„Allein durch das Ansehen von Gesichtern können Hunde Emotionen unterscheiden“ – was drei Studien enthüllen

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„Allein durch das Ansehen von Gesichtern können Hunde Emotionen unterscheiden“ – was drei Studien enthüllen

Lächeln lohnt sich: Was Hunde wirklich sehen, wenn wir fröhlich schauen

Stand: 11.08.2026, 14:16 Uhr

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Frau geht mit Golden Retriever an der Leine auf einem von Bäumen gesäumten Weg spazieren.

Manchmal sieht man auf den ersten Blick, dass ein Halter perfekt zu seinem Hund passt. Sie strahlen Harmonie aus. © KI-generiert

Hunde lesen unsere Gesichter – das zeigen gleich drei neue Studien. Was im Hundegehirn passiert, wenn wir lächeln, und was das für die Mensch-Hund-Beziehung bedeutet.

Hunde scheinen menschliche Gesichtsausdrücke im Gehirn verschiedenen emotionalen Kategorien zuzuordnen. Zucht und Ausbildung prägen dabei die neuronalen Bahnen, die diese Fähigkeit unterstützen. Zu diesem Ergebnis kam eine neue Studie, die im Journal of Neuroscience veröffentlicht wurde.

Forschende untersuchten die Gehirnstruktur von 108 Hunden mithilfe einer nichtinvasiven 3D-Bildgebungstechnik. Sie stellten fest, dass bei Zuchtlinien, die für eine enge Zusammenarbeit mit Menschen selektiert wurden, veränderte kommunikationsbezogene Bahnen vorhanden sind. Besonders betroffen sind dabei Schaltkreise für die Verarbeitung von Stimme und Sprache. Bei Assistenzhunden verstärkt die Ausbildung Verbindungen, die an der Interpretation von Hinweisen, der Ausführung von Reaktionen und der Ansprechbarkeit gegenüber anderen beteiligt sind, berichtete EurekAlert!.

„Allgemein denke ich, dass diese Art von Forschung uns helfen kann, nicht nur Hunde, sondern auch die Mensch-Hund-Beziehung besser zu verstehen“, erklärte die Studienleiterin Mélina Cordeau laut EurekAlert! „Indem wir herausfinden, wie Hunde menschliche Kommunikation verarbeiten und wie Zucht sowie Ausbildung diese Fähigkeiten formen, können wir letztlich die Art verbessern, wie wir mit Hunden interagieren, Ausbildungsansätze verfeinern und die Ausbildung von Assistenzhunden wirkungsvoller gestalten“, so Cordeau weiter.

Neurobildgebenden Experimente einer weiteren Studie zeigen, wie Hunde Gesichtssignale in Echtzeit analysieren. In mehreren Tests betrachteten die Tiere Fotografien menschlicher Gesichter, während die Forschenden ihre Gehirnaktivität überwachten. Dabei unterschieden die Hunde fröhliche von neutralen Gesichtsausdrücken. Erstmals zeigten sie zudem unterschiedliche Aktivitätsmuster als Reaktion auf negative Ausdrücke wie Angst und Traurigkeit, berichtete EL PAÍS. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift iScience veröffentlicht.

Das Forschungsteam identifizierte eine Region in der rechten Hemisphäre, die im Temporalkortex liegt und sich bis zum Nucleus caudatus erstreckt. Diese Zone reagierte besonders auf fröhliche Gesichter. Mithilfe einer Musteranalyse stellten die Forschenden fest, dass die Aktivität in diesem Bereich Freude von Angst sowie Angst von Wut und Traurigkeit unterscheiden konnte. Zwischen Traurigkeit und Wut bestand in dieser Region jedoch keine Unterschied, wie EL PAÍS schrieb.

„Allein durch das Ansehen der Gesichter von Personen können Hunde Emotionen unterscheiden und Erwartungen entwickeln“, erklärte Studienautorin Laura Cuaya von der Universität Wien. Sie warnte jedoch davor, davon auszugehen, dass Hunde Emotionen auf dieselbe Weise verstehen wie Menschen, da die Bezeichnungen die fotografierten Gesichtsausdrücke widerspiegeln, nicht jedoch die subjektive Erfahrung der Tiere, so EL PAÍS.

„Dopamin-Kick“

Eine separate Studie zur Gehirnaktivität untersuchte Hunde, die während des Betrachtens von Fotos mit lächelnden und finster blickenden Personen in einem Scanner stillsitzen sollten. Die Ergebnisse zeigten, dass Bilder fröhlicher Gesichter Belohnungsschaltkreise im Gehirn aktivierten, die mit dem Erleben und Erinnern positiver Ereignisse verknüpft sind. Diese Wirkung ist vergleichbar mit dem „Dopamin-Kick“, den Menschen nach einem Spielsieg oder Lob in sozialen Medien erfahren, berichtete die BBC.

An der Studie nahmen 14 Hunde teil. Dabei stellte sich heraus, dass lächelnde Menschengesichter eine erhöhte Aktivität in Gehirnarealen hervorrufen, die mit der Erwartung positiver Ereignisse wie Futter oder verbaler Anerkennung verbunden sind, so der Sender. (Redaktion)