Jürgen Klopp besucht Eintracht Frankfurt: Bizeps-Vergleich mit Can Uzun
StartseiteEintrachtStand: 03.09.2026, 13:39 UhrKommentareUns auf Google folgen...Muskelspiele des Bundestrainers mit Can Uzun... © imagoDer Bundestrainer hat sich am Mittwoch im Frankfurter Stadtwald mehrere DF...
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Stand: 03.09.2026, 13:39 Uhr
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Der Bundestrainer hat sich am Mittwoch im Frankfurter Stadtwald mehrere DFB-Kandidaten angeschaut. Dabei kam es sogar zu einem Bizeps-Vergleich mit dem türkischen Nationalspieler.
Wenn sich der nicht mehr ganz so neue Bundestrainer die Ehre gibt, können die Augen schon mal größer werden. Passiert ja nicht alle Tage, dass jener Mann höchstpersönlich bei der Ballarbeit zuschaut, der Fußball-Deutschland aus der Lethargie reißen und die letzten WM-traumatischen Schwingungen beseitigen soll. So geschehen am Mittwochvormittag im Frankfurter Stadtwald, diesmal Ziel der Klopp‘schen Trainingstour durch die Republik. Und Jürgen Klopp brachte gute Laune mit, setzte sein breitestes Zahnpastalächeln auf. Da wurde geplaudert und geflachst, zwischen früherem Eintracht-Amateurspieler und heutigen Profis.

So ein Stimmungsaufheller kann nicht schaden, nach der ernüchternd-enttäuschenden Transferperiode, vor dem Heimauftakt in der Liga, am Sonntag (17.30 Uhr) gegen den FC Augsburg. Klopp ließ sogar die Muskeln spielen. Kleiner Bizeps-Vergleich mit Can Uzun, Ausgang offen. Den türkischen Nationalspieler wird der Bundestrainer, Menschenfänger hin oder her, nicht mehr für die DFB-Elf gewinnen können. Dieser Zug ist abgefahren.
Atubolus neue Rolle
Auf selbigem wieder aufspringen wollen andere, die den Bundesadler schon mal auf der Brust trugen. Jonathan Burkardt etwa, so etwas wie die Lebensversicherung des ausgedünnten Frankfurter Angriffs. Was auf ähnliche Weise für Robin Koch in der Hintermannschaft gilt. Mario Götze war auch mittendrin, klar, man kennt sich länger. Eine Rückkehr des Rio-Weltmeisters ins Nationaltrikot ist freilich so gut wie ausgeschlossen. Dafür ist er trotz all seiner Erfahrung und Verdienste über den Zenit hinaus und an den Spieltagen selten mittendrin statt nur dabei.
Ganz anders als Noah Atubolu, neuestes Mitglied der Frankfurter Führungsachse, mit dem klaren Anspruch, sich über seinen neuen „sehr, sehr großen Verein“ wieder ins Rampenlicht zu spielen. In Klopps Blickfeld. Bei seiner Vorstellung im Proci-Camp machte der Keeper einen reflektierten und kämpferischen Eindruck. Da brennt einer nach einer schwierigen Zeit, in der Dinge passierten, „die so nicht gehen“ – Stichwort Beraterwechsel – auf seine neue Rolle. Eine, in die er schnellstmöglich hineinwachsen will und muss, mit deutlich mehr Verantwortung als zu Freiburger Zeiten. Und das mit nur 24 Jahren, womit Atubolu tatsächlich zur älteren Garde im Eintracht-Trikot zählt. Kein Matthias Ginter oder Vincenzo Grifo an seiner Seite, dafür viele Talente, die noch reifen müssen. Die einen starken Rückhalt und Stabilisator gut gebrauchen können.
So gesehen und erlebt beim Auftakt an der Alten Försterei. Dass es dort trotz spielerischer Überlegenheit und 3:1-Führung insgesamt dreimal in seinem Kasten einschlug, hat Atubolu natürlich gewurmt, erklärt sich für ihn aber auch mit der mangelnden Erfahrung und Eingespieltheit. Neben Koch bildeten Keita Kosugi, Elias Baum und Jeremiaha Maluze die Viererkette. Ein Trio mit bis dato wenig bis gar keiner Bundesligaerfahrung. Wobei gerade das sehr ansprechende Debüt von Maluze im Sog des späten Nackenschlags etwas unterging. Der 21-Jährige, kurz vorher mit einem Profivertrag ausgestattet, agierte sehr konzentriert, gewann 17 seiner 18 Zweikämpfe. In der Luft ist der 1,93-Meter-Hüne ohnehin kaum zu knacken. Dazu bringt Maluze, eine der positiven Entdeckungen aus der Vorbereitung, die nötige Unbekümmertheit mit. Vergangene Saison kickte er noch in der Hessenliga, pendelt zwischen Reserve- und Erstligateam. Zwischen zwei Welten.
Maluze vor Otavio
„Wenn du gegen Johnny, Can oder Ansgar spielst, ist das etwas komplett anderes“, sagt Maluze. „Ich muss immer 110 Prozent geben, sonst machen die mich nass. Deswegen ist das sehr anstrengend, auch für den Kopf.“ Sein Vorteil: Selbigen macht er sich nicht groß, genießt jede Einsatzminute, ob 4. Liga oder Oberhaus, ob die Gegner Aalen oder Walldorf, Dortmund oder Bayern heißen. Am Sonntag heißt er Augsburg und Maluze wird sehr wahrscheinlich wieder dem Profikader angehören. Was nicht nur daran liegt, dass die U21 schon am Freitagabend im Einsatz ist, sondern an seinen Leistungen und dem Engpass in der Hintermannschaft. Nnamdi Collins ist noch unpässlich. Zudem hat Maluze derzeit gegenüber dem Brasilianer Otavio die Nase vorn. Im Normalfall dürfte Neuzugang Lilian Brassier neben Koch verteidigen, hat dann aber erst wenige Trainingseinheiten bestritten. Zumindest ein Kurzeinsatz könnte also drin sein für Maluze.
Da ist ihm Kumpel Younes Ebnoutalib schon ein paar Schritte voraus. Nach dem Dreierpack von Berlin-Köpenick sowieso. So einen Moment vergisst ein Jungprofi nicht so schnell, erst recht nicht ein waschechter Frankfurter Bub. Hat natürlich die Runde gemacht, auch bis zum Bundestrainer. Der unterhielt sich am Rande des Trainings recht lange mit Ebnoutalib. Ob es da schon um höhere Aufgaben ging? Eile wäre geboten, der 22-Jährige dürfte auch für Marokkos Nationalelf auflaufen, spielte dort einst in der U15-Auswahl. Man kann ja mal vorfühlen.