Krieg in Nahost: Terrormiliz greift an – Ölpreise steigen
Newsblog zum Krieg in Nahost Terrormiliz greift an – Ölpreise steigenAktualisiert am 10.08.2026 - 07:24 UhrLesedauer: 19 Min.Das iranische Regime will Fotos des obersten Füjhrers veröffentlichen. Israel widerse...
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Newsblog zum Krieg in Nahost
Terrormiliz greift an – Ölpreise steigen
Aktualisiert am 10.08.2026 - 07:24 UhrLesedauer: 19 Min.
Das iranische Regime will Fotos des obersten Füjhrers veröffentlichen. Israel widersetzt sich Trumps Plan für Gaza. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Montag, 10. August
Ölpreise steigen: Unsicherheit über Öffnung der Straße von Hormus
Die Ölpreise sind am Montag wegen der anhaltenden Unsicherheit über eine baldige Wiedereröffnung der Straße von Hormus gestiegen. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 1,09 Prozent auf 84,46 Dollar je Barrel, während US-Leichtöl WTI um 0,78 Prozent auf 78,79 Dollar zulegte. Zwar stehe ein Abkommen mit Oman über neue Schifffahrtsrouten kurz vor dem Abschluss, teilte die Regierung in Teheran am Sonntag mit. Die wichtige Wasserstraße werde jedoch erst wieder freigegeben, wenn die USA weitere Bedingungen wie etwa Entschädigungszahlungen für Angriffe erfüllten.
Für zusätzliche Verunsicherung am Markt sorgte ein Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz auf eine Raffinerie des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco am Sonntag. In der vergangenen Woche waren die Ölpreise noch um mehr als sieben Prozent gefallen, da Anleger auf eine rasche Öffnung der Meerenge gehofft hatten, durch die vor dem Krieg ein Fünftel des weltweit geförderten Öls transportiert wurde.
Leere Depots – Pentagon macht Druck bei US-Waffenproduktion
Das Pentagon hat Vertreter der US-Rüstungsindustrie dazu aufgefordert, die Produktion und Lieferung von Waffen rasch zu steigern. Das berichten die "Washington Post" und der US-Sender CNN übereinstimmend unter Berufung auf eine Mitteilung eines Ministeriumsvertreters. Pentagon-Sprecher Sean Parnell bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit des Dokuments. Es fällt in eine Zeit, in der Experten und Berichte von US-Medien zuletzt immer wieder auf schwindende Waffenreserven im US-Militär als Folge des Iran-Kriegs hingewiesen hatten. US-Präsident Donald Trump wies das zurück.
Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Steve Feinberg habe Vertretern der Rüstungsindustrie am Mittwoch eine Frist von maximal drei Wochen übermittelt, um Pläne vorzulegen, die schnellere Liefertermine und/oder eine gesteigerte Produktion für kritische Fähigkeiten vorsähen, zitieren CNN und die "Washington Post" aus dem Dokument. Laut der Zeitung soll Feinberg darin eine klare Erwartung geäußert haben: "Jahrelange Entwicklungszyklen sind nicht akzeptabel." Man müsse die Pläne drastisch beschleunigen und die Produktionskapazitäten jetzt ausbauen, zitiert ihn die "Washington Post" weiter.
Seit dem ersten Tag von Pete Hegseth als US-Verteidigungsminister konzentriere sich das Pentagon darauf, einen Wandel hinsichtlich der Geschwindigkeit, Kapazität und Schlagkraft der amerikanischen Verteidigungsindustrie herbeizuführen, betonte Parnell in einem Statement. Hegseths Stellvertreter Feinberg arbeite daran, ein veraltetes Beschaffungssystem zu reformieren. "Direkt mit führenden Vertretern der Industrie zusammenzuarbeiten, um die Produktion zu beschleunigen, ist nichts Neues."
Vom Iran unterstützte Rebellen greifen Hafenstadt im Jemen an
Die vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen haben erneut die an der Westküste Jemens liegende Hafenstadt Mokka angegriffen. Die Armee teilte am späten Abend auf der Plattform X mit, die Huthi-Miliz habe ballistische Raketen und Drohnen auf ein Wohnviertel der von der Regierung kontrollierten Stadt geschossen. Die Luftabwehr habe einige Drohnen abgefangen.
