Initiatorin des City-Entscheids in Frankfurt: „Wir müssen den Verkehrsraum endlich fair aufteilen“

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Initiatorin des City-Entscheids in Frankfurt: „Wir müssen den Verkehrsraum endlich fair aufteilen“

Stand: 07.08.2026, 17:34 Uhr

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Immer mehr Radverkehr auf der Gass' - wie soll das funktionieren? Beatrix Baltabol, Stadtplanerin und Rad-Entscheid-Initiatorin.

Beatrix Baltabol wünscht sich eine Innenstadt mit wenig Autoverkehr. © Enrico Sauda

Eine Gruppe um die Stadtplanerin Beatrix Baltabol fordert den City-Entscheid – eine Abstimmung über Autoverkehr in der Innenstadt.

Das Bürgerbegehren Radentscheid Frankfurt sorgte 2018 für Aufsehen. Zwar gab es aus juristischen Gründen keine Abstimmung über die Forderung nach mehr Platz und sicheren Wegen für Radfahrerinnen und Radfahrer. Vieles, was die Initiative erreichen wollte, fand aber Eingang in den Koalitionsvertrag und wurde mittlerweile umgesetzt. Nun plant der Radentscheid ein neues Bürgerbegehren: den City-Entscheid. Ziel ist es, den Autoverkehr in der Innenstadt deutlich zu reduzieren und mehr Grünflächen zu schaffen, wie Beatrix Baltabol berichtet. Sie zählt zu den Initiator:innen des City-Entscheids.

Frau Baltabol, auch viele Grüne sagen, dass Frankfurt auf einem guten Weg zur Fahrradstadt sei, viele Autofahrerinnen und Autofahrer kritisieren bereits jetzt die Verkehrspolitik. Braucht es noch einen City-Entscheid?

Ja, denn unser Ziel ist es nicht, Autofahrerinnen und Autofahrer zu gängeln. Aber wir müssen den Verkehrsraum endlich fair aufteilen. In vielen Frankfurter Straßen wird so geparkt, dass die gesetzlich vorgeschriebene Mindestbreite der Gehwege nicht mehr eingehalten wird. Auch die Feuerwehr hätte im Ernstfall Probleme, mit Leitern an die Häuser zu kommen. Ich verstehe, wenn sich Leute ärgern, dass womöglich ihr Parkplatz wegfällt. Aber ich sehe keine Alternative zu einer anderen Stadtplanung.

Zur Person

Beatrix Baltabol zählte seit 2018 zum Kernteam des Radentscheids. Die 56 Jahre alte Architektin und Stadtplanerin war unter anderem Kinderbeauftragte für das Ostend.

Der City-Entscheid trifft sich erstmals am Samstag, 15. August, um 17 Uhr im Saalbau Dornbusch, Eschersheimer Landstraße 248.

Auch wegen des Klimaschutzes vermutlich …

Gerade deswegen. Wir erleben erneut einen brutal heißen Sommer. Darauf muss eine Stadt reagieren. Es kann doch nicht sein, dass Menschen in ihren Dachgeschosswohnungen schier zugrundegehen, und gleichzeitig lassen wir in der Innenstadt immensen Parkplatzsuchverkehr und Autoposing zu.

Werden die Sommer kälter, wenn Frankfurt seine Innenstadt für Autos sperrt?

Das Leben in der Stadt wird deutlich angenehmer, wenn etwa wegfallende Parkplätze durch Grünflächen ersetzt werden. Das hat durchaus einen Effekt. Außerdem wollen wir die Frankfurter Innenstadt nicht für Autos sperren. Wir wollen dafür sorgen, dass diejenigen, die wirklich aufs Auto angewiesen sind, dort auch fahren können und Parkplätze finden. Und für alle anderen müssen die Voraussetzungen, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen, deutlich besser werden. Dazu zählen etwa sichere Radwege, da gibt es immer noch Nachholbedarf.

Wie geht es weiter? Um einen Bürgerentscheid zu erreichen, werden Sie etwa 15.000 Unterschriften sammeln müssen.

Ja, aber so weit sind wir noch längst nicht. Ein Bürgerbegehren hat in Hessen enorm hohe Hürden. Da geht es etwa darum, die Forderungen sehr konkret zu benennen und auch ein Konzept zur Finanzierung aufzustellen. Wir benötigen auch die Beratung von Anwälten. Anders als beim Radentscheid soll es diesmal wirklich eine Abstimmung über unsere Ziele geben. Wir wollen wissen, ob die Frankfurter:innen eine andere Stadtplanung erwarten. Und wir sind noch in der Phase, in der wir unsere Forderungen benennen. Wir sammeln noch Ideen und wollen Vorschläge diskutieren. Deshalb gibt es am 15. August erst einmal unser Auftakttreffen.