Ukraine News: Russland greift ukrainische Städte erneut aus der Luft an – mehrere Tote
Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neb...
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Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Behörden: Viele Tote bei ukrainischem Drohnenangriff weit östlich von Moskau
Selenskij: Erwarten bis zu 50 000 nordkoreanische Soldaten in Russland
Selenskij: Massiver Stromausfall in Odessa
US-Medien: Sprengstoff-Drohne könnte Russland gehören
Mutmaßlich ukrainische Drohne explodiert nahe Gas-Pipeline in Bulgarien
Russland startet erneut Luftangriffe auf ukrainische Städte
Russland hat ukrainischen Angaben zufolge Kiew und andere Großstädte des Landes in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurden allein in der im Süden des Landes gelegenen Stadt Saporischschja mindestens fünf Menschen getötet und weitere 20 verletzt, wie Militärgouverneur Iwan Fedorow auf Telegram schrieb. Es seien Industrieanlagen und Infrastruktur angegriffen worden.
Aus der Hauptstadt Kiew wurde bisher ein Verletzter gemeldet. Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf der Plattform Telegram: „Explosionen in der Hauptstadt. Die Stadt steht unter Beschuss. Bleiben Sie in den Schutzräumen.“ Die Rettungsteams seien unterwegs.
Das Onlineportal Kyiv Independent berichtete, Russland habe mit ballistischen Raketen einen erneuten Angriff gestartet. Die ukrainische Luftwaffe warnte dem Bericht zufolge zugleich, dass russische Raketen auf Sumy, Charkiw und Tschernihiw zielten.
Ein Toter bei ukrainischem Angriff auf russische Region Woronesch
Bei einem Drohnenangriff in der russischen Region Woronesch ist nach Behördenangaben ein Mensch getötet worden. Zwei weitere Personen seien verletzt worden, teilte Gouverneur Alexander Gussew mit. Herabfallende Trümmerteile hätten Brände in Lagerhallen ausgelöst. Die russische Luftabwehr habe zuvor 15 Drohnen über der Stadt Woronesch und fünf Bezirken der gleichnamigen Region zerstört.
Der Absturz einer Drohne habe Feuer in zwei Lagerhäusern eines großen Unternehmens verursacht, erklärte Gussew auf Telegram. In einer Anlage sei der Brand auf einer Fläche von 16 000 Quadratmetern eingedämmt worden, während in der anderen eine 20 000 Quadratmeter große Fläche gelöscht werde. Den Namen des betroffenen Unternehmens nennt er nicht. Der russische Online-Händler Wildberries hatte zuvor mitgeteilt, dass seine Logistikeinrichtungen in der Region Woronesch gemäß den Sicherheitsanforderungen evakuiert worden seien.
Ukrainischer Kampfjet stürzt bei Einsatz ab
Ein ukrainischer Kampfjet vom Typ MiG-29 gerät bei einem Kampfeinsatz in Brand und stürzt ab. Der Pilot rettet sich nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit dem Schleudersitz und wird in ein Krankenhaus gebracht. Der Vorfall ereignet sich in der südukrainischen Region Odessa, als der Pilot russische Stellungen ins Visier nimmt, wie die Luftwaffe auf Telegram mitteilt. Nach vorläufigen Erkenntnissen sei es beim Abfeuern einer Rakete zu einem Notfall gekommen. Dadurch habe das Flugzeug Feuer gefangen und der Pilot die Kontrolle verloren, obwohl er noch versucht habe, die Maschine zu retten. Die genaue Absturzursache werde untersucht.
Lorenz Zeck
Schwedischer Geheimdienst stoppt russische Spionageaktion
Der schwedische Inlandsgeheimdienst Sapo hat nach eigenen Angaben eine russische Spionageoperation gestoppt. Diese habe das Ziel gehabt, politische Entscheidungen zu beeinflussen und das Land sowie seine EU- und Nato-Verbündeten zu diskreditieren, teilt die Behörde mit. Gesteuert worden sei die Aktion vom russischen Auslandsgeheimdienst SVR unter Beteiligung von drei Personen, die im Schutz der diplomatischen Immunität agiert hätten. Die Verdächtigen befänden sich nicht mehr in Schweden, sagt ein Sapo-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Die russische Botschaft in Stockholm äußert sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.
