Intervallfasten verbessert laut Studie Gedächtnis und Problemlösen – doch Forschende bremsen Erwartungen

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Intervallfasten verbessert laut Studie Gedächtnis und Problemlösen – doch Forschende bremsen Erwartungen

Intervallfasten: Wie eine Essenspause am Abend das Gehirn schützen kann

Stand: 30.07.2026, 12:59 Uhr

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Ein Mann mit einem Teller in der Hand sieht auf seine Uhr

Intervallfasten (Symbolbild). © Christin Klose/dpa-tmn

Eine aktuelle Studie legt nahe, dass zeitlich begrenztes Essen die Gehirnfunktion positiv beeinflussen könnte.

Washington – Forschende präsentierten diese Woche vorläufige Ergebnisse, die darauf hinweisen, dass eine Verengung des täglichen Essensfensters sowie das Meiden von Mahlzeiten spät in der Nacht bestimmte Aspekte der kognitiven Leistungsfähigkeit bei älteren Erwachsenen verbessern könnten. Die Ergebnisse wurden auf der Konferenz Nutrition 2026 der American Society for Nutrition in Maryland vorgestellt, wie Israel Hayom berichtete.

Zeitlich begrenztes Essen

Die randomisierte Studie umfasste 47 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren. Alle Teilnehmerinnen wurden angewiesen, ihre tägliche Kalorienaufnahme über einen Zeitraum von sechs Monaten um 500 Kalorien zu reduzieren. Von diesen sollten 26 Frauen alle Mahlzeiten innerhalb eines etwa neun Stunden dauernden Essensfensters einnehmen, ungefähr von 10 Uhr bis 19 Uhr, während die andere Gruppe die Nahrungsaufnahme über zwölf Stunden verteilte, berichtete Israel Hayom.

Beide Gruppen verloren im Studienverlauf eine ähnliche Menge an Gewicht, durchschnittlich rund sieben Kilogramm. Frauen, die ihre Nahrungsaufnahme auf etwa neun Stunden pro Tag beschränkten und das Essen mindestens vier Stunden vor dem Schlafengehen beendeten, zeigten jedoch bessere Leistungen in Tests zur räumlichen Planung und Problemlösung.

Außerdem machten sie bei Lern- und Gedächtnisaufgaben leichter weniger Fehler als Gleichaltrige, die über einen längeren Zeitraum aßen, berichtete Israel Hayom. Die Untersuchung konzentrierte sich auf Frauen nach der Menopause mit Übergewicht oder Adipositas, einer Gruppe mit erhöhtem Risiko für altersbedingten kognitiven Abbau.

Leichte Verbesserungen

Studienleiterin Prof. Sue Shapses, Ernährungswissenschaftlerin an der Rutgers University in New Jersey, bezeichnete die kognitiven Verbesserungen als „Bescheiden“. Sie ergänzte, die Daten zeigten, dass zeitlich begrenztes Essen die Fähigkeit fördern könne, Informationen für tägliche Aufgaben besser zu behalten, und Fehler reduzieren könne, die mit Gedächtnis, Aufmerksamkeit sowie Problemlösung zusammenhängen. Die Forschenden planen Folgestudien, um zu untersuchen, warum das Timing des Essens über die reine Kalorienreduktion hinaus eine Rolle spielen könnte. Sie verwiesen dabei auf ein mögliches „Komplexes Zusammenspiel zwischen der zirkadianen Uhr, dem Stoffwechsel und Entzündungsprozessen“, wie Israel Hayom weiter berichtete.

Externe Experten rieten zu Vorsicht bei vorschnellen Schlussfolgerungen. Prof. Wendy Hall, Leiterin der Ernährungswissenschaften am King’s College London und nicht an der Studie beteiligt, erklärte, das Vermeiden von späten Abendmahlzeiten sei ein plausibler Ansatz zur Unterstützung der kognitiven Gesundheit. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass die Ergebnisse vorläufig seien und noch zu früh, um festzustellen, ob die beobachteten Verbesserungen direkt mit dem Ernährungszeitplan zusammenhängen oder klinisch bedeutsam sind.

Todesursache Demenz

Die Ergebnisse liegen vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über Demenz vor, die weltweit die siebthäufigste Todesursache darstellt und jährlich nahezu zwei Millionen Todesfälle verursacht. Adipositas im mittleren Lebensalter ist mit einem etwa 30 Prozent höheren Risiko für spätere Demenzerkrankungen verbunden. Der parallele Gewichtsverlust in den Studiengruppen deutet jedoch darauf hin, dass das Essens-Timing unabhängig von der Kalorienzufuhr kognitive Unterschiede beeinflussen könnte, wie Israel Hayom kommentierte.

Mögliche Mechanismen

Als mögliche Mechanismen wurden zusammen mit den Ergebnissen eine verringerte Entzündung, verbesserte Blutzucker- und Insulinreaktionen, stärkere Stoffwechselgesundheit und eine bessere Ausrichtung der zirkadianen Rhythmen genannt, wenn die Nahrungsaufnahme drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen endet, berichtete The Irish News. Ein verlängertes nächtliches Fasten kann den Körper zudem dazu verlagern, Fettreserven zu nutzen und Ketone zu produzieren, eine Energiequelle, die als besonders vorteilhaft für das Gehirn beschrieben wird, so das Medium. (Redaktion)