Gluthitze von den Alpen bis Sizilien: Erstmals alle Städte auf Rot – Experte mit düsterer Prognose

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Gluthitze von den Alpen bis Sizilien: Erstmals alle Städte auf Rot – Experte mit düsterer Prognose

Hitzewelle in Italien: Erstmals alle größeren Städte auf Warnstufe Rot – Meteorologe mit bitterer Prognose

Stand: 05.08.2026, 19:33 Uhr

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Alle 27 überwachten Städte Italiens erstmals auf Warnstufe Rot – und laut Meteorologen ist ein Ende der Hitzewelle noch lange nicht in Sicht.

Rom – Das hat es noch nie zuvor gegeben: Alle 27 Städte, die das italienische Gesundheitsministerium wegen Hitzewellen überwacht, werden aufgrund der kombinierten Temperatur und Luftfeuchtigkeit am morgigen Donnerstag in die Stufe 3 (die höchste) eingestuft. Heute gilt für Messina und Reggio Calabria noch die Warnstufe Orange, doch am Donnerstag wechseln auch diese letzten beiden in die höchste Kategorie. Der historische Rekord bestätigt die Intensität und die Ausdehnung der vierten Hitzewelle, die die Halbinsel erfasst hat, und vor allem ihre Dauer.

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Dieser Artikel von Paolo Virtuani entstand in Kooperation mit Corriere della Sera

Während es zuvor noch höhere Spitzen gegeben hatte – wie den europäischen Rekord von 48,8 Grad am 11. August 2021 in der Provinz Syrakus –, waren in Italien stets einige Gebiete von der extremen Hitze verschont geblieben. Dieses Mal ist es anders: Von den Alpen bis nach Sizilien liegt das gesamte Gebiet unter einer Gluthitze, die sich nach Osten bis in die Ukraine ausdehnt. In Italien ist die Po-Ebene die heißeste Region. Dort werden heute und morgen an vielen Orten die Höchstwerte an die 40 Grad heranreichen. Gestern wurden drei weitere Todesfälle gemeldet, die vermutlich mit der Hitze zusammenhängen: Ein 40-jähriger Zimmermann starb, während er auf dem Dach eines Hauses in der Provinz Brescia arbeitete. Ein 55-jähriger Wachmann brach im Auto bei der Bewachung eines Juweliergeschäfts im Zentrum von Bologna zusammen, und eine 90-jährige Frau starb im Vicentino bei der Kartoffel-Ernte.

Italien kämpft aktuell mit der Hitze (Symbolbild).

Italien kämpft aktuell mit der Hitze (Symbolbild). © IMAGO / Anadolu Agency

Die ständige Bedrohung durch Gewitter

Die Gefahr durch Gewitter ist anhaltend, wie jenes am Montagabend in Cervinia, das zwei Bäche über die Ufer treten ließ und Schlammlawinen sowie Geröll mit sich brachte. Heute hat der Zivilschutz Sizilien und den Apennin-Gürtel von Umbrien bis nach Kalabrien wegen Gewitterrisikos auf die gelbe Warnstufe gesetzt. Am Nachmittag können Gewitter auch den Alpenraum treffen. Die Frage, die sich alle stellen, lautet: Wie lange wird das so weitergehen? Die Meteorologen äußern sich zurückhaltend, um keine falschen Hoffnungen zu wecken.

„Es hängt vom afrikanischen Hochdruckgebiet ab, das vorgibt, sich zurückzuziehen, tatsächlich aber an Ort und Stelle bleibt, und von den kühlen atlantischen Luftmassen, die die Alpenbarriere nicht überwinden können“, erklärt Lorenzo Tedici, Experte des Wetterportals iLMeteo.it. „Im Zentrum und Süden bleibt die Hitze mindestens bis Ferragosto (15. August) drückend, im Norden könnte zwischen Sonntag und Montag atlantische Luft die Berge überqueren und Gewitter sowie weniger heiße Luft bringen. Eine nur kurze Atempause, denn schon nach ein paar Tagen kehren wir zur aktuellen Situation zurück.“

Kurzfristige Entlastung, aber neue Risiken

Ab Freitag könnte es vereinzelt auch in der Ebene zu Gewittern kommen. Sie bringen vorübergehend Erleichterung und verhindern die extrem tropischen Nächte, in denen die Tiefstwerte nicht unter 25 Grad fallen. Allerdings können die Gewitter Hagelstürme teils erheblicher Stärke mitbringen. Das liegt an den Wassertemperaturen der Meere, die ein enormes Reservoir an potenzieller Energie und Feuchtigkeit liefern: Im südlichen Tyrrhenischen Meer und im nördlichen Adriatischen Meer zwischen Venedig und Triest schwankt die Oberflächentemperatur dieser Tage zwischen 30 und 32 Grad, denselben Werten, die im Roten Meer und im Golf von Mexiko gemessen werden.