Hoffnung für das soziale Kaufhaus „Stöbereckchen“

Die von der Oytener Bürgermeisterin vermittelten Gespräche zwischen einem möglichen neuen sozialen Träger und dem Vermieter des Bassener Sozialkaufhauses sollen nach den Ferien intensiviert werden.

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Hoffnung für das soziale Kaufhaus „Stöbereckchen“

Stand: 01.08.2026, 16:03 Uhr

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„Stöbereckchen“ in Bassen

Geschlossen, aber nicht ausgeräumt ist das „Stöbereckchen“ in Bassen. Es gibt einen Hoffnungsschimmer für den Fortbestand des sozialen Kaufhauses. © Holthusen

Die von der Oytener Bürgermeisterin vermittelten Gespräche zwischen einem möglichen neuen sozialen Träger und dem Vermieter des Bassener Sozialkaufhauses sollen nach den Ferien intensiviert werden.

Bassen – Gutes Gebrauchtes günstig – das gab es im „Stöbereckchen“ seit 2011. Vor 15 Jahren eröffnete das kreisweit erste soziale Second-Hand-Kaufhaus der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Bassener Einkaufszentrum am Kreisel, und schnell wurden aufgrund des Kundenzuspruchs aus der ganzen Region die Öffnungszeiten erweitert. Insbesondere mittwochs, wenn die Ausgabestelle der Tafel in Bassen geöffnet hat, machten Menschen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen, gerne noch einen Abstecher zum „Stöbereckchen“. Kaffee und Klönschnack gab es immer dazu. Im Mai dann die Hiobsbotschaft: Dem sozialen Kaufhaus droht im Sog der Insolvenz des Awo-Kreisverbands Verden die Schließung. Inzwischen ist der Laden geschlossen – aber Inventar und Ware sind nicht ausgeräumt. Es gibt einen Hoffnungsschimmer.

„Ich bin hoffnungsschwanger, einen Nachfolger gefunden zu haben, wenn sich nun auch die relevanten Parteien untereinander einig werden“, berichtet Oytens Bürgermeisterin Sandra Röse auf Nachfrage. Sie hatte sich für den Erhalt des „Stöbereckchens“ eingesetzt, nachdem sich dessen Mitarbeiterinnen in ihrem Kampf für das Fortbestehen der Einrichtung unter anderem an die Gemeinde gewandt hatten. Röse ist nach eigenen Angaben vermittelnd in Kontakt mit einem interessierten neuen sozialen Träger für das Kaufhaus, mit dem Vermieter und dem Insolvenzverwalter. „Nach den Sommerferien sollen die Gespräche intensiviert werden“, sagt die Bürgermeisterin und ist zuversichtlich: „Zuletzt war der Laden noch nicht leergeräumt und zumindest einige Mitarbeiterinnen sind quasi sofort einsatzbereit.“

Der Insolvenzverwaltung des Verdener Awo-Kreisverbands, der Rechtsanwaltskanzlei Köster/Berner, war es nach eigenen Angaben nicht gelungen, eine Perspektive für das Bassener „Stöbereckchen“ zu schaffen. „Während für die ambulanten Unterstützungsleistungen im häuslichen Umfeld, die bisher durch die Awo Verden erbracht wurden, . . . ein neuer Träger gefunden wurde, der den Geschäftsbetrieb mit 17 Beschäftigten fortführt, hat sich hingegen kein Interessent für das Sozialkaufhaus in Bassen gefunden“, teilt die Kanzlei auf Anfrage mit. „Da niemand das Sozialkaufhaus fortführen möchte, blieb keine Alternative, als die Arbeitsverhältnisse der vier Beschäftigten zu kündigen. Die verbliebene Ware unterfällt dem Vermieter-Pfandrecht“, heißt es vonseiten des Insolvenzverwalters.

Durch die nun vermittelten Gespräche gibt es neue Hoffnung für Mitarbeitende und die Kundschaft des mit viel Herzblut und ehrenamtlicher Unterstützung betriebenen „Stöbereckchens“, das in der Gemeinde bisher eine wichtige soziale Funktion erfüllt hat. Neben gepflegter gespendeter Bekleidung für Frauen, Männer und Kinder, Schuhen und Taschen, Tisch- und Bettwäsche füllten Spielwaren, Porzellan, Modeschmuck und Deko für zu Hause den freundlich dekorierten Verkaufsraum, in dem jeder und jede gut und günstig einkaufen konnte – und vielleicht bald wieder kann.