Im Konflikt mit Saudi-Arabien: Huthis feuern wieder auf Hafenstadt im Jemen

Der Iran-Krieg hat sich inzwischen auf den Jemen ausgeweitet. Die von Teheran unterstützten Huthi-Rebellen attackieren erneut eine von der Regierung kontrollierte Hafenstadt. Der Angriff soll saudi-arabischen Stellungen gegolten haben.

  • 2 min read
Im Konflikt mit Saudi-Arabien: Huthis feuern wieder auf Hafenstadt im Jemen

Im Konflikt mit Saudi-ArabienHuthis feuern wieder auf Hafenstadt im Jemen

10.08.2026, 01:29 Uhr

00:00

/

02:40

Smoke-rises-during-Houthi-missile-and-drone-strikes-on-the-Red-Sea-port-city-of-Mocha-Yemen-August-9-2026-Picture-taken-with-a-mobile-phone
Die Stadt Mokka wird erneut Ziel von Huthi-Angriffen. (Foto: REUTERS)

Der Iran-Krieg hat sich inzwischen auf den Jemen ausgeweitet. Die von Teheran unterstützten Huthi-Rebellen attackieren erneut eine von der Regierung kontrollierte Hafenstadt. Der Angriff soll saudi-arabischen Stellungen gegolten haben.

Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben erneut die Hafenstadt Mokka an der Westküste des Landes angegriffen. Die Armee teilte am späten Abend auf X mit, die Huthi-Miliz habe ballistische Raketen und Drohnen auf ein Wohnviertel der Stadt geschossen. Die Luftabwehr habe einige Drohnen abgefangen. Mokka wird von der Regierung kontrolliert.

Bei einem Angriff der Miliz zuvor seien sieben Zivilisten und Militärangehörige getötet und weitere Menschen verletzt worden, teilte die Armee weiter mit. Auf Fernsehbildern eines von den Huthis kontrollierten Senders war der Start mehrerer ballistischer Raketen und Drohnen zu sehen. Huthi-Militärsprecher Jahja Sari erklärte auf Telegram, der Angriff habe saudi-arabischen Truppen und Waffenlagern in der Stadt gegolten. Mokka liegt nahe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab, die für die Schifffahrt den Eingang zum Roten Meer bildet. 

Waffenruhe im Jemen gilt faktisch nicht mehr

Die Huthis kontrollieren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa sowie Gebiete an der Grenze zu den saudiarabischen Provinzen am Roten Meer. Die von Teheran unterstützte Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither nach eigenen Angaben saudiarabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich angegriffen. Die Miliz zog den Jemen damit in den Iran-Krieg hinein.

In den vergangenen Tagen kamen bei den folgenschwersten Huthi-Angriffen seit Jahren im Jemen dutzende Menschen ums Leben. Die Bedrohung der Schifffahrt und saudiarabischer Ölanlagen erfolgt parallel zu Teherans weitgehender Blockade der für den Welthandel enorm wichtigen Straße von Hormus.

Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt seit 2015 die jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthis. Seit einer von der UNO vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und der Miliz weitgehend zum Erliegen gekommen. Nach den jüngsten gegenseitigen Angriffen ist diese faktische Feuerpause praktisch hinfällig. Der Bürgerkrieg im Jemen gilt als Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa