Kubicki sieht CDU „kurz vor der Revolution“ – Merz-Kritik wegen „Stilbruch“
StartseitePolitikKubicki rechnet mit Merz ab: FDP-Chef sieht Union „kurz vor der Revolution“Stand: 03.08.2026, 20:42 UhrKommentareUns auf Google folgenDer neue FDP-Chef Wolfgang Kubicki greift den Kanzler wegen...
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Kubicki rechnet mit Merz ab: FDP-Chef sieht Union „kurz vor der Revolution“
Stand: 03.08.2026, 20:42 Uhr
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Der neue FDP-Chef Wolfgang Kubicki greift den Kanzler wegen eines Stilbruchs an – und erklärt, warum er sich in Merz persönlich getäuscht hat.
Berlin – Kanzler Friedrich Merz ist beim Volk unbeliebt, und auch innerhalb seiner Partei gibt es Streit. Für Wolfgang Kubicki ist die Lage bei der CDU eindeutig: „Ich höre aus der Union, dass die Leute kurz vor der Revolution sind“, sagt der FDP-Bundesvorsitzende im taz-Interview. Auslöser ist der Kabinettsumbau, den Merz nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn in Gang setzte – und bei dem er laut Berichten mehrere Betroffene per Telefonanruf im Urlaub von ihrer Entlassung informierte.

Für Kubicki ist das ein Stilbruch: „Die Stilfrage ist gerade bei Bürgerlichen eine sehr wichtige. Und die hat Friedrich Merz komplett vergeigt“, sagt er gegenüber der Rheinischen Post.
Kubicki über Merz: „Dünnhäutig“ und ohne Rückhalt
Kubicki spart nicht mit Kritik am Kanzler persönlich. Merz habe sich „als ziemlich dünnhäutig erwiesen“, wer in die Politik gehe, müsse Kritik aushalten. Sein Urteil zur Lage in der Partei fällt noch härter aus: „Merz hat ein riesiges Führungsproblem – er hat offensichtlich das Vertrauen tragender Säulen der Union verloren.“ Zugleich räumt er ein, sich in Merz getäuscht zu haben: Dessen frühe Reden hätten auf einen wirtschaftsfreundlichen Kurs hoffen lassen – die tatsächliche Politik sei das genaue Gegenteil.
Die Schwäche des Kanzlers kommt für Kubicki zum richtigen Zeitpunkt. Die FDP war bei der Bundestagswahl 2025 an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und ist heute nur noch in sechs Landtagen vertreten. Doch aktuelle Umfragen sehen die Partei wieder bei bis zu 5,5 Prozent. 57 Prozent der Befragten glauben nicht mehr daran, dass die schwarz-rote Koalition bis 2029 im Amt bleibt.
Kubicki setzt darauf, dass frühere Wähler zurückkehren: Rund 1,2 Millionen Menschen hätten die FDP damals zugunsten der Union verlassen – und sähen sich nun von Merz enttäuscht. Sein Fazit: „Der Wiederaufstieg der FDP ist mittelfristig nicht aufzuhalten.“
Die Frage nach der Mitverantwortung am Ampel-Aus weist Kubicki zurück. Auch SPD und Grüne hätten das Ende der Koalition vorbereitet, nur eben ohne es so zu benennen. Bei den bevorstehenden Landtagswahlen im Osten – in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – sieht er zumindest in Sachsen-Anhalt eine realistische Rückkehrchance in den Landtag. Seit seiner Wahl zum Parteivorsitzenden Ende Mai sei in der FDP wieder Ruhe eingekehrt – auch im Verhältnis zu seiner parteiinternen Rivalin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. (Quellen: taz.de, rp-online.de) (cgsc)