Kinderschutzambulanz am Klinikum Frankfurt (Oder) eröffnet

Vierter Standort in Brandenburg Kinderschutzambulanz am Klinikum Frankfurt (Oder) eröffnet ...

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Kinderschutzambulanz am Klinikum Frankfurt (Oder) eröffnet

Vierter Standort in Brandenburg

Kinderschutzambulanz am Klinikum Frankfurt (Oder) eröffnet

Feierliche Eröffnung der Kinderschutzambulanz in Frankfurt (Oder). (Quelle: rbb)
Feierliche Eröffnung der Kinderschutzambulanz in Frankfurt (Oder). (Quelle: rbb)

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Am Klinikum Frankfurt (Oder) ist am Dienstag eine Kinderschutzambulanz eröffnet worden. Sie ist neben den Standorten in Potsdam, Eberswalde und Lauchhammer die vierte ihrer Art in Brandenburg.

Kinderschutzambulanzen sind laut der Stadt Frankfurt (Oder) betreuen interdisziplinär Kinder, bei denen der Verdacht besteht, dass sie vernachlässigt oder Opfer von körperlicher oder psychischer Gewalt oder sexuellem Missbrauch wurden. In der Ambulanz übernehmen Fachkräfte die medizinische Versorgung und dokumentieren mögliche Verletzungen. Die Mitarbeitenden beraten zudem Jugendämter, Schulen, Kitas, Polizei und andere Einrichtungen.

Hohe Dunkelziffer an Kindeswohlgefährdung

Er rechne mit etwa 50 Fällen pro Jahr, in denen das Jugendamt Familien an die Ambulanz überweisen wird, sagte Malte Cremer, Leiter der Kinderklinik in Frankfurt. Genau lasse sich das nicht prognostizieren. Auch weil es solche Einrichtungen im Brandenburg erst seit April gibt.

Dass auch die mittlerweile vierte Ambulanz für die Region notwendig ist, bekräftigt Andrea Hüfner, Chefärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Frankfurter Klinikum: "Wir haben eine hohe Zahl an psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen. Und auch eine hohe Dunkelziffer an Fällen, die von Misshandlung, Missbrauch betroffen sind. Da brauchen wir eine Kinderschutzambulanz, um da wirklich mehr Licht in das Dunkel zu bekommen.

Fallzahlen steigen

Die Zahl der bestätigten Fälle steige an, sagte Gesundheitsminister René Wilke (SPD) bei der Eröffnung der Ambulanz in Frankfurt. "Wir haben eine 11-prozentige Steigerung. Über 2.000 Fälle bestätigten sich in den vergangenen Jahren im Schnitt", hieß es weiter.

Mit Geldern aus dem Brandenburger Gesundheits- und Jugendministerium sei die Arbeit der Ambulanzen fürs Erste gesichert, so Wilke. Langfristig müsse aber geklärt werden, wer die Kosten für den Betrieb trägt. Bisher fehlt es in Deutschland an einer klaren Regelung, aus welchen Mitteln diese Einrichtungen für den Kinderschutz finanziert werden.

Im April hatte die erste Kinderschutzambulanz in Potsdam eröffnet. Anschließend hatten zwei weitere Ambulanzen in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) und in Eberswalde (Barnim) die Arbeit aufgenommen. Damit hatte Brandenburg als letztes Bundesland Kinderschutzambulanzen eingeführt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.07.2026, 16:12 Uhr
Audio: Antenne Brandenburg, 14.07.2026, Charleen Effenberger