Kurzschluss, Dekoration, blockierte Ausgänge: 27 Tote bei Pub-Brand in Bangkok
Bei einem explosionsartigen Brand im Pub „Rong Beer Na Lat Phrao“ in Bangkok starben 27 Menschen, 73 wurden verletzt, davon 25 lebensgefährlich.Erste Erkenntnisse deuten auf einen Kurzschluss, leicht brennbare ...
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- Bei einem explosionsartigen Brand im Pub „Rong Beer Na Lat Phrao“ in Bangkok starben 27 Menschen, 73 wurden verletzt, davon 25 lebensgefährlich.
- Erste Erkenntnisse deuten auf einen Kurzschluss, leicht brennbare Bühnendekoration und blockierte oder verriegelte Ausgänge als mögliche Ursachen der Katastrophe hin.
- Die Polizei ermittelt wegen Fahrlässigkeit, während der Fall erneut auf anhaltende Mängel beim Brandschutz in Thailands Party-Lokalen verweist.
Ein Kurzschluss in einer Decken-Klimaanlage, brennbare Bühnendekoration und blockierte Ausgänge: Die ersten Erkenntnisse deuten auf eine katastrophale Mischung hin, die zu dem schweren Pub-Brand in Bangkok geführt haben könnte. Bei dem explosionsartigen Feuer kamen in der Nacht 27 Menschen ums Leben, wie die thailändischen Behörden am Montag mitteilten.
Von den 73 Verletzten befinden sich außerdem 25 in einem kritischen Zustand, so dass weitere Todesopfer befürchtet werden müssen. Auch der Besitzer der Bar wird auf der Intensivstation behandelt, teilte die Polizei mit. Sie geht von Fahrlässigkeit aus und will Mitarbeiter des Pubs vernehmen. Bei einer Kontrolle im April sollen die Notausgänge noch in Ordnung gewesen sein. Nun versperrten Bierkisten mindestens einen der Fluchtwege.
Feuer brach kurz nach Mitternacht aus
Das Feuer in dem Lokal „Rong Beer Na Lat Phrao“ war am Sonntag kurz vor Mitternacht ausgebrochen. Auf Videos in den sozialen Medien ist zu sehen, wie zunächst dichter Rauch aus dem Lokal quillt. Kurz darauf schießt eine gewaltige Stichflamme aus einem Eingang, schreiende Menschen fliehen aus dem Pub. Ein Feuerwehrmann berichtete, die meisten Überlebenden hätten Rauchvergiftungen erlitten. „Der Rauch war überall“, sagte Chakrit Khongkom. Der Pub liegt in einer belebten Gegend mit vielen Bars im Norden der thailändischen Hauptstadt in der Nähe des bei Touristen beliebten Chatuchak-Marktes.
Überlebenden zufolge entzündete sich das Feuer im vorderen Bühnenbereich der Bar. Eine 32-Jährige berichtete, eine Freundin habe dort zunächst Brandgeruch bemerkt, kurz darauf habe die Decke in Flammen gestanden. Diese war offenbar mit leicht brennbarem Schaumstoff zur Schalldämmung verkleidet.
Da der Brand im vorderen Teil wütete, flohen die meisten Gäste in Panik in den hinteren Bereich zu den Toiletten und der Küche. Dort gab es jedoch kaum ein Entkommen. Viele der Toten wurden später in der Nähe der Waschräume gefunden. Die Überlebenden, die es im vorderen Teil aus dem Gebäude schafften, erlitten der Feuerwehr zufolge schwere Brandverletzungen.
Ministerpräsident besuchte Unglücksort
Ministerpräsident Anutin Charnvirakul, der den Unglücksort besuchte, erklärte, es habe keine klaren Hinweise auf Notausgänge gegeben. Antuins Büro verbreitete ein Video, in dem der Regierungschef auf eine Tür hingewiesen wurde. Diese soll früher als Ausgang gedient haben, dann aber verriegelt worden sein. Der Besitzer habe befürchtet, dass Gäste ohne zu bezahlen verschwinden könnten.
In Thailand ist es wiederholt zu schweren Bränden in Party-Lokalen gekommen. Zwar werden regelmäßig Brandschutzkontrollen vorgenommen, doch halten sich die Betreiber oft nicht dauerhaft an die Vorschriften. Im Jahr 2022 starben bei einem Feuer in einem Nachtclub in Chonburi mindestens 13 Menschen. Bei einem Brand während einer Silvesterparty in einem überfüllten Club in Bangkok 2009 kamen 65 Menschen ums Leben. Eine Untersuchung ergab damals, dass Korruption und Sicherheitsmängel die Hauptursachen für die Katastrophe waren.
kurier.at, dida | 13.07.2026, 14:07