IHK: Geschäfte sind Begegnungsstätten

Die Industrie- und Handelskammer hat die Kampagne „Heimat shoppen" gestartet. IHK-Präsident Ulrich Caspar warnt: Ein Drittel der Kundschaft an der Schweizer Straße kommt von außerhalb – und braucht Parkplätze.

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IHK: Geschäfte sind Begegnungsstätten

Stand: 01.09.2026, 18:01 Uhr

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Frankfurt 01.09.2026PK / Pressetermin Kampagne Heimat Shoppen meets „Ich liebe Frankfurt“ : IHK-Frankfurt und die Gewerbevereine von Frankfurt, Frankfurt, im Bild: Wäsche Mode Köhler, Schweizer Str. 76, Anja Merscher (Inhaberin) in ihrem Ladengeschäft, Foto: Michael Schick, Blücherstr. 20, 65195 Wiesbaden (Tagespauschale)

Anja Merscher von Wäsche Mode Köhler sorgt sich um die Erreichbarkeit ihres Ladens. © Michael Schick

Die Industrie- und Handelskammer hat die Kampagne „Heimat shoppen" gestartet. IHK-Präsident Ulrich Caspar warnt: Ein Drittel der Kundschaft an der Schweizer Straße kommt von außerhalb – und braucht Parkplätze.

Der Nachbartisch greift das Motto gleich auf, allerdings leicht umgedeutet. „Heimat-Schoppen, mit S-C-H“, ruft er herüber. Und prostet dem IHK-Präsidenten Ulrich Caspar mit Apfelweingläsern freundlich zu. Der lächelt. Aber eigentlich schreibt sich der Kampagnentitel nur mit SH: „Heimat shoppen.“

Richtig, es geht darum, in inhabergeführten Fachgeschäften einkaufen zu gehen. Aber auch darum, in heimischen Lokalen einzukehren, also geht der Schoppen schon in Ordnung. Am Dienstag hat die Industrie- und Handelskammer die Kampagne gemeinsam mit dem Dachverband der Frankfurter Gewerbevereine beim Apfelwein Wagner in Frankfurt Sachsenhausen eröffnet. Mit Prominenz.

So macht Nils Kößler so etwas wie einen Antrittsbesuch. Seit Freitag ist der CDU-Mann im Amt als neuer Frankfurter Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent. Lokaler Handel und Gastronomie seien prägend für eine Stadt, findet er. „Die Menschen schätzen es, wenn sie vor Ort einkaufen und einkehren können.“ Es gelte, die Strukturen zu stützen und zu fördern. „Was einmal weg ist, kommt nicht wieder.“ Veränderungen seien zuweilen notwendig, findet Kößler zwar. Da müsse man aber die Betriebe vorab einbinden, damit solche Prozesse zusammen gestaltet werden könnten. „Nur dann kann man erfolgreich sein.“

Kundschaft trägt Verantwortung

Ulrich Caspar weist auf die Eigenverantwortung der Menschen hin. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind es, die entscheiden, ob Geschäfte offen haben.“ Den Onlinehandel wolle er nicht verteufeln. Aber Läden oder Restaurants seien nicht bloße Umschlagplätze für Waren oder Nahrung. „Sie sind wertvolle Begegnungsstätten.“

Mit Blick auf die Geschäftswelt an der Schweizer Straße sieht Caspar Herausforderungen. Ein Drittel der Kundschaft komme nicht aus Sachsenhausen. Und schon gar nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Bräuchten also Parkmöglichkeiten. Gute Erreichbarkeit sei da kein Nebenthema, sondern wesentliche Voraussetzung, damit die Gewerbetreibenden vor Ort erfolgreich blieben. Er wohne selbst in Sachsenhausen, plaudert Caspar. Manche seiner Nachbarinnen und Nachbarn gingen lieber in Neu-Isenburg einkaufen, weil sie dort eher einen Parkplatz fänden.

Bei der anstehenden Neugestaltung der Straße möge die Stadt darum darauf achten, nicht nur alles attraktiver, sicherer und grüner zu gestalten, sondern auch Parkmöglichkeiten zu erhalten. Das wünscht auch Jean Ploner, vielleicht eine Quartiersgarage. Der neue Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Schweizer Straße kommt aus der Gastro- und Hotelberatung, ist jetzt im Ruhestand und hat Zeit, sich im Gewerbeverein zu engagieren. Er nimmt die ganze Gesellschaft mit auf einen Rundgang.

Frankfurt 01.09.2026PK / Pressetermin Kampagne Heimat Shoppen meets „Ich liebe Frankfurt“ : IHK-Frankfurt und die Gewerbevereine von Frankfurt, Frankfurt, im Bild: Beginn der Veranstaltung bei Apfelwein Wagner, Schweizer Straße 71, Einkaufstaschen zur Kampagne, Nils Kößler (Wirtschaftsdezernent), Foto: Michael Schick, Blücherstr. 20, 65195 Wiesbaden (Tagespauschale)

IHK-Präsident Ulrich Caspar, Bürgermeister Nils Kößler (CDU) und Ernst Schwarz vom Dachverband der Gewerbevereine. © Michael Schick

Dort trifft der Besuch etwa Anja Merscher, Inhaberin des Wäschegeschäfts „Köhler“. Merscher ist bereits die dritte Generation, darum der Namenswechsel. Außer Parkplatzmangel – ihre ältere Kundschaft käme gerne mit dem Auto oder würde gar gebracht – sieht sie noch andere Herausforderungen, etwa die hohen Mieten. „Würde ich nicht im eigenen Haus sitzen, hätte ich ein Problem“, sagt sie. Die „ortsübliche“ Miete liege bei 5.000 bis 6.000 Euro. Auch dass womöglich eine der zwei Tramhaltestellen an der Schweizer beim Umbau wegfallen soll, hält sie für kurzsichtig. „Das passt nicht zusammen.“ Nahverkehr stärken wollen, aber Haltestellen reduzieren.

Lediglich Alice Fiedler von „Küche Bad“ weist nicht auf Parkplätze hin. Ihre Kundschaft trägt ja keine neue Küche aus dem Geschäft, sondern ordert, das Montageteam bringt die dann. Ihr sei wichtig, dass die Mischung der Gewerbe an der Straße erhalten bleibe. Nicht nur Gastro, auch Fachgeschäfte mit Beratung.