Easyjet-Übernahme: Apollo siegt im Bieterrennen
Zwei Finanzinvestoren haben um die Übernahme des Billigfliegers Easyjet gebuhlt. Nun zieht sich einer zurück. Mitbieter Apollo ist praktisch am Ziel – und hat einen prominenten Unterstützer.
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Das Bieterrennen um den britischen Billigflieger Easyjet ist beendet. Der Finanzinvestor Apollo und die Easyjet-Führung haben eine Übereinkunft erzielt, dass Apollo die Fluggesellschaft für 5,7 Milliarden Pfund (6,7 Milliarden Euro) übernehmen soll. Zuvor hatte sich der rivalisierende Bieter, der Finanzinvestor Castlelake, zurückgezogen.
Castlelake teilte mit, seine letzte Offerte über 5,5 Milliarden Pfund nicht mehr zu erhöhen. Damit wurde der Weg für Apollo frei. In einer gemeinsamen Mitteilung mit der Fluggesellschaft erklärte Castlelake am Donnerstag, man wisse den konstruktiven Austausch mit dem Verwaltungsrat und dem Management von Easyjet sehr zu schätzen und danke für die Prüfung der potentiellen Transaktion.
Apollo ist damit nahezu am Ziel, im Zuge einer Übernahme Easyjet von der Börse zu nehmen. Den Anteilseignern wird ein Barangebot von 7,15 Pfund je Aktie unterbreitet. Der Aktienkurs hatte sich im Zuge des Bieterstreits mehr als verdoppelt, die Offerte bedeutet aber weiterhin einen Aufschlag auf den Kurs vom Donnerstagnachmittag.
Bieterrennen sorgte für Aufsehen
Einen Fürsprecher hat der Investor im größten Einzelaktionär gefunden: dem Easyjet-Gründer Stelios Haji-Ioannou. „Nach sorgfältiger Prüfung des Angebots von Apollo haben meine Familie und ich beschlossen, die vom Easyjet-Vorstand empfohlene Übernahme zu unterstützen“, erklärte Haji-Ioannou. Wie seine künftige Rolle aussehen wird, ist dabei noch offen, denn er erklärte weiter: „Meine Familie und ich beabsichtigen, auch im nächsten Kapitel der Unternehmensgeschichte als langfristige Großaktionäre von Easyjet investiert zu bleiben.“
Das Bieterrennen um Easyjet hatte in Europas Luftfahrt für Aufsehen gesorgt. Zuerst lag die Offerte von Castlelake vor, viermal wurde sie aufgestockt. Dem Investor wurde nachgesagt, er wolle die Fluggesellschaft zerlegen und Teile gewinnbringend weiter veräußern. Die Zerschlagung hätte die Kräfteverhältnisse in der Branche verändern können. Aktuell ist sie durch die drei Konzerne Lufthansa, Air France-KLM und IAG mit den Kernmarken British Airways und Iberia, sowie die drei Billigfluganbieter Ryanair, Easyjet und Wizzair geprägt.
Ohne Easyjet hätte Ryanair seine Stellung als passagierreichste Gesellschaft Europas ausbauen können. Die Lufthansa hatte öffentlich kein Interesse an Easyjet gezeigt. Vorstandschef Carsten Spohr sagte zu Beginn der Woche noch, dass man die interessantesten Teile von Easyjet aus Wettbewerbsgründen wohl sowieso nicht übernehmen könnte. Lufthansa dürfte nun aber die Sorge los sein, dass Castlelake mit Air France-KLM paktieren könnte und letztlich wesentliche Teile von Easyjet bei dem französisch-niederländischen Konkurrenten landen könnten. Bei der Übernahme der skandinavischen Gesellschaft SAS hatten der Konzern und der Investor schon zusammengearbeitet.
Apollo war dagegen mit der Aussage angetreten, Europas zweitgrößten Billigflieger nach Ryanair als Einheit erhalten zu wollen. Das bekräftigte der Investor am Donnerstag: Man sei der Ansicht, dass zusätzliche Investitionen und ein gezielter Fokus weiteres Wachstum ermöglichten. Angesichts aktueller Unsicherheiten an den Märkten sei man aber überzeugt, dass die nächste Wachstums- und Entwicklungsphase für Easyjet am besten mit einer Eigentümerstruktur außerhalb der Börse gelingen würde – welche den Zugang zu zusätzlichem Kapital erleichtern würde. Apollo ist schon bei der amerikanischen Airline Sun Country, bei Aeroméxico und beim Frachtflieger Atlas Air investiert.
Haji-Ioannou sagte, er begrüße die strategischen Pläne, die auf weiteres Wachstum für Easyjet zielten. Er hatte die Gesellschaft 1994 gegründet und 2000 an die Börse gebracht, um eine größere Flottenerweiterung finanzieren zu können. Easyjet ist von ursprünglich 19 auf zuletzt 356 Flugzeuge gewachsen.