Landtagswahlen 2026: Die Bildungspläne der Parteien

Am 6. und 20. September 2026 wählen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern neue Landtage, Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. Ob Grüne und BSW in den Flächenländern die Fünfprozenthürde schaffen, ist laut akt...

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Landtagswahlen 2026: Die Bildungspläne der Parteien
Wahlurnen

Am 6. und 20. September 2026 wählen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern neue Landtage, Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. Ob Grüne und BSW in den Flächenländern die Fünfprozenthürde schaffen, ist laut aktuellen Umfragen offen.

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In vielen Wahlprogrammen der Parteien mit realistischen Chancen auf den Einzug in die Landtage gehört Bildung zu den ausführlichsten Kapiteln. Schließlich können Landesregierungen diesen Bereich weitgehend in eigener Zuständigkeit gestalten. Entsprechend konkret sind die Forderungen. Manche Parteien skizzieren tiefgreifende Reformen der Schulstruktur, andere benennen konkrete Investitionssummen, etwa für die Sanierung von Schulgebäuden. Die größten Unterschiede zeigen sich bei den Fragen, ob Schulformen stärker zusammengeführt oder getrennt bleiben sollten, wie sich der Lehrkräftemangel in den Griff bekommen lässt und welche Rolle Inklusion an Regelschulen künftig spielen soll.

Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Themen nach Bundesland geordnet zusammen. Dabei haben wir nur jene Parteien berücksichtigt, die laut ZEIT-Wahltrend voraussichtlich die Fünf-Prozent-Hürde überschreiten werden. Der ZEIT-Wahltrend bündelt alle verfügbaren Umfragen zu den drei Landtagswahlen und berechnet daraus täglich einen Trendwert. Unsere Auswertung basiert auf Umfragen aus dem Zeitraum vom 2. Juli bis zum 13. August 2026.

Sachsen-Anhalt

Laut ZEIT-Wahltrend würden diese vier Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überspringen (in aufsteigender Reihenfolge): SPD, Linke, CDU und AfD.

Personalmangel

Sachsen-Anhalt kämpft seit Jahren mit einem akuten Lehrkräftemangel. Auch zu Beginn des neuen Schuljahres 2026/27 bleiben Hunderte Stellen unbesetzt. Die Parteien schlagen teils sehr unterschiedliche Lösungen vor. Die Linke befürwortet ein sogenanntes Stufenlehramt: Statt wie bisher nach vier Schulformen soll die Ausbildung künftig nach zwei Schulstufen – Primar- und Sekundarstufe – gegliedert sein. Die Idee: Lehrkräfte sollen dadurch flexibler einsetzbar sein.

SPD und Linke setzen außerdem auf den „Ausbau multiprofessioneller Teams an Schulen, um Lehrkräfte zu entlasten“ (Linke). Die SPD will Schulsozialarbeit künftig dauerhaft über Landesmittel finanzieren und damit nicht länger von zeitlich befristeten EU-Förderprogrammen abhängig machen. Zusätzlich soll die Finanzierung ausgeweitet werden. Die CDU schlägt ein duales Lehramtsstudium vor, um Praxisphasen früher und verbindlicher in das Studium zu integrieren und so die Zahl der Studienabbrüche zu reduzieren.

Die AfD vertritt die Ansicht, dass der Lehrberuf durch eine „sozialpolitische Überforderung“ an Attraktivität verloren hat. Um ihn wieder ansprechender zu machen, will sie zum Beispiel die Inklusion beenden und sogenannte „Sonderklassen für Flüchtlingskinder“ einführen. Lehrkräfte für diese Sonderklassen sollen, „wenn möglich, auch aus dem Kreis der Flüchtlinge“ rekrutiert werden. Zudem sollen pensionierte Lehrkräfte motiviert werden, wieder in den Schuldienst einzusteigen, oder dazu bewegt werden, später in Pension zu gehen.

Schulstruktur

Die Linke spricht sich für ein längeres gemeinsames Lernen aus und befürwortet ein Zwei-Säulen-Modell, in dem die weiterführenden Abschlüsse an zwei Schulformen gebündelt werden: an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Gemeinschaftsschulen sollen eine gleichwertige Alternative zu Gymnasien sein. Die SPD unterstützt dieses Modell und betont wie die Linke, dass der Elternwille bei der Schulwahl bestehen bleiben soll.

