Verpanscht künstliche Intelligenz unser Bier? - Brauereibesichtigung in Kreuztal

Im Campus Buschhütten, eine moderne Firmenhalle, steht eine kleine Theke mit Zapfhahn, dahinter ein Sudwerk, Gär- und Lagertanks. Die Forschungsbrauerei "Buschhütter Brauwerkstatt" hat zur Brauereibesichtigung ...

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Verpanscht künstliche Intelligenz unser Bier? - Brauereibesichtigung in Kreuztal

Im Campus Buschhütten, eine moderne Firmenhalle, steht eine kleine Theke mit Zapfhahn, dahinter ein Sudwerk, Gär- und Lagertanks. Die Forschungsbrauerei "Buschhütter Brauwerkstatt" hat zur Brauereibesichtigung eingeladen.

Erst mal wirkt alles ganz konventionell. Braumeister Armin Judas erklärt die Braukunst, es geht um die Inhaltstoffe eines Bieres nach dem Deutschen Reinheitsgebot, um kleine und große Brauereien, um Geschmäcker rund ums Bier. Doch einen entscheidenden Unterschied gibt es: In der "Brauwerkstatt" wird künstliche Intelligenz rund um das Bierbrauen eingesetzt.

Forschung rund ums Bier

Hinter dem KI-Bier aus Kreuztal steckt ein Forschungsprojekt der Universität Siegen. Ziel ist es, Zukunftstechnologien, wie eben KI, in die produzierende Industrie zu integrieren. Die Brauwerkstatt versteht sich als Schnittstelle zwischen traditioneller Braukunst und hochmoderner Industrie.

14 Unternehmen aus der Region, von Brauerei bis Fasshersteller, sind an dem Projekt beteiligt, um die Ergebnisse für sich nutzen und in Zukunft effizienter arbeiten zu können.

"Wir wollen den Braumeister nicht ersetzen." Philipp Nettesheim, Geschäftsführer Buschhütter Brauwerkstatt

"Gesammelt werden Beobachtungen, die Brauprozesse optimieren und nachhaltiger machen können", erklärt Geschäftsführer Philipp Nettesheim. Dabei werden neue Verfahren getestet, die beispielsweise den Energieverbrauch reduzieren sollen. Den Braumeister ersetzt die KI aber nicht: "Wir setzen keine KI im eigentlichen Brauprozess ein."

Bier soll nachhaltiger werden

Ein konkretes Beispiel ist die Reinigung der Anlagen. Weil es um Lebensmittelherstellung geht und man dort höchste Standards ansetzt, werden die Anlagen oftmals übertrieben intensiv gereinigt. Das ist meist nicht ressourcenschonend. "Eine KI analysiert die Schwankungen der Verschmutzung, damit die Reininung passgenau durchgeführt werden kann", so Nettesheim. Das kann Energie, Mittel und Zeit einsparen und das Bierbrauen wirtschaftlicher machen.

Forschung zum Probieren: Buschhütter Landbier 

In Zukunft soll in der Brauwerkstatt getestet werden, inwieweit KI die Entwicklung von Rezepturen voran treiben kann. Dabei geht es vor allem um neue Sorten, die schneller den Geschmack der Kunden treffen sollen.

"KI als Unterstützung? Warum nicht!", sagt Judas. Schließlich verpanscht die KI das Bier auf diese Weise ja nicht. Der Braumeister sieht die Digitalisierung als Chance, nicht als Gefahr für sich und seine Branche.