Bei einem Angriff der Miliz zuvor seien sieben Zivilisten und Militärangehörige getötet und weitere Menschen verletzt worden, teilte die Armee weiter mit. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari erklärte auf der Plattform Telegram, der Angriff habe saudi-arabischen Truppen und Waffenlagern in der Stadt gegolten. Mokka liegt nahe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die für die Schifffahrt den Eingang zum Roten Meer bildet.
Saudi-Arabien kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit Jahren gegen die Huthi-Miliz. Diese hatte den Jemen, ein armes Land auf der Arabischen Halbinsel, 2014 förmlich überrannt und in einen Bürgerkrieg gestürzt. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings weiterhin.
Trump: "Wir verhandeln nur so halb"
Donald Trump will auf weitere Angriffe auf den Iran offenbar vorerst verzichten und stattdessen auf wirtschaftlichen Druck setzen. "Wir halten uns zurück", sagte Trump dem Nachrichtenportal "Axios" am Sonntag in einem kurzen Telefoninterview. "Wir verhandeln nur so halb mit ihnen", fügte der US-Präsident hinzu. Die US-Regierung warte ab und beobachte den Iran, der eine "enorme Inflation" und "kein Geld" habe.
Trump hatte erst vor gut einer Woche neue massive Angriffe auf den Iran angedroht, diese dann aber wieder ausgesetzt, weil es "Umrisse einer Vereinbarung" zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus gebe. Zuletzt hatte der Iran aber wieder harte Bedingungen für eine Öffnung der für den weltweiten Erdöl- und Erdgashandel wichtigen Meerenge gestellt. Die iranischen Revolutionsgarden bekräftigten am Sonntag, die Straße von Hormus werde so lange blockiert bleiben, "bis der Feind alle unsere Bedingungen erfüllt".
Nachdem Außenminister Abbas Araghtschi am Samstag unter anderem "Entschädigungen" von den USA gefordert hatte, legte der Nationale Sicherheitsrats des Iran eine ganze Liste an Bedingungen für ein Ende der Blockade vor: Er forderte unter anderem ein Ende des "Krieges und der Aggression gegen den Iran und seine Verbündeten im Libanon, in Palästina, im Jemen und im Irak" sowie eine Aufhebung der von den USA verhängten Blockade iranischer Häfen und der Sanktionen.
Irans Präsident Peseschkian trifft obersten Führer Chamenei
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat sich mit dem neuen obersten Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, getroffen. Wie Chameneis Büro am Sonntag mitteilte, sprach die beiden "ausführlich über die Probleme und Herausforderungen des Landes", einschließlich der "derzeitigen militärischen Lage und der Zukunftsaussichten". Wann genau das Treffen stattgefunden hat, wurde nicht mitgeteilt. Am Mittwoch hatte Peseschkian die Kommunikation mit Chamenei noch als "momentan sehr schwierig" bezeichnet.
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Peseschkian hatte zuletzt Anfang Mai mitgeteilt, dass er sich mit Chamenei getroffen habe. Er hatte auch damals kein Datum genannt. Chameneis Büro hatte damals gar keine Stellungnahme abgegeben.
Chamenei ist der Nachfolger von Ayatollah Ali Chamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik gestanden hatte und am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar getötet worden war. Sein Sohn Modschtaba Chamenei, der seine Nachfolge antrat, ist seitdem nie öffentlich aufgetreten. Am Sonntag kündigte ein General der iranischen Revolutionsgarden die Veröffentlichung von Fotos an, die Chamenei in der Öffentlichkeit und bei Treffen zeigen sollen. Wie er der Nachrichtenagentur Tasnim sagte, ist dies "künftig" geplant, einen konkreteren Zeitpunkt nannte er aber nicht.
Netanjahu: Israel lehnt Gaza-Fahrplan ab
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat seine Ablehnung des von US-Präsident Donald Trump unterstützten Plans zur Entwaffnung der islamistischen Hamas im Gazastreifen bekräftigt. Bereits vergangene Woche hatte Netanjahu den Plan kritisiert, nun wurde er deutlicher: "Israel lehnt den 15-Punkte-Plan ab", sagte er am Sonntag. Die israelische Armee werde erst dann aus dem Gazastreifen abziehen, wenn die dort herrschende Hamas "wirklich" entwaffnet sei.