Die CDU hält dagegen am gegliederten Schulsystem fest und schlägt vor, die bisherigen beiden Schulformen Sekundarschule und Gemeinschaftsschule zu einer „neuen Oberschule“ zusammenzuführen. Während Gymnasien gezielt auf ein Studium vorbereiten, soll die Oberschule praxisnah auf die Berufswelt vorbereiten.

Die AfD setzt auf stärkere Selektion: Sie will Gymnasien als Eliteeinrichtungen stärken und den Zugang auf höchstens 25 Prozent eines Jahrgangs begrenzen. Außerdem fordert sie, das Elternwahlrecht bei der Wahl der Schullaufbahn einzuschränken.

Inklusion

Die CDU hält an Förderschulen fest und will sie als gleichwertige Alternative zur inklusiven Regelschule stärken. Sie schlägt zudem vor, den Eintritt in die Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen bereits ab der 1. Klasse zu ermöglichen – und zugleich sicherzustellen, dass dort ein Hauptschulabschluss erworben werden kann. Die AfD setzt vollständig auf Förderschulen und will diese weiter ausbauen. Inklusion an Regelschulen betrachtet sie als „gescheitertes Experiment“, das den „Unterrichtsfortgang lähme“ und „unverzüglich beendet“ werden solle.

Demgegenüber setzt die Linke stärker auf inklusive Regelschulen. Ihr Argument: Eine frühzeitige Trennung könne stigmatisierend wirken und soziale Teilhabe erschweren. Voraussetzung für eine gelingende Inklusion seien jedoch verbesserte strukturelle Rahmenbedingungen – etwa kleinere Klassen, geeignete Lernmaterialien und qualifizierte Schulbegleitungen.

Die SPD will gemeinsames Lernen stärker fördern, ohne Förderschulen grundsätzlich infrage zu stellen. So sollen an Regelschulen Plätze für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf bei der Lehrkräfteausstattung doppelt zählen, um zusätzliche Ressourcen bereitzustellen. Förderschulen sollen dort erhalten bleiben, „wo sie besonderen Bedarfen gerecht werden“. Zudem will die SPD Kooperationsklassen weiter ausbauen, die den Erwerb des Hauptschulabschlusses ermöglichen.

Frühkindliche Bildung

Bei der frühen Bildung sind sich alle Parteien in einem Punkt einig: Sinkende Kinderzahlen sollen genutzt werden, um den Betreuungsschlüssel zu verbessern. Umstritten ist dagegen, wie stark Eltern finanziell entlastet werden sollen. Die Linke fordert eine sofortige und vollständige Beitragsfreiheit sowie ein kostenloses Mittagessen. Die SPD verfolgt dasselbe Ziel, will es aber schrittweise erreichen und zunächst Familien mit mehreren Kindern entlasten.

Auch bei der Vorbereitung auf die Grundschule gehen die Positionen auseinander. Zwar sprechen sich fast alle Parteien für eine gezielte Sprachförderung in Kitas aus. Umstritten ist jedoch, ob diese verbindlich sein und ob es dafür ein verpflichtendes Vorschuljahr geben soll. Während die CDU das letzte Kitajahr gezielt als Vorschuljahr ausgestalten und verbindliche Sprachtests einführen will, lehnen Linke und SPD „verschulte“ Ansätze ab. Stattdessen soll die Zusammenarbeit zwischen Kitas und Grundschulen verbessert werden, etwa durch gemeinsame Bildungsstandards.

Die AfD betont vor allem die Wahlfreiheit zwischen staatlichen Angeboten und häuslicher Erziehung. In Bildungs- und Erziehungsfragen sollten Eltern „das letzte Wort haben“. Zudem kritisiert sie das Kita-Bildungsprogramm Sachsen-Anhalts, das Kinder als aktive Mitgestalter von Bildungsprozessen versteht. Das Programm will sie überarbeiten und in den Kitas zu festen Stammgruppen zurückkehren.

Hier finden Sie die Wahlprogramme der SPD, Linke, CDU und AfD.

Mecklenburg-Vorpommern

Laut ZEIT-Wahltrend würden diese vier Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überspringen: CDU, Linke, SPD und AfD.