Ukraine: Spezialkräfte melden Drohnenangriff auf russische Chemieanlage
Ukrainische Spezialkräfte haben nach eigenen Angaben die petrochemische Anlage SapSibNeftechim im russischen Gebiet Tjumen mit Drohnen angegriffen. Der Angriff löste laut einer Telegram-Mitteilung einen Brand aus und verursachte Zerstörungen. Der dortige Gouverneur berichtete ebenfalls von einem Feuer in einer Industrieanlage nach einer Drohnenattacke. Tjumen liegt gut 2000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Lilly Zerbst
Viele Verletzte nach russischem Angriff auf Saporischschja
Bei einem russischen Luftangriff auf die südostukrainische Großstadt Saporischschja sind mindestens 13 Menschen verletzt worden. Militärgouverneur Iwan Fedorow informierte auf Telegram über beschädigte Wohnhäuser und in Brand gesetzte Autos. Es sei mindestens eine Gleitbombe auf die Industriestadt abgeworfen worden. Für die Großstadt gilt aufgrund ständiger Angriffe fast ununterbrochen Luftalarm. Die Frontlinie ist nur etwas mehr als 20 Kilometer von Saporischschja entfernt.
Behörden: Viele Tote bei ukrainischem Drohnenangriff weit östlich von Moskau
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Stadt Nischnekamsk in der russischen Teilrepublik Tatarstan sind den dortigen Behörden zufolge mindestens 13 Menschen getötet worden. 78 Menschen hätten ärztliche Hilfe benötigt und davon seien 25 ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die Regierung in der Hauptstadt Kasan mit. Republikchef Rustam Minnichanow verhängte offiziell Trauer in Tatarstan.
Der Bürgermeister von Nischnekamsk, Radmir Beljajew, hatte zuvor von einem massiven Angriff mit ukrainischen Drohnen auf Industrieanlagen und zivile Objekte sowie von Toten berichtet. Ukrainische Medien meldeten am Morgen, dass dort eine der größten Ölraffinerien angegriffen worden sei. Später bestätigte der Generalstab in Kiew den Angriff auf die Raffinerie Taneco in Nischnekamsk.
Die Taneco-Raffinerie des Unternehmens Tatneft war bereits Anfang Juni von der Ukraine angegriffen worden. Sie gehört zu den modernsten Raffinerien in Russland. Im Jahr 2024 verarbeitete sie 17 Millionen Tonnen Rohöl und produzierte 2,7 Millionen Tonnen Benzin sowie 8,5 Millionen Tonnen Diesel.
Laut russischen Nachrichtenagenturen handelte es sich um einen großen Drohnenangriff. Nischnekamsk liegt in der Region Tatarstan rund 1000 Kilometer östlich von Moskau.
Nach Raketen-Einschlag: Polen will Bürger per SMS warnen
Polen will künftig seine Bürger per SMS darüber informieren, wenn seine Luftwaffe während Angriffen gegen die Ukraine Kampfjets aufsteigen lässt. Damit ziehe man eine Konsequenz aus dem Raketenabsturz Ende Juli, sagte Vize-Verteidigungsministerin Magdalena Sobkowiak-Czarnecka dem Portal Wirtualna Polska.
Am 30. Juli war während schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine ein Flugobjekt in den Luftraum des Nato-Staats Polen eingedrungen und in der Nähe der Stadt Lublin abgestürzt. Nach Angaben der Regierung in Warschau handelte es sich um einen russischen Marschflugkörper vom Typ Ch-101. Verletzt wurde niemand.
Bürger in der betroffenen Region beklagten anschließend, über die Gefahrensituation unzureichend informiert worden zu sein. Zwar hätten in der Großstadt Lublin und benachbarten Landkreisen die Sirenen geheult. Jedoch habe zunächst niemand gewusst, worin die Gefahr besteht.
