoboda (Polen/11,02) und Bronze an Delphine Nkansa (Belgien/11,06).