Personalmangel

Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist der Lehrkräftemangel ein zentrales Thema. Zwar weisen mehrere Parteien auf sinkende Schülerzahlen hin, doch sehen sie darin keine automatische Verbesserung. Vielmehr wollen sie die dadurch frei werdenden Personalkapazitäten zur Entlastung der Lehrkräfte und für Qualitätsverbesserungen nutzen. Die Linke fordert, die „Unterrichtsverpflichtung für Lehrkräfte an allen Schularten schrittweise auf 25 Wochenstunden abzusenken“. Auch die SPD setzt auf einen Zeit- und Stufenplan, mit dem die wöchentliche Pflichtstundenzahl schrittweise reduziert werden soll.

Die AfD fordert eine Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung ausschließlich für den fachpraktischen Unterricht an Berufsschulen – mit dem Ziel, Handwerks- und Industriemeisterinnen und -meister gezielter für den Schuldienst zu gewinnen. Zudem schlägt sie die Gründung einer eigenen Pädagogischen Hochschule vor. Die Ausbildung dort soll nach dem Vorbild der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege vergütet und „mit einer sicheren Übernahmeperspektive verbunden sein“.

Schulstruktur

Mehr als 64.000 Jugendliche haben 2025 bundesweit die Schule ohne Abschluss verlassen. Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Ländern mit einer Schulabbrecherquote von mehr als zehn Prozent. Während Parteien wie die SPD die Struktur des Schulsystems dafür mitverantwortlich machen, sehen andere den Grund in einem allgemeinen Qualitätsverlust. Die CDU etwa will das konsequente Üben von Grundkompetenzen stärken und alle Schülerinnen und Schüler zu „echter Ausbildungs- und Studierfähigkeit führen“.

Die SPD setzt auf einen Strukturwechsel: Mit dem Modell des Schulcampus will sie eine „chancengleiche und hochwertige Schulbildung insbesondere im ländlichen Raum sichern“. Als Vorbild gilt der Schulcampus in Dummerstorf im Landkreis Rostock, an dem langfristig alle Abschlüsse von der Berufsreife bis zum Abitur möglich sein sollen. Die Linke unterstützt diese Richtung grundsätzlich, weil sie damit die Idee eines längeren gemeinsamen Lernens und eines möglichst bruchlosen Bildungswegs an einem Standort verbindet.

CDU und AfD befürworten die räumliche Zusammenlegung verschiedener Schulformen auf einem gemeinsamen Campus dagegen mit dem Ziel, das gegliederte Schulsystem auch in ländlichen Regionen mit geringen Schülerzahlen organisatorisch zu sichern.

Inklusion

Während sich die grundsätzlichen Leitlinien der Parteien in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt ähneln, unterscheiden sich ihre Konzepte in der geplanten Umsetzung teils deutlich. Der SPD geht es in Sachsen-Anhalt vor allem um eine bessere Ressourcenzuweisung, in Mecklenburg-Vorpommern legt sie den Schwerpunkt auf die Entwicklung eines gemeinsamen Aufgabenverständnisses von Schulbegleitungen sowie auf die räumliche Bündelung sonderpädagogischer Fachkräfte im Campus-Modell.

Auch bei der AfD zeigen sich Unterschiede zwischen den Ländern. Während sie in Sachsen-Anhalt die Inklusion an Regelschulen beenden will, spricht sie in Mecklenburg-Vorpommern davon, Förderschulen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Zugleich fordert sie, Regelschulen so auszustatten, dass „körperlich behinderte Kinder dort problemlos unterrichtet werden können“.

Die CDU verknüpft Inklusion in Mecklenburg-Vorpommern stärker mit früher Diagnostik. Sie fordert ein Antragsrecht der Schulen auf Zurückstellung von der Einschulung für Kinder, die noch keine „sprachliche und soziale Schulreife“ haben. Die Linke verbindet ihr Ziel, Kinder „vor Aussonderung zu schützen und sozialen Zusammenhalt zu fördern“, mit einem 300-Millionen-Euro-Bildungspaket. Damit sollen unter anderem Hunderte zusätzliche Stellen für unterstützende pädagogische Fachkräfte sowie Schulpsychologinnen und Schulpsychologen geschaffen werden, die den gemeinsamen Unterricht ermöglichen.

