Nordkroea: Diktator-Schwester verspottet Südkorea nach Trump-Überraschung: „Erbärmliche Lage“

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Nordkroea: Diktator-Schwester verspottet Südkorea nach Trump-Überraschung: „Erbärmliche Lage“

Kim Jong-uns Schwester verspottet Südkorea nach Trump-Manöverkürzung: „Erbärmliche Lage“

Stand: 21.08.2026, 20:23 Uhr

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Trump spricht von einem positiven Dialog mit Kim Jong-un: Dessen Schwester erklärt, davon sei ihr nichts bekannt – Pjöngjang verschärft den Ton.

Pjöngjang – Das Verhältnis zwischen den USA und Nordkorea bleibt ambivalent: Während sich US-Präsident Donald Trump weiterhin um ein Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un bemüht, verspottet dessen Schwester Südkorea und deren Bündnis mit den USA. Der Nachbarstaat befinde sich in einer „erbärmlichen Lage“, weil er seine „Kriegsspiele“ nicht mehr wie geplant weiterführen könne, heißt es in einer Stellungnahme, die von der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlicht wurde.

Donald Trump und Kim Yo Jong, Schwester von Kim Jong Un

Donald Trump und Kim Yo Jong, Schwester von Kim Jong Un © picture alliance / Gregorio Borgia/AP/dpa/ Jorge Silva/ picture alliance/dpa

In dieser bezeichnet die Diktatorenschwester das südkoreanische Militär als „Marionettenarmee, deren Befehlsgewalt in den Händen der USA liegt“. Kim Yo Jong griff auch den südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung persönlich an. So beschuldigte sie Lee in der Stellungnahme vom Donnerstagabend, sich „doppelzüngig“ zu verhalten. 

Riesiges Militärmanöver: USA und Südkorea reagieren auf Bedrohung aus Nordkorea

Auslöser für die harschen Worte könnte das gemeinsame Militärmanöver Südkoreas mit US-Truppen gewesen sein: Südkorea und die Vereinigten Staaten sollten vom 17. bis 27. August die jährlichen gemeinsamen Militärübungen „Ulchi Freedom Shield“ (UFS) durchführen. Ziel ist das Training zur Abwehr von Drohnen, GPS-Störungen und Cyberangriffen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Damit soll auf die weiterentwickelten Fähigkeiten Nordkoreas reagiert werden. Die Regierung in Pjöngjang hatte die Militärübungen verurteilt und erklärt, diese seien provokativer als die Übungen des vergangenen Jahres.

Weiter betonte das Regime, die militärische Zusammenarbeit zwischen den USA, Japan und Südkorea entwickle sich zu einem Nuklearbündnis, auf welches Nordkorea mit einer neuen Bedrohungsstufe der Abschreckung reagieren werde, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA einen Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums. Die Drohung reichte möglicherweise schon, um ein Einlenken von Donald Trump herbeizuführen. Trotzdem ließ das Kim-Regime der Drohung bereits Taten folgen.

Konflikt um Militärübungen: Nordkorea feuert Raketen ab

Am Donnerstag hatte Nordkorea nach Angaben des südkoreanischen Militärs rund ein Dutzend ballistischer Kurzstreckenraketen abgefeuert, die eine Reichweite von etwa 300 Kilometern hatten. Zuvor hatte US-Präsident Trump am Wochenende angeordnet, das seit Montag laufende gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea um die Hälfte zu reduzieren. Statt wie geplant bis zum 27. August soll die jedes Jahr im Sommer abgehaltene Militärübung „Ulchi Freedom Shield“ am Freitag beendet werden. 

Der US-Präsident hatte den Schritt in seinem Onlinedienst Truth Social am Sonntag unter anderem mit den hohen Kosten begründet und die Manöver „feindselig“ genannt. Er erwähnte dagegen lobend, Nordkorea habe sich zuletzt „nicht bedrohlich“ und „respektvoll“ verhalten. Trump verwies bei der Entscheidung auf seine angeblich „sehr gute Beziehung“ zu Nordkoreas Machthaber.

„Absolut nicht bekannt“: Kim Jong-uns Schwester kontert Trump

Außerdem bejahte er am Mittwoch die Frage, ob er damit rechne, Kim noch in diesem Jahr zu treffen. Südkoreas Präsident Lee hatte sich Mitte August ebenfalls für direkte Gespräche mit dem nordkoreanischen Staatschef ausgesprochen. Dieser habe „57 sehr mächtige Atomwaffen“. „Das hätten wir nie zulassen sollen. Wäre ich Präsident gewesen, wäre das nicht passiert.“ „Aber er hat sie jetzt nun einmal“, fügte Trump hinzu. „Ich verstehe mich sehr gut mit ihm – mit ihm wird alles in Ordnung sein.“ Als er gefragt wurde, in welchem Stadium sich der Dialog mit Kim befinde, antwortete Trump nur, dieser sei „sehr positiv“. Kim Jong-uns einflussreiche Schwester Kim Yo Jong erklärte dagegen, eine solche Kommunikation sei ihr „absolut nicht bekannt“.

Dass ein US-Präsident seine öffentliche Einschätzung zu den Nuklearkapazitäten anderer Länder abgibt, erscheint ungewöhnlich: Denn die USA erkennen Nordkorea nicht einmal offiziell als Atommacht an. Trumps Beurteilung deckt sich jedoch mit der Einschätzung von Experten, die von 50 bis 60 nordkoreanischen Atomwaffen ausgehen.

Das Verhältnis zwischen Trump und Kim Jong-un: Aufgrund „wunderschöner Briefe verliebt“

Was ein Treffen der beiden Machthaber angeht, nannte der US-Präsident keine weiteren Details. Das Wall Street Journal berichtete aber, dass er ein Treffen im November am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in Shenzhen in China erwäge. Trotz der unbekannten Gesprächsinhalte erkannte Kim Jong-uns Schwester an, ihr Bruder habe „gute Gefühle“ gegenüber dem US‑Präsidenten. Die Beziehung der beiden Staatschefs sei „ausgezeichnet“. 

Trump und Kim blicken auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Während der US-Präsident Nordkoreas Machthaber zunächst als „Raketenmann“ verspottet und mit „Feuer und Zorn“ gedroht hatte, traf er ihn in seiner ersten Amtszeit dreimal. Damals sagte er unter anderem, er und Kim hätten sich nach dem Austausch „wunderschöner Briefe verliebt“. Konkrete Ergebnisse gab es damals nicht.

Für Nordkorea könnte ein Aufbau von Beziehungen wichtig werden: Das Land ist international weitgehend isoliert, unter anderem wegen seines Raketenprogramms und der Entwicklung von Atomwaffen. Politisch und wirtschaftlich wird Nordkorea jedoch zunehmend von China und Russland unterstützt. Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin liefert Kim Jong-un gar Soldaten für den Ukraine-Krieg. (Quellen: dpa, AFP, Reuters, KCNA, Wall Street Journal, frühere Berichterstattung)