Krankenhaus: Unimedizin-Chef drängt bei Standortfrage zur Eile
Die Frage, ob die einzige Uniklinik des Landes einen zweiten Standort bekommt, werde immer dringender, sagt Vorstandschef Kiesslich. Doch zunächst stehen Prüfungen an. Wie lange die dauern, ist offen.
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Krankenhaus Unimedizin-Chef drängt bei Standortfrage zur Eile
Mainz · Die Frage, ob die einzige Uniklinik des Landes einen zweiten Standort bekommt, werde immer dringender, sagt Vorstandschef Kiesslich. Doch zunächst stehen Prüfungen an. Wie lange die dauern, ist offen.
19.07.2026 , 04:00 Uhr
«Es ist ein großes Thema, das die Universitätsmedizin schon lange bewegt», sagt Kiesslich. (Archivbild)
Foto: Lando Hass/dpa
Die seit längerer Zeit schwelende Frage zu einem möglichen zweiten Standort der Universitätsmedizin Mainz sollte nach Ansicht von Klinikchef Ralf Kiesslich bald angegangen werden. „Wir wären sehr dankbar, wenn wir mit der Stadt nun in die Diskussion einsteigen könnten“, sagte der Vorstandsvorsitzende der einzigen Uniklinik von Rheinland-Pfalz der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Wir geben gerne all unseren Input, damit wir zu einer Bewertung kommen, die möglichst von vielen getragen wird.“
Es geht darum, ob die in Teilen sanierungsbedürftige Unimedizin in den kommenden Jahren komplett an ihrem bisherigen Standort in der Mainzer Oberstadt während des laufenden Klinikbetriebs erneuert wird oder ob an einem neuen, zweiten Standort ein neues Zentralgebäude entstehen soll als zukünftiges Herzstück der stationären Versorgung.
„Großes Thema“
Ein Baumasterplan sieht Milliarden-Investitionen in die Unimedizin Mainz bis in das nächste Jahrzehnt hinein vor. (Archivbild)
Foto: Andreas Arnold/dpa
„Es ist ein großes Thema, das die Universitätsmedizin schon lange bewegt“, sagte Kiesslich. „Und es wird immer dringender.“ Vertiefende Gutachten hätten gezeigt, dass ein Neubau am jetzigen Standort bis 2055 dauere und damit viel länger als ein Neubau eines Zentralgebäudes an einem zweiten Standort.
Man sei zu dem Punkt gekommen, zu sagen, eine Sanierung des einen Standorts sei unvernünftig, erklärte Kiesslich. „Es wäre betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll, weil es deutlich teurer wäre. Es wäre funktional nicht besonders günstig, weil die Patientenversorgung während dieser Bauphase nicht mehr so gut gewährleistet wäre. Und das Dritte, was neu dazugekommen ist, sind resiliente Klinikstrukturen, die man zunehmend braucht und die am Innenstadt-Campus nicht darstellbar sind.“
Koalitionäre haben sich positioniert
Der Klinikmanager sagte: „Den Kern der Unimedizin würden wir gerne auf eine andere Fläche bauen. Das geht nur mit der Stadt.“ Den Koalitionsvertrag der neuen schwarz-roten Landesregierung empfindet er als sehr unterstützend. Ihn ihm hätten sich beide großen Parteien für eine Zwei-Standort-Lösung ausgesprochen.
Der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) hatte Anfang Mai angekündigt, dass in den kommenden Monaten von städtischer Seite wichtige Weichen gestellt werden sollten. Es gehe zunächst darum, in den städtischen Gremien die Eckdaten für ein Gutachten festzuzurren, das Vor- und Nachteile eines möglichen neuen, zweiten Standorts aufzeigen soll.
Komplexes Prüfverfahren
Eine solche Matrix für eine Bewertung sei inzwischen von den Ämtern vorbereitet, heißt es nun von der Stadt. Gleichzeitig sei die Unimedizin nochmal um die Bestätigung wichtiger Parameter gebeten worden, was etwa die Größe benötigter Flächen, Anbindungen oder auch das nötige Gebäudevolumen angehe.
„Auf Basis der Rückmeldung wird die Bewertungsmatrix finalisiert“, teilte ein Stadtsprecher auf Anfrage mit. Vorgesehen sei dann bei Zustimmung der Gremien erst eine Vorprüfung und in einem zweiten Schritt eine Detailprüfung. „Aufgrund der Dimension und der Bedeutung des Vorhabens ist ein mehrstufiges, komplexes Prüfverfahren geboten“, betonte die Stadt. Wie lange das Prüfverfahren insgesamt dauere, sei daher derzeit nicht zu sagen.
Im Gespräch für einen zweiten Standort ist ein Gelände am Stadtrand in der Nähe des ZDF. Das wird teils aber auch kritisch gesehen, es werden Auswirkungen unter anderem auf die Frischluftzufuhr für Mainz befürchtet.
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