Hohe Öl- und Gaspreise treiben den OMV-Gewinn nach oben | Kleine Zeitung

Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen. Wirtschaft & GeldHöhere Öl- und Gaspreise sowie ein Buchgewinn aus der Borealis-Dekonsolidierung bescheren dem Konzern ein starkes Quartalsergebnis. D...

  • 3 min read
Hohe Öl- und Gaspreise treiben den OMV-Gewinn nach oben | Kleine Zeitung

Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen. Wirtschaft & Geld

Höhere Öl- und Gaspreise sowie ein Buchgewinn aus der Borealis-Dekonsolidierung bescheren dem Konzern ein starkes Quartalsergebnis. Der Ausblick für 2026 bleibt bestätigt.

Noch-Konzernchef Alfred Stern sprach von einem starken Quartal

© APA / Helmut Fohringer

Noch-Konzernchef Alfred Stern sprach von einem starken Quartal

vor 43 Minuten

31. Juli 2026 um 07:06

Die OMV hat im zweiten Quartal 2026 kräftig zugelegt: Das bereinigte operative Ergebnis stieg im Jahresvergleich um 65 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro, der Konzernumsatz kletterte um 39 Prozent auf 8,059 Milliarden Euro. Der unbereinigte Periodenüberschuss nach Minderheiten belief sich im ersten Halbjahr auf 2,015 Milliarden Euro, stark geprägt durch Einmaleffekte aus der Dekonsolidierung von Borealis im Zuge der Fusion zu Borouge International – darunter ein Buchgewinn von 886 Millionen Euro im ersten Quartal. Im zweiten Quartal drückten dagegen negative Sondereffekte von 473 Millionen Euro, vor allem aus Restrukturierungen bei Borouge International, auf das Ergebnis; der unbereinigte Quartalsüberschuss lag bei 529 Millionen Euro, bereinigt bei 929 Millionen Euro.

Alle drei Sparten legten zu

Alle drei Sparten legten operativ zu: Im Bereich Energy (Exploration & Production) wuchs das Ergebnis um 50 Prozent auf 885 Millionen Euro, getragen von deutlich höheren Öl- und Gaspreisen trotz kriegsbedingt geringerer Produktion. Im Fuels-Geschäft stieg das Ergebnis um 85 Prozent auf 446 Millionen Euro dank besserer Raffineriemargen, während regulatorische Eingriffe in Österreich und Rumänien bremsten. Die Chemiesparte kam auf 429 Millionen Euro, unterstützt von höheren Olefinpreisen und dem ersten Beitrag des neuen Joint-Ventures Borouge International.

Reaktion

Kritisch sieht man beim gewerkschaftsnahen Momentum-Institut das OMV-Gewinnplus: „Die aktuellen Quartalszahlen zeigen, dass außergewöhnlich hohe Gewinne im Ölgeschäft weiterhin am Programm stehen. Während viele Haushalte wieder höhere Preise an der Tankstelle bezahlen, steigen gleichzeitig die Margen der Raffinerien kräftig an“, sagt Leonard Jüngling, Ökonom am Momentum Institut.

Das Momentum Institut empfiehlt, wieder zeitlich befristet einen Margendeckel von zumindest 10 Cent einzuführen, auch für Heizöl braucht es einen Deckel. Damit könnten außergewöhnlich hohe Raffinerie-Aufschläge begrenzt und Preisspitzen an den Zapfsäulen und in der kommenden Heizsaison im Herbst rasch abgefedert werden.

Noch-OMV-Chef zufrieden

Noch-Konzernchef Alfred Stern sprach von einem starken Quartal. Die Gesamtdividende für 2025 von 4,40 Euro je Aktie wurde bereits ausgeschüttet. Für 2026 plant die OMV Investitionen von rund 3,4 Milliarden Euro und rechnet mit einem Brent-Preis zwischen 85 und 95 Dollar je Barrel sowie einer Produktion von 280.000 bis 290.000 Barrel Öläquivalent pro Tag.

Die Infografik zeigt die wichtigsten Kennzahlen der OMV für das erste Halbjahr 2026 im Vergleich zu 2025. Der Umsatz steigt um 16 % auf 13.914 Mio. Euro. Das CCS EBIT erhöht sich um 25 % auf 2.731 Mio. Euro. Der Konzernüberschuss liegt bei 2.015 Mio. Euro. Der Gewinn vor Steuern beträgt 2.061 Mio. Euro, ein Plus von 29 %. Ein Liniendiagramm zeigt den Aktienkurs 2026, der zwischen 40 und 70 Euro schwankt und zeitweise deutlich steigt. Quelle: OMV.