Das Oberkommando der polnischen Armee informiert bislang auf der Plattform X darüber, wenn wegen der Luftangriffe gegen die Ukraine Nato-Kampfjets aufsteigen. Die Kampfjets haben die Aufgabe, Geschosse zu beobachten, die sich dem polnischen Luftraum nähern, um diese bei einem Eindringen eventuell abzuschießen. Auch die Nachricht von dem Eindringen der Rakete in Polens Luftraum wurde zunächst auf X verbreitet.
Künftig sollen solche Informationen nun zusätzlich per SMS vom Zentrum für nationale Sicherheit (RCB) verschickt werden. Dieses ist bislang vor allem für Unwetterwarnungen zuständig. Polens Verteidigungsministerium bereitet zudem nach dem Vorbild der Ukraine eine Warn-App für Luftangriffe vor.
Ukraine: Fünf Verletzte bei russischem Angriff auf Sumy
Bei russischen Bombenangriffen auf die nordukrainische Stadt Sumy wurden örtlichen Behörden zufolge in der Nacht mindestens fünf Menschen verletzt. Zudem gebe es Schäden in mehreren Wohngebieten, teilt der regionale Gouverneur Oleh Hryhorow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Selenskij: Erwarten bis zu 50 000 nordkoreanische Soldaten in Russland
Die ukrainische Staatsführung rechnet nach eigenen Angaben damit, dass Russland weit mehr Truppen aus Nordkorea zur Unterstützung seines Angriffskriegs bekommen könnte als bisher angenommen. „Nun wurde die Entscheidung getroffen, 30 000 bis 50 000 Nordkoreaner auf russischem Territorium einzusetzen“, schrieb Präsident Wolodimir Selenskij am Samstag auf der Online-Plattform X.
Im Juli hatte er unter Berufung auf Geheimdienstberichte noch von 30 000 weiteren nordkoreanischen Soldaten gesprochen, nun nannte er statt dieser Zahl die deutlich größere Spanne. Selenskijs Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen, die Quelle für seine Darstellung ließ er offen.
Laut dem Präsidenten stellt Nordkoreas Engagement im Ukraine-Krieg auch eine Gefahr für asiatische Staaten dar. „Es ist völlig klar, dass Nordkorea seine Erfahrungen in der modernen Kriegsführung weiter ausbauen, von Russland Lizenzen und alle möglichen militärischen Mittel bekommen wird“, schrieb der ukrainische Präsident weiter.
Lilly Zerbst
Verletzte bei Angriff auf russische Grenzstadt Belgorod
Durch einen ukrainischen Drohnenangriff auf die grenznahe russische Großstadt Belgorod sind nach Behördenangaben mindestens sechs Menschen getötet und 27 weitere verletzt worden. Vier Wohnblocks seien beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, auf Telegram mit. Bilder in sozialen Netzwerken ließen auf mehrere Brände in der Stadt schließen, die etwa 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt liegt. Angaben zu den militärischen Zielen des Angriffs gab es nicht. Belgorod ist allerdings der logistische Knotenpunkt zur Versorgung der russischen Truppen, die die ukrainische Großstadt Charkiw beschießen und im Industriegebiet Donbass angreifen.
Russische Behörden meldeten außerdem ukrainische Drohnenangriffe auf Noworossijsk und Gelendschik am Schwarzen Meer. Zugleich haben russische Streitkräfte nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht die ukrainische Hafeninfrastruktur am Schwarzen Meer angegriffen. In Odessa wurden durch einen russischen Angriff nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij acht Menschen verletzt. In den Häfen von Odessa und Tschornomorsk sowie in nahegelegenen Ortschaften seien Treibstofflager getroffen worden, teilt das russische Ministerium mit. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Selenskij: Massiver Stromausfall in Odessa
Der jüngste russische Großangriff auf die Region um die ukrainische Küstenstadt Odessa hat in der Nacht zum Sonntag für einen massiven Stromausfall gesorgt. „Am Morgen waren mehr als 300 000 Haushalte in Odessa und der Region ohne Strom; mittlerweile ist ein Drittel wieder mit Strom versorgt“, sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij in seiner abendlichen Videoansprache. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung und zur Beseitigung der Schäden dauerten an.
