Kita Kunterbunt in der Altstadt bekommt Klimaanlage

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Kita Kunterbunt in der Altstadt bekommt Klimaanlage

Stand: 15.08.2026, 06:53 Uhr

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Direkt am Breschturm und dem Burgmannenhaus in der Altstadt gelegen, zieht sich der Gebäudekomplex der Kita Kunterbunt von der Amtsgasse (rechts) bis zum Westring (links). © Axel Haesler

Die Stadt investiert bis zu 150.000 Euro in die Kita Kunterbunt. Um eine Klimaanlage zu installieren, ist allerdings auch ein zweiter Hausanschluss notwendig.

Babenhausen – Die Region erlebte erneut Hitzetage, das Thermometer steigt immer wieder teils deutlich über die 30-Grad-Marke. Allerdings kühlte es in der Nacht auch deutlich ab. Kein Vergleich zu vorangegangenen Hitzetagen im Juni und Juli, als selbst die Nacht keine Frische brachte. Überhitzte Räume blieben heiß. Zu spüren bekamen dies Kinder und Erzieherinnen in der Kita Kunterbunt. Jenem markanten Bau mit großen Glasfronten. Mehrmals mussten Eltern ihre Kinder um die Mittagszeit abholen, da die Kita-Leitung in den Hitze-Räumen eine vernünftige Betreuung nicht mehr gewährleistet sah. Vater Zoltán Trojnár brachte seinen Unmut in einer E-Mail an die Redaktion deutlich zum Ausdruck.

250.000 Euro für Kindertagesstätten

Nach Gesprächen mit der Geschäftsführung des Kita-Trägers Terminal for Kids habe es keine eingeschränkten Öffnungszeiten mehr gegeben, berichtet Trojnár nun auf Nachfrage unserer Mediengruppe. Das mag letztlich auch daran liegen, dass es wie in dieser Woche möglich war, die Temperatur in den Räumen mit der Morgenfrische auf ein erträgliches Maß zu bringen.

Wie von Bürgermeister Dominik Stadler (unabhängig) Mitte Juli angekündigt, hat sich in dieser Woche auch die Kommunalpolitik mit dem Hitzeschutz für die Kindertagesstätten beschäftigt. In den Ausschüssen lag den Stadtverordneten ein Magistratsantrag vor, der zunächst Ausgaben in Höhe von 250.000 Euro für Maßnahmen vorsieht. Im Fokus dabei eben die Kita Kunterbunt. Alleine für diese städtische Immobilie sind bis zu 150.000 Euro veranschlagt, berichtet der Rathaus-Chef. „Nach Absprache mit dem Träger sind wir übereingekommen, dass in einem ersten Schritt mindestens 50 Prozent der Räume und Flure klimatisiert werden sollen“, sagte er. Damit könne dem Betreuungsanspruch der Eltern nachgekommen werden. Alleine für die Klimatechnik müsse mit mindestens 60.000 Euro gerechnet werden. Da allerdings die Stromverteilung in dem Gebäude an der Amtsgasse nicht für diese zusätzliche Stromlast ausgelegt sei, müsse etwa ein zweiter Hausanschluss gelegt werden. Mit entsprechenden Kosten.

Erneut wies Bürgermeister Stadler auf das laufende juristische Verfahren zu den Rissen in einigen der riesigen Scheiben der Kita Kunterbunt hin, das das Ganze verkompliziert. Um mögliche Regressforderungen geltend zu machen, dürfe bis zum Abschluss eines entsprechenden Gutachtens an dem Zustand der Scheiben nichts geändert werden. Etwa das Aufbringen einer Folie. Die Gründe für die Risse seien nach wie vor nicht klar, berichtet Stadler: Materialmängel, Konstruktionsfehler oder ein nicht ausreichend verdichteter Bauuntergrund? Genaues weiß man nicht. „Die Statik jedenfalls ist nicht gefährdet. Von den Rissen in den Scheiben geht keine Gefahr aus“, kann Stadler beruhigen.

Die 50-Prozent-Räume-Marke gilt dabei für alle städtischen Kita-Immobilien, heißt es im Antrag. Bei den meisten könne allerdings mit zusätzlicher passiver Beschattung in den Außenbereichen dafür gesorgt werden, dass sich die Betreuungsräume nicht massiv aufheizen.

5,58 Millionen Euro für Babenhausen

100 Milliarden Euro hat der Bund im Länder-und-Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz (Lukif) den Bundesländern zur Verfügung gestellt. Das Land Hessen stellt der Stadt Babenhausen in einer ersten Tranche circa 5,58 Millionen Euro zur Verfügung. Der Magistrat hat eine Verteilung der Gelder beschlossen. Demnach sollen 150.000 Euro in Atemschutzgeräte und 50.000 Euro in Schutzkleidung für die Babenhäuser Feuerwehren investiert werden. 1,1 Millionen Euro werden für den Erweiterungsbau am Feuerwehrstützpunkt in der Kernstadt verwendet, 1,8 Millionen Euro in den Neubau der Feuerwehr-Fahrzeughalle in Langstadt gesteckt werden. Für den Neubau der Sickenhöfer Brücke in der Verlängerung der Bachstraße sind 567.000 Euro vorgesehen, für ein Harpertshäuser Feuerwehrfahrzeug 196.000 Euro, für den Recyclinghof 650.000 Euro und für das marode Kinderplanschbecken eine Million Euro. (nkö)

Zum im Ausschuss einstimmig beschlossenen Antrag – die Stadtverordnetenversammlung entscheidet dazu am Donnerstag, 27. August – gehören auch Änderungen von Bettina Mathes (Grüne). Sie präzisierte zum einen den Magistrats-Beschlussvorschlag hinsichtlich Lüftungs- und Klimatechnik, zum anderen sollen die Temperaturen in den Aufenthalts- und Schlafräumen aller städtischen Kita-Immobilien dokumentiert werden. Zudem soll geprüft werden, ob es Fördermöglichkeiten gibt.

CDU-Stadtverordnete Nadja Rohrwasser regte zusätzlich an, ob nicht auch Geld aus den der Stadt zugeteilten Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsmitteln (Lukif, siehe auch „5,58 Millionen Euro für Babenhausen“) genutzt werden könnte. Denn diese Gelder stehen schneller zur Verfügung, und nicht erst, wie im Antrag formuliert, im Haushalt 2027. Bürgermeister Stadler bestätigte, dass dies möglich ist. Der Magistrat werde in seiner nächsten Sitzung dies entsprechend beraten. (Norman Körtge)