Was Italien-Urlauber am Gardasee bestellen, macht Wirte fassungslos – die verrücktesten Kombinationen
StartseiteVerbraucher„Kulinarischer Klassiker“ unter Italien-Urlaubern macht Gardasee-Wirte fassungslosStand: 30.08.2026, 07:10 UhrKommentareUns auf Google folgenCappuccino zu Pizza ist am Gardasee kein seltene...
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„Kulinarischer Klassiker“ unter Italien-Urlaubern macht Gardasee-Wirte fassungslos
Stand: 30.08.2026, 07:10 Uhr
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Cappuccino zu Pizza ist am Gardasee kein seltener Sonderwunsch. Doch eine Kombination mit Muschelpasta gilt unter Wirten als besonders kurios.
München – Ein Restaurantbesuch gehört für viele Reisende zum Italien-Urlaub. Pasta, Pizza und Kaffee sind dabei feste Bestandteile des kulinarischen Bildes – doch nicht jede Bestellung entspricht den Vorstellungen der Küchenprofis vor Ort. Häufig führen kulturelle Missverständnisse zu peinlichen Momenten, noch bevor das Essen überhaupt auf dem Tisch steht.

Am Gardasee berichten mehrere Gastronomen von ungewöhnlichen Kombinationen und Sonderwünschen ihrer Gäste. Ein Getränk zur Meeresfrüchte-Pasta wird dabei sogar als „Klassiker“ bezeichnet.
Wirte in Italien geschockt: Urlauber bestellen Cappuccino zur Muschelpasta
Matteo Thurner vom Restaurant und der Pizzeria „Da Carlo“ in Torri del Benaco erzählt von Gästen, die weiße Nudeln als Beilage zu Fleisch bestellen oder eine Tagliata gemeinsam mit Pasta auf dem Teller haben wollen. Auch Saucen zu praktisch jedem Gericht würden immer wieder verlangt. Vor allem Gäste aus England und den USA reagierten dem Bericht zufolge mitunter ungehalten, wenn diese nicht angeboten werden.
Der ungewöhnlichste Dauerwunsch ist laut Thurner jedoch ein anderer: Cappuccino zu Spaghetti allo scoglio, also zu Pasta mit Meeresfrüchten. Auch andere Wirte am Gardasee kennen die Kombination. Angelo Capalbo von der „Osteria della Barchessa“ in Torri del Benaco sagt dazu: „Muscheln mit Cappuccino sind ein Klassiker.“
Was Gastronomen zur Verzweiflung bringt, ist jedoch oft ein anderes unumstößliches Naturgesetz der italienischen Küche: Fisch und Käse gehen niemals eine Ehe ein. Wer zum Spaghetti-Teller mit frischen Meeresfrüchten nach der Parmesandose verlangt, wird oft Zeuge einer ganz besonderen Form des italienischen Entsetzens.
Eis auf Pommes wird kurzerhand zum Dessert
Im „Piccolo Hotel“ in Garda bestellten Gäste laut Filippo Dorella Gnocchi gemischt mit anderen Nudelsorten – darunter auch Spaghetti. In einem weiteren Fall landeten Fettuccine mit Lachs, Trüffel, Sahne, Tomaten und Pilzen gemeinsam auf einem Teller.
Besonders im Gedächtnis blieb den Wirten offenbar eine andere Kombination: Pommes mit Eis. Das Vanilleeis wurde zunächst separat serviert. Die Gäste setzten es anschließend direkt auf die Pommes und gaben zusätzlich Ketchup dazu.
Gardasee-Wirte verzweifeln: Cappuccino zur Pizza bleibt ein Dauerbrenner
Auch in der Pizzeria „Gemma“ in Garda kennt man ungewöhnliche Bestellungen. Besitzer Eugenio Vittoni beobachtet zwar, dass viele Gäste die italienische Küche zunehmend besser kennen. Eine Kombination verschwindet jedoch offenbar nicht: Cappuccino zur Pizza.
Dabei folgen Kaffee-Bestellungen in Italien strengen, ungeschriebenen Gesetzen. So wird Milchkaffee wie Cappuccino traditionell nur zum Frühstück getrunken. Nach dem Essen gilt er aufgrund der vielen Milch als Belastung für die Verdauung. Zudem bestellen Kenner am Tresen niemals einen „Espresso“, sondern schlicht „un caffè“.
Die kuriosen Wünsche kommen dem Bericht zufolge nicht ausschließlich von ausländischen Gästen. Auch Italiener sorgten mitunter für Verwunderung – etwa mit einer weißen Schiacciata, zu der sie Tomaten zum Selberbelegen bestellten. Spaghetti aglio e olio wurden außerdem ohne Knoblauch gewünscht.
Essen in Italien: Bei Carbonara ziehen manche Wirte eine Grenze
In der „Osteria al Vicolo“ in Garda hat man sich laut dem Bericht inzwischen an vieles gewöhnt. Cappuccino zu nahezu jedem Gericht sei dort fast schon überholt.
Trotzdem erfüllt Betreiber Lek nicht jeden Wunsch. Als Anhänger der italienischen Küche lehnt er beispielsweise Sahne in der Carbonara ab. Er sei zwar bereit, sich auf Gäste einzustellen. Gleichzeitig müssten aber die italienische Küchenkultur, die Speisekarte und die Qualität der Zutaten respektiert werden. In Italien gilt das Credo: Jedes Gericht auf der Karte ist fertig gedacht und perfekt austariert, noch bevor der Gast das Lokal betritt. Wer gravierende Änderungswünsche hat, sollte lieber ein anderes Gericht wählen.
Fleisch auf Pasta sorgt ebenfalls für Stirnrunzeln
Auch im Restaurant „Miralago“ in Torri del Benaco landen ungewöhnliche Wünsche auf den Bestellzetteln. Nicola Begalli berichtet, dass Gäste regelmäßig Fleisch – sogar eine Tagliata – auf ihrer Pasta wünschen.
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Weitere Beispiele sind Trüffel-Tagliatelle mit Scampi oder Tortellini mit Sahne, Schinken und Basilikum-Pesto. Für die Wirte am Gardasee bedeutet das: Sie müssen sich auf sehr unterschiedliche Vorstellungen davon einstellen, was auf einem italienischen Teller zusammenpasst. Dabei kollidieren die Wünsche oft mit der heiligen Dramaturgie des Menüs: Die Reihenfolge von Antipasto, Primo, Secondo und Dolce steht felsenfest und sollte nicht durch das zeitgleiche Ordern von Pasta und Rindersteak durcheinandergebracht werden.
Wer diese Fettnäpfchen umgeht, vermeidet Fehler, die fast alle Italien-Urlauber immer wieder machen, und erlebt das Land authentischer. (Quellen: Südtirol News, eigene Recherche) (str)