„Gut genug“ statt Optimierungswahn: Gen Z dreht den Maxxing-Trend um – was Psychologen dazu sagen

wa.deWeltJahrelang alles optimiert, jetzt reicht es der Gen Z – ein „Maxxing“-Trend kippt gerade massivStand: 19.08.2026, 14:29 UhrKommentareUns auf Google folgenGen Z dreht den Spieß um: Statt Looksmaxxing und...

  • 3 min read
„Gut genug“ statt Optimierungswahn: Gen Z dreht den Maxxing-Trend um – was Psychologen dazu sagen

Jahrelang alles optimiert, jetzt reicht es der Gen Z – ein „Maxxing“-Trend kippt gerade massiv

Stand: 19.08.2026, 14:29 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Gen Z dreht den Spieß um: Statt Looksmaxxing und Mewing liegt 2026 „Half-Assing“ im Trend – und das hat sogar psychologische Vorteile.

Maxxer hatten ihren Moment des Ruhms. Nun sind es die Anti-Maxxer, die das Sagen haben, indem sie im Jahr 2026 ein radikales Konzept für sich entdecken: gut genug zu sein. Nach einem Jahrzehnt, in dem sie von Hyper-Optimierungs-Trends wie „Looksmaxxing“, „Mewing“ und „Bonesmashing“ mitgerissen wurden, deutet die neue Debatte rund um Selbstverbesserung darauf hin, dass sich die Stimmung gewandelt hat.

Content-Partnerschaft

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com.

Daten der Audience-Intelligence-Plattform Pulsar zeigen, dass Anti-Maxxing-Gespräche und entsprechende Trends wie das sogenannte „Whimsy-Maxxing“ oder „Half-Assing“ in den vergangenen sechs Monaten um das Fünfzehnfache zugenommen haben, während die „Pro-Maxxing“-Diskurse um 19 Prozent zurückgegangen sind. Ein Beitrag von @addietheoptimist aus dem Januar, der Menschen dazu ermutigt, „Half-Assing“ zu akzeptieren, hat allein auf Instagram beeindruckende 464.000 Likes und fast 17.000 Shares gesammelt.

Lächelnde Frau, die mit Handy und Kopfhörern auf dem Sofa liegt

Social-Media-Trends im Wandel: Immer mehr wenden sich gegen Maxxing (Symboldbild). © IMAGO / Westend61

„Das Volumen von ‚Pro-Maxxing‘ wächst weiter, aber ‚Counter-Maxxing‘ wächst noch schneller – und hat es inzwischen überholt“, sagte Dahye Lee, Innovation Lead bei Pulsar, gegenüber Newsweek. „Counter-Maxxing“ feiert Verspieltheit und Unkonventionalität, wobei verwandte Trends wie „Cosymaxxing“ oder „Nonnamaxxing“ auf Freude und mehr Genuss im Alltag setzen und sich gegen die Vorstellung wenden, dass jeder Aspekt des Selbst optimiert werden müsse, erklärt Lee.

Gegenbewegung zum Optimierungsdruck

Gen-Z-Expertin Hana Ben-Shabat stimmt dem zu und betont, dass Anti-Maxxing-Trends wie „Lazy Girl“ und „Good Enough“ selbstironische, selbstabwertende Töne anschlagen, was zusätzlich darauf hinweist, dass extreme Formen des Maxxing ihren Status als Ideal eindeutig eingebüßt haben. Ist Maxxing damit offiziell tot? Nicht ganz. Die Daten von Pulsar legen nahe, dass Menschen „Counter-Maxxing“ eher als alternative Erzählung annehmen, als toxisches Maxxing vollständig abzulehnen.

Während sich das Phänomen weiter wandelt – der jüngste „Solo-Maxxing“-Trend ist eine weitere Ausprägung davon – lehnt die Gen Z Selbstoptimierung ab, wenn sie unerbittlich, sichtbar, teuer und allumfassend sein soll. Ein Großteil der Debatte spiegelt folgerichtig eine breitere Erschöpfung angesichts des Drucks wider, jeden Aspekt seines Lebens optimieren zu müssen. „Wenn das Ziel von Maxxing darin besteht, sich besser zu fühlen, man sich am Ende aber ausgelaugt und erschöpft fühlt, dann verfehlt Maxxing seinen eigenen Zweck“, betont Ben-Shabat.

„Gut genug“ statt unerreichbares Ideal: Gen Z kehrt vom Maxxing ab

„Selbstverbesserung hat für die Gen Z weiterhin Priorität, allerdings mit einem schärferen Fokus auf den Ertrag im Verhältnis zum Aufwand.“ Zudem betont die Psychotherapeutin Claire Law, Forschungsergebnisse deuteten darauf hin, dass „Anti-Maxxing“-Trends psychologische Flexibilität fördern, eine Eigenschaft, die in direktem Zusammenhang mit psychischer Gesundheit und Wohlbefinden steht. Dies stellte sie im Gespräch mit Newsweek der Selbstdiskrepanz-Theorie gegenüber, der zufolge eine größere Kluft zwischen dem realen und dem idealisierten Selbst zu mehr Frustration und Unzufriedenheit führt.

„‚Gut genug‘ und ähnliche Trends helfen auf diese Weise jungen Menschen, sich von dem Druck zu befreien, der durch das ständige Hinterherjagen eines unmöglichen Ideals entsteht“, sagt Law.