KI-überwachte Aufnahmeprüfung geht schief: Warum fast 60.000 Studierende den Test wiederholen müssen

Verpasse keine News mehr! An der mexikanischen Universität Unam ist eine KI-überwachte Online-Aufnahmeprüfung in...

  • 3 min read
KI-überwachte Aufnahmeprüfung geht schief: Warum fast 60.000 Studierende den Test wiederholen müssen

t3n als bevorzugte Quelle bei Google hinzufügen

Verpasse keine News mehr!

An der mexikanischen Universität Unam ist eine KI-überwachte Online-Aufnahmeprüfung in die Hose gegangen. Einem KI-Experten zufolge könnte fast die Hälfte der 160.000 Teilnehmenden bei dem Test geschummelt haben. Das hat jetzt Konsequenzen.

KI Studium Test

Trotz KI-Überwachung: Tausende Studierende sollen bei Online-Aufnahmeprüfung geschummelt haben. (Symbolbild: Shutterstock/Kostiantyn Voitenko)

Die Nationale Autonome Universität von Mexiko (Universidad Nacional Autónoma de México/Unam) ist die älteste und mit fast 370.000 Studierenden auch eine der größten Universitäten des amerikanischen Kontinents. Zwischen Ende Mai und Anfang Juni 2026 haben knapp 160.000 Studierende die Aufnahmeprüfung für die Unam absolviert.

Anzeige

Online-Aufnahmeprüfung: KI überlistet

Zum ersten Mal in der über 500-jährigen Geschichte der Universität fanden diese Tests ausschließlich online statt. Mögliche Schummeleien sollten ein spezieller Browser sowie ein KI-gesteuertes Überwachungskamerasystem verhindern, wie Ars Technica berichtet. Doch das Ganze lief gehörig schief.

Top-Artikel

${content}

${custom_anzeige-badge} ${custom_tr-badge} ${section}

${title}

${custom_anzeige-badge}

${custom_tr-badge} ${section}

${title}

Auffällig: Die Ergebnisse waren deutlich besser als in den Jahren zuvor. Hatten in den Jahren 2021 bis 2025 rund 3,5 Prozent der Teilnehmenden mit 100 Punkten oder mehr abgeschnitten, waren es 2026 auf einmal 16,3 Prozent. 110 Punkte oder mehr erreicht hatten statt 0,9 Prozent der Teilnehmenden jetzt 5,5 Prozent.

Anzeige

Kommission beschließt Wiederholung

Schnell war klar, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein konnte. Entsprechend setzten die Unam-Verantwortlichen eine Kommission ein, die die Vorgänge unter die Lupe nehmen sollte. Das Ergebnis: Die Unam setzt einen Kontrolltest an. Daran teilnehmen müssen nicht nur jene, die 2026 die Aufnahmeprüfung bestanden haben, sondern auch jene, die in den Vergleichsjahren 2021 bis 2025 die Mindestpunktzahl erreichten. Das betrifft insgesamt fast 60.000 Studierende.

Empfohlene redaktionelle Inhalte

Hier findest du externe Inhalte von YouTube Video, die unser redaktionelles Angebot auf t3n.de ergänzen. Mit dem Klick auf "Inhalte anzeigen" erklärst du dich einverstanden, dass wir dir jetzt und in Zukunft Inhalte von YouTube Video auf unseren Seiten anzeigen dürfen. Dabei können personenbezogene Daten an Plattformen von Drittanbietern übermittelt werden.

Hinweis zum Datenschutz

Ein Beweis dafür, dass bestimmte Personen bei dem Test geschummelt haben könnten, ist derweil schwierig. Denn bei der Aufnahmeprüfung der Unam handelt es sich um einen Multiple-Choice-Test mit 120 Fragen. Gängige KI-Detektoren schlagen dabei nicht an.

Empfohlene redaktionelle Inhalte

Hier findest du externe Inhalte von TargetVideo GmbH, die unser redaktionelles Angebot auf t3n.de ergänzen. Mit dem Klick auf "Inhalte anzeigen" erklärst du dich einverstanden, dass wir dir jetzt und in Zukunft Inhalte von TargetVideo GmbH auf unseren Seiten anzeigen dürfen. Dabei können personenbezogene Daten an Plattformen von Drittanbietern übermittelt werden.

Hinweis zum Datenschutz

Fast die Hälfte soll geschummelt haben

Der KI-Experte Raul Rojas von der FU Berlin erklärte gegenüber NPR aber, dass laut statistischen Modellen fast die Hälfte der Studierenden geschummelt haben dürfte, etwa 75.000 Personen. Er habe jedenfalls nicht feststellen können, dass die Aufnahmeprüfung im Vergleich zu den Vorjahren deutlich einfacher oder die Studierenden leistungsstärker gewesen seien.

Von sinnfreien Sicherheitsfragen bis zu unsicheren Passwörtern: Die dümmsten Security-Patzer

Es sei aber sehr einfach gewesen, das System zu betrügen. Schließlich seien die Tests 17 Tage lang zugänglich gewesen und damit jede Menge Zeit für Bekannte oder Internetfirmen, Testfragen zu verbreiten oder samt Antworten zu verkaufen. Außerdem sei auch die Überwachung per Browser und KI-Kamera nicht lückenlos gewesen, sodass Studierende die Aufnahmeprüfung auch von anderen Personen ablegen lassen konnten, wie Rojas meint.

Anzeige

Wiederholungsprüfung vor Ort

Um Betrugsversuche besser unterbinden zu können, sollen die Studierenden bei der Wiederholungsprüfung direkt vor Ort erscheinen und von menschlichem Personal überwacht werden. Los geht es ab 10. August 2026.

Startseite