Frühkindliche Bildung

In Mecklenburg-Vorpommern dreht sich die Debatte um die frühkindliche Bildung um ähnliche Fragen wie in Sachsen-Anhalt. Allerdings steht das Bundesland vor besonderen strukturellen Problemen. Nach Angaben der Bertelsmann Stiftung hat es den bundesweit schlechtesten gesetzlichen Personalschlüssel in Kitas, zugleich fehlen vielerorts Betreuungsplätze.

Die AfD fordert bessere Betreuungsschlüssel in Kita und Krippe (1:10 und 1:4) sowie Deutsch als verbindliche Sprache für Kinder und Erziehungspersonal in Kitas. Für Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse vor der Einschulung sieht sie zudem verbindliche „Vorschaltklassen“ vor, in denen „gezielt Sprachkompetenz und grundlegendes Sozialverhalten vermittelt werden“.

Auch die CDU stellt den Erwerb der deutschen Sprache ins Zentrum ihrer Kita-Politik. Sie fordert verpflichtende Sprachtests für Vier- bis Fünfjährige. Wird dabei ein Sprachförderbedarf festgestellt, soll das letzte Kitajahr oder der Besuch einer Vorschulklasse verpflichtend werden. Zudem will sie Schulen ein „Antragsrecht auf Zurückstellung von der Schulpflicht“ einräumen, wenn bei der Einschulung Defizite festgestellt werden.

Linke und SPD setzen ebenfalls auf bessere Personalschlüssel, wobei die SPD eine geringere Absenkung vorsieht (Kita 1:13 und Krippe 1:5). Die Linke fordert außerdem ein verpflichtendes Vorschuljahr in der Kita und will die Sprachförderung durch zusätzliche Fachkräfte verbessern.

Hier finden Sie die Wahlprogramme der CDU, Linke, SPD und AfD.

Berlin

Laut ZEIT-Wahltrend würden diese fünf Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überspringen: SPD, Linke, Grüne, AfD und CDU.

Personalmangel

Im Wahlkampf zur Berliner Abgeordnetenhauswahl rückt die ungleiche innerstädtische Verteilung ins Zentrum der Debatte um den Lehrkräftemangel. Besonders hart trifft der Mangel Schulen in herausfordernden Lagen. Die Grünen wollen deshalb Einstellungskontingente in „verbesserter Form“ wieder einführen. Statt starrer Obergrenzen sollen neue Lehrkräftestellen flexibler nach dem tatsächlichen Bedarf vor Ort verteilt werden. Mithilfe von Anreizen, Weiterbildungen oder zeitweisen Abordnungen wollen sie an allen Schulen eine Mindestausstattung mit qualifizierten Lehrkräften sicherstellen. Zusätzlich sollen Lehramtsstudierende ein Stipendium erhalten, wenn sie sich verpflichten, nach dem Referendariat fünf Jahre an einer Schule mit unterdurchschnittlicher Personalausstattung zu arbeiten.

Die SPD verfolgt einen ähnlichen Ansatz, setzt ihren Schwerpunkt aber stärker auf Entlastung. Lehrkräfte an Schulen in besonders herausfordernden Lagen sollen gezielt unterstützt werden. Außerdem will die SPD nicht-pädagogisches Personal an allen Schulen ausbauen und die „mentale Gesundheit aller Beteiligten“ stärken, insbesondere durch mehr Schulpsychologie und Gesundheitsfachkräfte.

Die Linke fordert, die Arbeitszeit von Lehrkräften verbindlich zu erfassen, Regelungen zum Abbau von Mehrarbeit zu vereinbaren und ein zentrales Bewerbungsverfahren einzuführen, das Lehrkräfte gerechter auf Bezirke und Schulen verteilt. Die AfD schlägt Unterrichtsentlastungen für Lehrkräfte an Brennpunktschulen vor. Wer in einem Mangelfach auf Lehramt studiert und sich verpflichtet, danach in Berlin zu unterrichten, soll ein Stipendium erhalten.

