Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: Termin, Briefwahl & Umfragen
Am 6. September 2026 wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Mit einer Landesliste treten 15 Parteien an. Der Überblick beantwortet die wichtigsten Fragen zu Wahltermin, Mehrheiten, Umfragen, Parteien, Wahlablauf, Briefwahl, Wahl-O-Mat und Ergebnissen.
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AUDIO: Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt: Das müssen Wähler wissen (Symbolbild) (4 Min)
Termin, Umfragen und Briefwahl
Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Stand: 22.08.2026 16:06 Uhr
Am 6. September 2026 wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Mit einer Landesliste treten 15 Parteien an. Der Überblick beantwortet die wichtigsten Fragen zu Wahltermin, Mehrheiten, Umfragen, Parteien, Wahlablauf, Briefwahl, Wahl-O-Mat und Ergebnissen.
von MDR SACHSEN-ANHALT
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am Sonntag, 6. September 2026, statt. Die Wahllokale sind an diesem Tag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Schwerpunkt
Wie viel Prozent braucht eine Partei, um allein zu regieren?
Eine feste Prozentzahl bei den Zweitstimmen gibt es dafür nicht. Entscheidend ist die absolute Mehrheit der Sitze: Eine Partei kann allein regieren, wenn sie mehr als die Hälfte der Abgeordneten im Landtag stellt.
Wie hoch der dafür nötige Stimmenanteil ist, hängt auch davon ab, wie viele Stimmen auf Parteien entfallen, die nicht in den Landtag einziehen. Deshalb können weniger als 50 Prozent der gültigen Zweitstimmen für eine absolute Mehrheit der Sitze ausreichen.
Was bedeutet Sperrminorität?
Verfügt eine Partei über mehr als ein Drittel der Sitze, kann sie Entscheidungen verhindern, für die eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist – selbst wenn alle anderen Abgeordneten zustimmen. Das betrifft beispielsweise Änderungen der Landesverfassung oder die Wahl von Richtern am Landesverfassungsgericht.
Video: Sperrminorität im Landtag: Was steckt dahinter? (1 Min)
Was sagen die aktuellen Wahlumfragen?
Der jüngste Sachsen-Anhalt-Trend von Infratest dimap wurde am 30. Juli veröffentlicht. In der repräsentativen Umfrage im Auftrag von MDR, WDR, Mitteldeutscher Zeitung und Volksstimme erreicht die AfD 41 Prozent. Die CDU kommt auf 24 Prozent, die Linke auf 13 Prozent, die SPD auf sieben Prozent und die Grünen auf fünf Prozent. Das BSW liegt bei vier Prozent, auch die FDP bleibt unter der Fünf-Prozent-Hürde.
Umfragen bilden die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab. Sie sind keine Prognose für das Wahlergebnis.
Landesweit sind 15 Parteien mit einer Landesliste zugelassen. Sie stehen mit der Zweitstimme zur Wahl:
Die Heimat tritt nicht mit einer Landesliste an. Im Wahlkreis Dessau-Roßlau-Wittenberg ist jedoch ein Direktkandidat der Partei zugelassen, der dort mit der Erststimme gewählt werden kann.
Wer sind die Spitzenkandidaten?
Die CDU tritt mit Ministerpräsident Sven Schulze an. Für die SPD geht Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Armin Willingmann ins Rennen. Spitzenkandidatin der FDP ist Infrastrukturministerin Lydia Hüskens.
Die AfD schickt Co-Fraktionschef Ulrich Siegmund ins Rennen. Der Landesverfassungsschutz stuft die AfD Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem ein. Die Linke wird von Fraktionschefin Eva von Angern angeführt, die Grünen von ihrer Co-Vorsitzende Susan Sziborra-Seidlitz. Beim BSW bilden der Landeschef Thomas Schulze und Claudia Wittig das Spitzenduo.
Wahlberechtigt ist, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, am Wahltag mindestens 18 Jahre alt ist und seit mindestens drei Monaten in Sachsen-Anhalt wohnt oder sich gewöhnlich dort aufhält. Bei mehreren Wohnungen zählt die Hauptwohnung. Vom Wahlrecht ausgeschlossen ist nur, wem es durch einen Richterspruch entzogen wurde.
