Karibasee in Simbabwe: 80 Tote nach Bootsunglück in Simbabwe geborgen

Fünf Tage nach dem Kentern einer überfüllten Fähre auf dem Karibasee ist die Zahl der Toten gestiegen. Mehr als 70 Passagiere konnten gerettet werden. Quelle: DIE ZEIT, ...

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Karibasee in Simbabwe: 80 Tote nach Bootsunglück in Simbabwe geborgen

Fünf Tage nach dem Kentern einer überfüllten Fähre auf dem Karibasee ist die Zahl der Toten gestiegen. Mehr als 70 Passagiere konnten gerettet werden.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa,

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Aktualisiert am 16. August 2026, 18:15 Uhr

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Bootsunglück Karibasee Simbabwe Fähre Tote
Der Karibasee nahe der Grenze von Simbabwe zu Sambia: Bei einem Fährunglück kamen hier mehr als 80 Menschen ums Leben. © Jekesai NJIKIZANA/​AFP/​Getty Images

Fünf Tage nach einem Bootsunglück auf dem Karibasee in Simbabwe ist die Zahl der Toten nach Angaben der Polizei auf 80 gestiegen. Am Sonntag seien acht weitere Leichen geborgen worden, hieß es in einer auf X veröffentlichten Mitteilung. Am späten Dienstag war eine überfüllte Fähre auf dem Stausee im Nordwesten des Landes bei einer hohen Welle gekentert. Zunächst war von 44 Toten die Rede gewesen.

Der Unfall habe sich am späten Dienstag ereignet. Das Boot hatte nach Behördenangaben eine Kapazität von 90 Passagieren, es waren jedoch 119 Erwachsene an Bord sowie eine nicht genannte Zahl an Kindern. Such- und Rettungsaktionen wurden bis Mittwoch fortgeführt. Spezialisierte Wasserrettungsteams seien dafür in das Gebiet eingeflogen worden. 77 Menschen konnten gerettet werden.

Unklar ist weiterhin, wie viele Menschen sich tatsächlich an Bord befanden. Ein überlebendes Besatzungsmitglied, das nach eigenen Angaben für den Fahrkartenverkauf zuständig war, zählte 153 Menschen einschließlich Besatzung und Kleinkindern. Der Zivilschutz war zuvor auf Grundlage der verkauften Fahrkarten von mindestens 114 erwachsenen Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern ausgegangen.

Fähre offenbar deutlich überladen

Das überlebende Besatzungsmitglied berichtete, Passagiere hätten bereits vor dem Kentern geschrien, dass Wasser in die Fähre und den Maschinenraum eindringe und Ladung über Bord gehe. Ein anderer Überlebender schilderte, die Passagiere hätten nach etwa 30 Minuten erneut darum gebeten, die Fahrt abzubrechen. Der Kapitän habe sich geweigert. Als schließlich Wasser in die Fähre strömte, hätten Passagiere versucht, an die unter ihren Sitzen verstauten Rettungswesten zu gelangen. Einige Menschen konnten sich auf den umgedrehten Schiffsrumpf retten.

Präsident Emmerson Mnangagwa hatte das Unglück zum Katastrophenfall erklärt, damit die Regierung besondere Maßnahmen ergreifen und zusätzliche Mittel zur Unterstützung der Betroffenen mobilisieren könne.

Der rund 5.580 Quadratkilometer große Stausee an der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe gilt gemessen am Volumen als der weltweit größte künstliche See. Er entstand Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre durch den Bau eines Staudamms am Sambesi. Der mehr als 200 Kilometer lange See ist an manchen Stellen bis zu 40 Kilometer breit. Genutzt wird der Karibasee vor allem für die Stromerzeugung für beide Länder, aber auch für Fischerei und Tourismus.