Archäologie: Kuriose Erkenntnis aus Pompeji – Nur wenige aßen mediterran

KI-Stimme. InfoGetreide, Hülsenfrüchte und Lebensmittel vom Land standen bei den Menschen, die im Raum des Vesuvs vor dessen Eruption im Jahr 79 nach Christus lebten, offenbar regelmäßig auf dem Speiseplan. Das...

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Archäologie: Kuriose Erkenntnis aus Pompeji – Nur wenige aßen mediterran

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Getreide, Hülsenfrüchte und Lebensmittel vom Land standen bei den Menschen, die im Raum des Vesuvs vor dessen Eruption im Jahr 79 nach Christus lebten, offenbar regelmäßig auf dem Speiseplan. Das zeigt eine neue interdisziplinäre Studie zu menschlichen Überresten aus Oplontis nahe Pompeji.

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Die Analyse liefert zugleich neue Hinweise darauf, wie die Menschen kurz vor dem verheerenden Ausbruch des Vesuvs lebten. Untersucht wurden die Überreste von Menschen, die in der sogenannten „Villa B“ von Oplontis den Vulkanausbruch nicht überlebten. Die Fundstätte liegt rund fünf Kilometer westlich von Pompeji in der heutigen Gemeinde Torre Annunziata. Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass sich dort mehr Opfer befanden als bislang angenommen.

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Weizen, Gerste, Hülsenfrüchte – das stand auf dem Speiseplan der Bewohner von Pompeji

Für die Studie analysierten Wissenschaftler Knochenproben von 46 Menschen sowie von drei Tieren. Mithilfe spezieller Analysen konnten sie Rückschlüsse auf die Ernährung der damaligen Bevölkerung ziehen. Demnach basierte die Ernährung vor allem auf sogenannten C3-Pflanzen. Dazu gehören insbesondere Weizen und Gerste, aber auch Hülsenfrüchte und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse.

Ergänzt wurde die Ernährung durch tierische Produkte wie Fleisch und Milch. Fisch und andere Meeresprodukte spielten dagegen offenbar eine deutlich geringere Rolle, als angesichts der Lage von Oplontis am Mittelmeer zu erwarten gewesen wäre. Kurios: Genau die Lebensmittel, die heute die klassische mediterrane Ernährung auszeichnen, fehlten somit häufig auf dem Speiseplan. „Das tägliche Brot“ sei damit tatsächlich die Grundlage der Ernährung gewesen, sagte der Direktor des Archäologischen Parks Pompeji, der deutsche Archäologe Gabriel Zuchtriegel.

ITA, Themenbild Reisen, Neapel, Kampanien, 18.09.2024.

Pompeji sorgt wieder für Überraschungen – dieses Mal mit neuen Erkenntnissen zur Ernährungsweise der Menschen am Vesuv.© picture alliance / Eibner-Pressefoto | dpa/Picture-Alliance

Ausbruch des Vesuvs: An diesem Ort suchten die Menschen Schutz vor dem Vulkan

Besonders aufschlussreich ist der Fundort selbst. In einem Raum der Villa B wurden die Überreste von 64 Menschen entdeckt. Nach Einschätzung der Wissenschaftler hatten sie dort vermutlich Schutz gesucht und auf eine Rettung über das Meer gehofft, als der Vesuv ausbrach.

Die Villa B war kein luxuriöser Rückzugsort wie die nahegelegene Villa A, die traditionell mit Poppaea, der Ehefrau des römischen Kaisers Nero, in Verbindung gebracht wird. Der Komplex diente vielmehr als Lager- und Handelszentrum. Archäologische Funde wie verkohlte Pinienkerne, Walnüsse, Heu und Granatäpfel deuten darauf hin, dass dort landwirtschaftliche Erzeugnisse gesammelt, gelagert und weiterverteilt wurden.

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Die Untersuchung entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Labor für angewandte Forschung des Archäologischen Parks Pompeji und der „Luigi Vanvitelli“-Universität Kampaniens. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Journal of Archaeological Science: Reports“ veröffentlicht.

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Im Jahr 79 nach Christus zerstörte der Vesuv die Stadt Pompeji und begrub sie unter mehreren Metern Asche und Bimsstein. Während der zweiten Phase der Eruption – nach dem Lapilli-Regen – wurden die Menschen von einer heißen Wolke aus vulkanischer Asche erfasst, die sich um ihre Körper verfestigte. Mit der Zeit zersetzten sich die Körper und organischen Materialien, wodurch Hohlräume in der verhärteten Asche entstanden.

Im 19. Jahrhundert begannen Archäologen, diese Hohlräume mit Gips zu füllen, um die ursprüngliche Form der Opfer sichtbar zu machen. Diese Technik wurde 1863 erstmals systematisch vom Archäologen Giuseppe Fiorelli angewendet. Nachdem der Gips ausgehärtet und die Asche entfernt worden war, erschienen erstaunlich detaillierte menschliche Figuren, oft mit im Inneren erhaltenen Knochen. Pompeji ist der einzige Ort der Welt, an dem solche Zeugnisse in dieser Form rekonstruiert werden konnten.