Wie funktionieren Erststimme und Zweitstimme?
Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird ein Direktkandidat im jeweiligen Wahlkreis gewählt. Die Zweitstimme gilt der Landesliste einer Partei und entscheidet maßgeblich darüber, wie stark die Parteien im Landtag vertreten sind.
Wann kommt die Wahlbenachrichtigung – und was tun, wenn sie fehlt?
Die Wahlbenachrichtigungen sollten inzwischen bei allen Wahlberechtigten angekommen sein. Wer keine erhalten hat, obwohl er wahlberechtigt ist, sollte sich unverzüglich an die zuständige Gemeindeverwaltung wenden.
Wer keine Wahlberechtigung erhält, kann auch nur mit einem Ausweisdokument wählen gehen. Sicherer ist es aber, sich vor der Wahl an die zuständige Gemeindeverwaltung zu wenden. (Symbolbild)
Entscheidend ist die Eintragung im Wählerverzeichnis. Wer dort vermerkt ist, kann auch ohne Wahlbenachrichtigung im zuständigen Wahllokal abstimmen. Dafür muss ein Personalausweis oder Reisepass vorgelegt werden.
Wie beantrage ich Briefwahl?
Alle Wahlberechtigten können ohne Angabe eines Grundes per Brief abstimmen. Dafür wird ein Wahlschein benötigt, der bei der zuständigen Gemeinde oder Stadt beantragt werden kann. Der Antrag ist schriftlich, persönlich oder – sofern die Kommune diese Möglichkeit anbietet – online möglich. Er kann auch mit dem Formular auf der Wahlbenachrichtigung gestellt werden. Eine telefonische Beantragung ist nicht möglich.
Wie funktioniert die Briefwahl und welche Fristen gelten?
Die Briefwahlunterlagen enthalten den Stimmzettel, den Wahlschein und die benötigten Umschläge. Der ausgefüllte Stimmzettel wird entsprechend der beiliegenden Anleitung verpackt und zusammen mit dem unterschriebenen Wahlschein zurückgeschickt oder bei der zuständigen Stelle abgegeben.
Der Wahlschein kann grundsätzlich bis Freitag, 4. September, um 15 Uhr beantragt werden. Der ausgefüllte Wahlbrief muss spätestens am Wahlsonntag um 18 Uhr bei der zuständigen Stelle eingegangen sein. Bei einer Rücksendung per Post sollte er spätestens am Donnerstag vor der Wahl abgeschickt werden.
Was ist der Wahl-O-Mat und wo finde ich ihn?
Der Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist seit dem 6. August online. Nutzer können ihre Positionen mit den Antworten aller 15 Parteien vergleichen, die mit einer Landesliste antreten. Das Angebot der Bundeszentrale und der Landeszentrale für politische Bildung dient der Information und ist keine Wahlempfehlung.
Der Wahl-O-Mat für Sachsen-Anhalt kann hier aufgerufen werden.
Wann gibt es Prognosen, Hochrechnungen und Ergebnisse?
Die Wahllokale schließen am 6. September um 18 Uhr. Erst danach werden Prognosen veröffentlicht. Sie beruhen auf Befragungen von Wählern nach der Stimmabgabe. Spätere Hochrechnungen beziehen bereits ausgezählte Stimmen ein und werden im Laufe des Abends zunehmend genauer.
Am Wahltag dürfen ab 18 Uhr Hochrechnungen und Prognosen veröffentlicht werden. (Symbolbild)
Das vorläufige amtliche Ergebnis steht fest, sobald die Auszählung abgeschlossen ist. Das endgültige Ergebnis stellt der Landeswahlausschuss zu einem späteren Zeitpunkt fest. MDR SACHSEN-ANHALT berichtet am Wahlabend ausführlich über Prognosen, Hochrechnungen, Reaktionen und die Entwicklung der Ergebnisse.
Video: Sachsen-Anhalt wählt: So berichtet der MDR (15 Min)
MDR (Maren Wilczek, Hannes Leonard, Kalina Bunk) | Erstmals veröffentlicht am 16. Mai 2025
Schwerpunkt
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