Schulstruktur

Die Gemeinschaftsschule ist das zentrale Streitthema, wenn es um eine Reform der Schulstruktur geht. SPD, Grüne und Linke wollen die Zahl der Gemeinschaftsschulen verdoppeln. Ihr Ziel: längeres gemeinsames Lernen. Die Linke verbindet damit die Perspektive, das gegliederte System „mittelfristig zu überwinden“.

CDU und AfD verteidigen dagegen das Gymnasium. Die CDU will die Begabtenförderung ausbauen und dafür das Angebot an grundständigen Gymnasialplätzen ab Klasse 5 erweitern. Auch die AfD spricht sich dafür aus und will zusätzlich „sieben bestehende Gymnasien zu Eliteschulen für hochbegabte Kinder weiterentwickeln“.

Inklusion

In Berlin prägt vor allem die Nichtbeschulung von Kindern mit speziellen Förderbedarfen die Inklusionsdebatte. Nach Angaben der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, Christine Braunert-Rümenapf, werden in Berlin im Schnitt 2.500 Kinder und Jugendliche verkürzt, unregelmäßig oder gar nicht beschult. Besonders betroffen seien Schülerinnen und Schüler im Autismus-Spektrum oder mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“.

SPD, Grüne und Linke fordern in ihren Programmen dringende Maßnahmen, um dieses Problem zu lösen. Die SPD will „zügig“ gemeinsam mit Interessenverbänden und dem Senat eine Strategie gegen Nichtbeschulung erarbeiten. Zur Stärkung inklusiver Regelschulen setzt sie auf multiprofessionelle Teams und will – wie auch die Linke – temporäre Kleinklassen ermöglichen.

Die Grünen wollen zusätzlich inklusive Schwerpunktschulen schaffen, um insbesondere für neurodivergente Schülerinnen und Schüler tragfähige Angebote innerhalb der Regelschule zu schaffen. Die CDU will „Inklusion mit Augenmaß“ und das Elternwahlrecht zwischen Förderschule und inklusiver Regelschule beibehalten. Die AfD will Regelschulen nur dann zur Inklusion „verpflichten“, wenn die übrige Klasse dadurch nicht „über Gebühr beeinträchtigt“ wird. Wer die Erfüllung dieser Kriterien feststellen soll, lässt sie offen.

Frühkindliche Bildung

Gestritten wird vor allem über die pädagogische Ausrichtung der Kitas und über die Sprachförderung – und dabei besonders über den Umgang mit Mehrsprachigkeit. Die AfD fordert, Deutsch als verpflichtende Sprache in Kitas durchzusetzen. Die CDU betont ihr Ziel, dass kein Kind in die Schule kommen soll, „ohne fließend Deutsch zu sprechen“, und verweist auf die bereits eingeführte verpflichtende vorschulische Förderung bei Bedarf. Die SPD will alle Kitas durch zusätzliches Fachpersonal stärken, vor allem für die alltagsintegrierte Sprachbildung, und den „Personalzuschlag für Kinder mit nicht-deutscher Herkunftssprache“ wieder einführen.

Die Grünen verstehen sprachliche Vielfalt in Kitas als „Gewinn“ und wollen auch die erstsprachlichen Kompetenzen von Kindern fördern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Zugleich sprechen sie sich für verbindliche Deutschförderangebote für Vierjährige nach dem Hamburger Modell aus. Auch die Linke begreift Mehrsprachigkeit als „wertvolle Ressource“ und betont gleichzeitig das Recht auf Deutschförderangebote vor dem Schuleintritt.

Bei der pädagogischen Ausrichtung der Kitas gibt es ebenfalls Uneinigkeit. Die Linke sieht Kinder als aktive Gestalter ihrer eigenen Entwicklung und legt Wert auf Vielfalt, Diskriminierungssensibilität und Partizipation. Die Grünen betonen das freie Spiel, Kreativität und Eigeninitiative und wollen Kinderrechte sowie Demokratiebildung früh im Kitaalltag verankern. Die AfD sieht Partizipation im Sinne kindlicher Selbstbestimmung kritisch, wenn sie „fachfremden Erwägungen untergeordnet wird“, und lehnt insbesondere die „Sexualpädagogik der Vielfalt“ ab.

Hier finden Sie die Wahlprogramme der SPD, Linke, Grüne, AfD und CDU.