Leichtathaletik-EM: Florian Bremm holt Silber im 5000-Meter-Spektakel
Florian Bremm hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham für einen Paukenschlag gesorgt und in einem hochspannenden 5000-Meter-Rennen Silber hinter Superstar Jakob Ingebrigtsen geholt.
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Nur Ingebrigtsen schneller Bärenstarker Bremm holt Silber im 5000-Meter-Spektakel
Stand: 10.08.2026 • 23:00 Uhr
Florian Bremm hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham für einen Paukenschlag gesorgt und in einem hochspannenden 5000-Meter-Rennen Silber hinter Superstar Jakob Ingebrigtsen geholt.
Etwa eine Stunde zuvor hatte Gina Lückenkemper trotz ihres Aus über 100 Meter einige Freudentränen verdrückt, nach dem Zieleinlauf weinte Bremm vor Glück. Der Langstreckenläufer hüllte sich in eine Deutschland-Fahne und war überwältigt von dem, was er geschafft hatte. Bremm war nicht nur Teil eines Rennens über 5000 Meter, das lange in Erinnerung bleiben wird, er prägte es sogar.
Perfektes Rennen von Bremm
Taktisch lief Bremm hervorragend, zu jeder Zeit befand er sich in einer Position, die ihm sowohl den Weg nach vorne ermöglichte und ihn zeitgleich auch von allen Scharmützeln, von denen es einige gab, fernhielt. Kurz vor der Glocke zur letzten Runde lief er an die Spitze, der bis dahin führende 10.000-Meter-Weltmeister Jimmy Gressier aus Frankreich schaute verdutzt rüber und wirkte überrascht, wie stark der Deutsche war. Und das blieb er auch bis zur Ziellinie.
Überwältigt: Florian Bremm.
Auf die letzte Gerade ging der Erlanger sogar an der Spitze, Gold schien erreichbar - doch dann kam Ingebrigtsen in seinem ersten Rennen der Saison und zeigte, warum er als Wunderläufer tituliert wird. In 13:15,29 Minuten gewann der Norweger und hinter ihm riss Bremm die Arme hoch, mit einem minimalen Rückstand von 0,31 Sekunden sicherte er sich Silber. Bronze ging an Etienne Daguinos, dahinter ging Gressier leer aus.
Bei 4900 Metern ganz vorne, Ingebrigtsen direkt neben mir. Und ich dachte: 'Oh mein Gott, ich sollte eigentlich gar nicht hier sein.' Das war für mich einfach surreal.
Florian Bremm
Bremm hat Silber nie für möglich gehalten
"Das war der stressigste Moment meines Lebens, es gab so viel Geschubse. Ich habe versucht, da irgendwie am Leben zu bleiben. Es war die absolut richtige Entscheidung, dass ich 400 Meter vor dem Ziel nach vorne gegangen bin und die erste Bahn blockiert habe", sagte Bremm, der ansonsten um Worte rang, im Sportschau-Interview. "Dass ich jetzt hier mit einer Medaille stehe, ist der Wahnsinn. Man stellt sich dann vor, was man im Interview sagt und wie toll man alles erklärt - aber jetzt weiß ich gar nicht, was ich sagen soll."
Denn Bremm gab auch zu, gar nicht den Karriereplan verfolgt zu haben, derart erfolgreich zu sein - weil es nicht möglich schien. "Ich hatte nie das Ziel, Europameister zu werden. Wir waren vor fünf Jahren an einem Punkt, wo wir froh waren, dass wir eine persönliche Bestleistung nach der anderen gelaufen sind. Wir haben da gedacht, die Europa- und Weltmeister, das ist so weit weg", so der 25-Jährige.
Jetzt erstmal Urlaub. Wir wollen mit dem Wohnmobil weg, entweder Rennrad- oder Surf-Urlaub.
Florian Bremm
Ingebrigtsen-Masterclass zu Gold
Bremm schrieb die deutsche Heldengeschichte. Was Ingebrigtsen, zu Jahresbeginn an der Achillessehne operiert, auf die blaue Bahn in Birmingham zauberte, war aber auch genau das. Zunächst hielt sich der Norweger am Ende des Feldes auf, nach der Hälfte des Rennens orientierte er sich nach vorne, setzte sich an die Spitze und drückte kräftig auf die Tempobremse. Er zeigte Gressier sogar an, die Geschwindigkeit nicht zu erhöhen, das Feld tat ihm den Gefallen, der zweifache Olympiasieger nutzte das und holte Gold.