Bei dem Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen waren mindestens sechs Menschen verletzt worden. Bei dem Luftangriff seien ein Heizkraftwerk sowie sieben Umspannwerke getroffen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben der Staatsagentur Tass mit.
Selenskij kündigte Vergeltung an. Die Ukraine habe „angemessene Antworten“ für jeden russischen Angriff parat. Der Krieg werde „für alle Russen zu Hause“ immer spürbarer werden. Die Ukraine werde weiterhin die russische Erdölindustrie und andere Infrastruktur angreifen. „Der einzige Grund, warum dies immer noch andauert, ist die mangelnde Bereitschaft Russlands, diesen Krieg zu beenden.“
Ein Todesopfer und viele Verletzte nach russischem Angriff auf Charkiw
Bei einem russischen Angriff auf die ostukrainische Großstadt Charkiw ist nach offiziellen Angaben mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Weitere 37 Bewohner seien bei der Attacke verletzt worden, teilte Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Bei dem Angriff sei ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen worden.
In der Region Saporischschja starb ein Feuerwehrmann bei russischem Beschuss. Der Mann hatte mit Kollegen nach einem nächtlichen Artillerieüberfall russischer Militärs in den Trümmern nach möglichen Opfern gesucht, als der Trupp in einen neuen Angriff geriet, wie Innenminister Iwan Wychiwskyj auf Telegram mitteilte.
Das russische Militär berichtete unterdessen von Drohnen-Angriffen auf das Schienennetz der ukrainischen Eisenbahn in der Umgebung von Charkiw, Dnipro und Sumy. Bei den Attacken seien auch Lokomotiven und Waggons getroffen und beschädigt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben der Staatsagentur Tass mit.
Lilly Zerbst
Ukraine kauft US-Artillerieraketen in der Türkei
Die Ukraine kauft in der Türkei ein größeres Paket mit US-produzierten Artilleriewaffen, das auch 70 Raketen des Typs ATACMS umfasst. Zu dem Geschäft gehören weiter 12 Mehrfachraketenwerfer M 270, mehr als 2500 Artillerieraketen vom Kaliber 227 Millimeter mit Streumunition sowie 47 000 Artilleriegranaten 203 Millimeter mit Streumunition, wie das ukrainische Militärportal Militarnyj berichtet.
Es stützt sich dabei auf die offizielle Mitteilung des US-Außenministeriums an den Kongress zu dem geplanten Weiterverkauf. Demnach befürwortet die US-Regierung das Geschäft im Umfang von 283 Millionen US-Dollar (245 Millionen Euro). Die verkauften ATACMS-Raketen der Modifikation M 39 haben eine Reichweite von 165 Kilometern. Die USA haben der Ukraine solche Kurzstreckenraketen bereits geliefert. Die frühere Regierung unter Präsident Joe Biden hat aber lange gezögert, den Einsatz auch gegen Ziele auf russischem Gebiet zuzulassen.
Selenskij warnt vor neuer russischer Mobilmachung
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat vor einer heimlichen Mobilmachung Hunderttausender Russen gewarnt. Kremlchef Wladimir Putin könnte damit nach seiner Einschätzung nicht nur den Krieg in der Ukraine verstärken, sondern auch Europa unter Druck setzen.
"Wozu? Um zu zeigen, dass ich im Herbst eine halbe Million Menschen mobilisieren werde. Und diese halbe Million werde ich nicht unbedingt nur in der Ukraine einsetzen", sagt Selenskij in einem Interview. Nach verstärkten ukrainischen Drohnenangriffen baue Russland laut Selenskij drei Luftabwehrringe um Moskau auf.
US-Medien berichten zugleich über neue US-Geheimdienstinformationen zu möglichen russischen Angriffen auf Nato-Staaten. Die Szenarien reichen von einer Cyberattacke bis zu einem begrenzten Eindringen in ein Nato-Land. Als mögliche Ziele gelten die baltischen Staaten und Polen. Ein Angriff auf die Nato-Ostflanke gelte als wenig wahrscheinlich, das Risiko steige laut dem Wall Street Journal aber mit der Zeit. Der mögliche Zeitraum reiche demnach von diesem Herbst bis 2029.
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