In über 30 Metern Höhe: Nächtliche Klettertour mit 1,2 Promille könnte teuer werden

wa.deHammStand: 03.08.2026, 18:30 UhrKommentareUns auf Google folgenMit Leichtsinn in luftige Höhen: Die 19-Jährige wurde von einem Höhenretter sicher zu Boden gebracht. © Max LametzBetrunkene Kletterpartie auf...

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In über 30 Metern Höhe: Nächtliche Klettertour mit 1,2 Promille könnte teuer werden

Stand: 03.08.2026, 18:30 Uhr

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Jugendliche auf Baukran Schwarzer Weg Feuerwehr Rettung

Mit Leichtsinn in luftige Höhen: Die 19-Jährige wurde von einem Höhenretter sicher zu Boden gebracht. © Max Lametz

Betrunkene Kletterpartie auf einen Baukran: Eine 19-Jährige hat aus über 30 Metern Höhe selbst die Feuerwehr gerufen und wurde gerettet. Die Stadt prüft jetzt eine Rückforderung der Einsatzkosten.

Hamm – Abenteuerspielplatz Baustelle: Mit Abenteuerlust und Leichtsinn hatte eine 19-jährige Hammerin in der Nacht zu Sonntag, 2. August, einen Feuerwehr- und Polizeieinsatz auf der Baustelle des Trägerhauses („Respekthaus“) heraufbeschworen. Es war nicht das erste Mal, dass die junge Frau bei der Polizei auffällig wurde.

Den Aufstieg bis in die Führerkabine des Baukrans hatte die fast 20-Jährige noch geschafft, der Abstieg aus über 30 Meter Höhe flößte ihr dann aber wohl ordentlich Respekt ein. Glücklicherweise verleiteten die 1,2 Promille, die die Polizei später bei einem Atemalkoholtest feststellte, nicht auch noch zu einer Extraportion Leichtsinn, selbst den Abstieg zu wagen.

1,2 Promille im Verkehr eine Straftat

1,2 Promille – das hätte im Straßenverkehr absolute Fahruntauglichkeit und den Einzug des Führerscheins bedeutet. Das Vergehen wäre nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat gewertet worden.

Laut Polizei wählte die junge Frau gegen 2.30 Uhr selbst den Notruf der Feuerwehr. Diese befreite die 19-Jährige schließlich mit einem Höhenrettungsteam und per Drehleiter aus der vor ihr heraufbeschworenen Gefahrenlage. Verletzt wurde bei der Aktion niemand. Ein Notarzt war vor Ort und stellte den Gesundheitszustand der Frau fest.

Frau war schon mehrfach aufgefallen

Die Polizei schrieb eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. Wegen des gleichen Delikts und wegen anderer Vorfälle war die 19-Jährige in der Vergangenheit bereits mehrmals aktenkundig geworden. Nach dem Erstellen der Anzeige konnte die Frau den Heimweg antreten. Zu weiteren eventuell beteiligten Personen gab es am Montag keine polizeilichen Erkenntnisse.

Der nächtliche Höhenflug könnte die Frau möglicherweise teuer zu stehen kommen. Nach Paragraf 52 BHKG (Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz) könne die Stadt die Kosten den Verursachern in Rechnung stellen, wenn der Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt worden sei, teilte ein Sprecher auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Die Stadt prüfe derzeit, ob sie Regressforderungen geltend machen könne. Die Kosten des Rettungseinsatzes ließen sich aktuell noch nicht genau beziffern.

„Nie zu 100 Prozent zu verhindern“

Die Baustelle sei durch einen zwei Meter hohen Bauzaun geschützt, was nach Auffassung der Stadt auch ausreichend sei. Zudem prüfe die Stadt, ob sich der Zugang zum Baukran erschweren lasse. „Klar ist aber auch: Wenn sich Unbefugte Zutritt zur Baustelle verschaffen wollen, dann werden wir das nie zu 100 Prozent verhindern können“, so der Sprecher.