Nach massivem Aufschrei von Nutzern: Meta stoppt umstrittene KI-Funktion
StartseiteWeltInstagram-Nutzer erzwingen Rückzug: Meta schaltet umstrittenes KI-Bildtool nach Tagen abStand: 13.07.2026, 15:01 UhrKommentareUns auf Google folgenMeta hat sein neues KI-Tool Muse Image nur wenige...
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Instagram-Nutzer erzwingen Rückzug: Meta schaltet umstrittenes KI-Bildtool nach Tagen ab
Stand: 13.07.2026, 15:01 Uhr
Meta hat sein neues KI-Tool Muse Image nur wenige Tage nach dem Start wieder gestoppt, nachdem es auf heftigen Widerstand gestoßen war.
New York – Meta hat am Freitag (10. Juli) eine umstrittene neue Funktion für Künstliche Intelligenz (KI) nur wenige Tage nach deren Einführung wieder abgeschaltet. Zuvor hatte es massiven Gegenwind von Nutzerinnen und Nutzern, Gewerkschaften und großen Hollywood-Talentagenturen wegen Bedenken zum Schutz der Privatsphäre und zu Persönlichkeitsrechten gegeben.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com
Das Tool mit dem Namen Muse Image ermöglichte es, mithilfe öffentlich zugänglicher Instagram-Konten KI-Bilder von Personen zu erzeugen und zu bearbeiten. Entwickelt von Meta Superintelligence Labs, war die Funktion in den Meta-AI-Chatbot integriert und wurde am Dienstag als ein „kreativer Partner, der deine Welt kennt“ vorgestellt.

Am Freitagnachmittag vollzog der Techkonzern jedoch eine Kehrtwende, nachdem es zu einem schnellen und weit verbreiteten öffentlichen Aufschrei gekommen war.
Meta räumt Fehler ein und zieht Funktion zurück
„Wir haben das Feedback gehört, dass diese Funktion das Ziel verfehlt hat, daher ist sie nicht mehr verfügbar“, teilte Meta in einer Erklärung mit. „Unsere Absicht war es, ein nützliches Kreativwerkzeug bereitzustellen und den Menschen die Kontrolle darüber zu geben, ob ihre öffentlichen Inhalte auf diese Weise referenziert werden können.“
Im Mittelpunkt der Kontroverse stand Metas „Opt-out“-Regelung. Die Funktion wurde automatisch auf alle öffentlichen Instagram-Konten von Nutzerinnen und Nutzern über 18 Jahren angewendet. Um zu verhindern, dass ihre Fotos als Trainingsdaten für KI genutzt oder von anderen verwendet und manipuliert werden, mussten Erwachsene die Funktion manuell in ihren Einstellungen deaktivieren. Konten von Minderjährigen sowie private Konten waren standardmäßig ausgenommen.
Die Regelung löste sofort scharfe Kritik aus der Unterhaltungsbranche aus, die seit Längerem in Auseinandersetzungen mit Techunternehmen über geistiges Eigentum und KI verstrickt ist.
Hollywood verurteilt automatische Nutzung von Bildern
Die Agentur Creative Artists Agency (CAA), die zahlreiche A-Prominente wie Zendaya, Tom Cruise und Meryl Streep vertritt, warnte vor Urheberrechtsrisiken und forderte Meta auf, die Funktion so zu ändern, dass Nutzerinnen und Nutzer standardmäßig ausgenommen sind.
„Niemandes Name, Bild, Abbild, Stimme oder kreatives Werk sollte von Dritten, einschließlich KI-Modellen, ohne klare, dokumentierte Zustimmung genutzt werden“, erklärte die CAA in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme.
SAG-AFTRA, die Gewerkschaft, die besonders von Technologie betroffene Darstellerinnen und Darsteller sowie Hollywood-Schauspielerinnen und -Schauspieler vertritt, schlug ebenfalls Alarm. Sie rief ihre Mitglieder und die Öffentlichkeit dazu auf, „Maßnahmen zum Schutz eures Abbilds“ zu ergreifen, indem sie die Funktion deaktivieren.
Viralem Widerstand folgt schnelles Aus für Muse Image
Der Widerstand gegen das Tool verbreitete sich rasch viral auf Metas eigenen Plattformen. Prominente Creators und Stars nutzten ihre Feeds und Storys, um Follower vor der voreingestellten Aktivierung der Funktion zu warnen.
Ein Video des Content-Creators Barrett Pall, in dem Schritt für Schritt erklärt wurde, wie man die Funktion deaktiviert, erzielte auf Instagram Reels mehr als 1,5 Millionen Aufrufe. Auch Schauspielerin Hannah Einbinder veröffentlichte Inhalte, in denen sie das Tool kritisierte.
Offene Fragen zu Einwilligung und Datenschutz
Der schnelle Rückzug von Muse Image unterstreicht die zunehmende Kontrolle, der große Techkonzerne ausgesetzt sind, während sie im Wettlauf um verbrauchernahe generative KI-Tools stehen.
Die öffentliche Sorge geht inzwischen über digitale Urheberrechte hinaus und umfasst auch die breiteren Umweltauswirkungen von KI, insbesondere den hohen Energie- und Wasserverbrauch der Rechenzentren, die zum Betrieb dieser Modelle erforderlich sind.
Auch wenn Meta das Tool vollständig deaktiviert hat, wirft das rasche Scheitern von Muse Image Fragen dazu auf, wie der KI-Bereich des Unternehmens künftig mit Nutzereinwilligungen und Datenschutz bei der Einführung neuer Produkte umgehen wird.