Vorbild USA: Hier sollen Krokodile bald Gefängnisinsassen bewachen

Nach US-amerikanischem Vorbild Israel will Krokodile in Gefängnissen einsetzenAktualisiert am 18.07.2026 - 11:35 UhrLesedauer: 2 Min.Krokodile als Gefängniswächter? Die umstrittene Neueinstufung der Raubtiere i...

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Vorbild USA: Hier sollen Krokodile bald Gefängnisinsassen bewachen

Nach US-amerikanischem Vorbild

Israel will Krokodile in Gefängnissen einsetzen


Aktualisiert am 18.07.2026 - 11:35 UhrLesedauer: 2 Min.

Krokodile als Gefängniswächter? Die umstrittene Neueinstufung der Raubtiere in Israel soll den Weg dafür frei machen.

Israels Umweltministerin Idit Silman hat den rechtlichen Status von Nilkrokodilen geändert und damit womöglich den Weg dafür geebnet, die Reptilien im Strafvollzug einzusetzen. Wie das Nachrichtenportal "Ynet" und die "Jerusalem Post" berichten, erklärte Silman das Nilkrokodil zu einem "gezüchteten Wildtier". Durch diese Neueinstufung sollen Sicherheitsbehörden grundsätzlich eine Genehmigung erhalten können, die Tiere zu halten.

Konkret geht es Berichten zufolge darum, Wassergräben rund um ein Gefängnis mit palästinensischen Sicherheitshäftlingen mit den Reptilien zu besetzen. Andere Krokodilarten hatten die Einstufung als gezüchtetes Wildtier zuvor bereits erhalten – allerdings, um eine kommerzielle Zucht wegen ihrer Häute zu ermöglichen.

Krokodile sollen in Wüstengefängnis eingesetzt werden

Der Vorstoß geht auf den rechtsextremen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir zurück. Laut "Times of Israel" schlug er den Einsatz erstmals im Dezember 2025 in einer Sitzung mit dem Chef des Gefängnisdienstes vor. Ziel ist demnach zunächst das Ketziot-Gefängnis, eine große Hochsicherheitsanstalt in der Negev-Wüste im Süden des Landes. Dort sind unter anderem palästinensische Sicherheitshäftlinge sowie während des Gaza-Kriegs festgenommene Palästinenser inhaftiert. Bereits im Januar besichtigten Vertreter des Gefängnisdienstes laut "Times of Israel" eine Krokodilfarm im Norden Israels, um eine mögliche Beschaffung der Tiere zu prüfen.

Ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird, ist nach derzeitigem Stand offen. Sowohl der Rechtsberater des Umweltministeriums als auch die israelische Natur- und Parkbehörde hatten die Ministerin den Berichten zufolge vor dem Schritt gewarnt. Nach Angaben der Behörde dürfen solche Wildtiere nur zu Bildungs-, Forschungs- und Aufklärungszwecken gehalten werden. Die Behörde will die Frage laut "Times of Israel" demnächst erneut in einer Sitzung ihres Plenums aufgreifen.

Silmans Entscheidung gilt zudem als rechtlich fragwürdig. Dem Bericht zufolge warnte der Rechtsberater des Ministeriums, die Ministerin habe keine Befugnis, einen solchen Einsatz im Alleingang vorzubereiten. Silman entschied sich dennoch für die Änderung.

Ein Vorbild aus den USA

Auch praktische Bedenken stehen im Raum: In der Vergangenheit habe die Zucht von Krokodilen in Israel zu zahlreichen Problemen geführt, heißt es im Bericht der "Times of Israel". Unter anderem seien Tiere aus ihren Gehegen entkommen oder hätten Menschen angegriffen.