Liveticker zur Hitzewelle: Ungarn will Donau-Wasserstand zur Kühlung von Atomkraftwerk künstlich anheben | FAZ

Ministerpräsident Magyar kündigt Maßnahme in Facebook-Video an +++ Tierschützer fordern zeitlich begrenzten Stopp von Viehtransporten +++ Wo es in Deutschland aktuell brennt +++ alle Entwicklungen im Liveblog

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Liveticker zur Hitzewelle: Ungarn will Donau-Wasserstand zur Kühlung von Atomkraftwerk künstlich anheben | FAZ

Ungarn will Donau-Wasserstand für Atomkraftwerk künstlich anheben

Ungarn will mit baulichen Maßnahmen in der Donau den ​Wasserstand anheben, um die Kühlung des Atomkraftwerks Paks zu sichern. Dies kündigte Ministerpräsident Peter ⁠Magyar am Mittwoch in einem Facebook-Video an. Wegen der anhaltenden Hitzewelle und Dürre in weiten Teilen Europas ist der Wasserstand der Donau auf historische Tiefstwerte gefallen. Das Kraftwerk ‌Paks ist deshalb derzeit nur zu rund 25 Prozent ausgelastet, von acht Turbinen sind zwei in Betrieb. „Das anhaltende Niedrigwasser der Donau belastet den ungarischen Haushalt und die ‌Wirtschaft enorm“, sagte Magyar. Daher ‌sei eine sofortige Lösung nötig.

Die Regierung plant den Bau einer sogenannten Sohlschwelle, um das Wasser aufzustauen. Die Arbeiten unter Einsatz des Militärs sollen unverzüglich beginnen und rund um die ​Uhr fortgeführt werden. Für das Bauwerk werden ⁠rund 150.000 Kubikmeter Gestein benötigt. Die Kosten belaufen sich auf rund sechs Milliarden Forint (gut 16 Millionen Euro). Dem Ministerpräsidenten ​zufolge kann die Schwelle den Wasserstand um bis zu einen Meter anheben und so innerhalb weniger ⁠Wochen den vollen ‌Betrieb des Kraftwerks wiederherstellen. Als kurzfristige Übergangsmaßnahme bereitet das Land zudem die Versenkung von zwei 80 Meter langen Lastkähnen vor. Dies könnte den Wasserstand vorübergehend um 20 Zentimeter anheben. ⁠Eine Entscheidung darüber soll ⁠am Freitag fallen.

Die sommerliche Dürre beeinträchtigt die Energieerzeugung, die Schifffahrt und die Gesundheitssysteme in ⁠mehreren europäischen Ländern. ​Im benachbarten ⁠Rumänien droht am Donnerstag die Abschaltung ​des letzten noch am Netz befindlichen Atomreaktors, da die Pegelstände ‌der Donau trotz Versuchen, Kühlwasser umzuleiten, weiter sinken. In Deutschland sorgt das Niedrigwasser vor allem ​am Rhein für Aufregung, da die Binnenschifffahrt ​beeinträchtigt ist.

Lena Spilger

Lena Spilger

Tierschützer fordern zeitlich begrenzten Stopp von Viehtransporten

Der Tierschutzbund fordert ein zeitlich begrenztes Viehtransportverbot im Sommer. Angesichts der Hitze und des zunehmenden Lkw-Verkehrs wüchsen die Gefahren, erklärte der Tierschutzbund am Mittwoch in Bonn. Weil wegen des niedrigen Wasserstands auf deutschen Flüssen mehr Güter auf die Straße verlagert werden, drohten zusätzliche Staus. Die Tierschutzorganisation appelliert an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) und Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU), während der Hitzeperiode umgehend ein bundesweites Verbot von Lebendtiertransporten zu verhängen.

Die Transporte bedeuteten insbesondere bei Hitze für Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel Stress, erklärte der Tierschutzbund. Staus könnten für die Tiere zu einer Tortur werden, die mit dem Tod noch im Lkw enden könne. An Autobahnen gebe es keine ausreichende Versorgung, wenn beladene Tiertransporter stundenlang feststeckten. Die zuständigen Minister müssten sofort handeln, mahnte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Lena Spilger

Lena Spilger

Mehrere Waldbrände in Deutschland 

In Deutschland stehen in Folge von Trockenheit und Hitze weiterhin Tausende Quadratmeter Wald in Flammen. Die Waldbrände sind nach Angaben der jeweiligen Einsatzkräfte aber unter Kontrolle, die Löscharbeiten dauerten allerdings noch an: 

  • Etwa 8.000 Quadratmeter Wald- und Feldfläche haben in Hattersheim gebrannt. Das Feuer habe sich vom Feld in den Wald ausgebreitet, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Einzelne Bäume hätten in Vollbrand gestanden.
    Am Abend sei das Feuer unter Kontrolle gewesen. Einzelne Glutnester müssten aber noch gelöscht werden, sagte der Sprecher. Der Einsatz werde sich noch in die Nacht ziehen. Demnach waren am Abend 150 Feuerwehrkräfte im Einsatz. Nach Angaben einer Polizeisprecherin halfen auch zwei Polizeihubschrauber, außerdem sei zeitweise eine Drohne im Einsatz gewesen.
  • Im niedersächsischen Lingen (Landkreis Emsland) sind rund 3.000 Quadratmeter Wald abgebrannt. „Die Glutnester sind massiv“, sagte ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr. Das Löschen werde noch Stunden dauern, Landwirte helfen demnach mit Güllefässern bei der Wasserversorgung. Niemand sei verletzt. Das Feuer war am frühen Morgen ausgebrochen. Die Einsatzkräfte dort haben den Brand nach eigenen Angaben unter Kontrolle und gehen nicht davon aus, dass sich das Feuer weiter ausbreitet. 
  • Unter Kontrolle ist derzeit auch ein Waldbrand bei Plauen im Vogtlandkreis in Sachsen. Die Stadtverwaltung meldete am Morgen Erfolge bei der Brandbekämpfung. Das Feuer im Gebiet „Schwarzes Holz“ hat eine Fläche von etwa sieben Hektar erfasst, die mit einer Hanglage und viel Unterholz sehr schwer zugänglich sind, wie die Verwaltung mitteilte. Sieben Hektar entspricht etwa der Größe von knapp zehn Fußballfeldern. Die Löscharbeiten werden den Angaben zufolge voraussichtlich noch länger andauern - mindestens den gesamten Mittwoch sowie voraussichtlich die Nacht zur Kontrolle, hieß es.
  • Im baden-württembergischen Ortenaukreis haben Feuerwehren stundenlang gegen gleich mehrere Waldbrände gekämpft. Dann gab es die vorsichtige Entwarnung: Zwei Brände in Steinach und Nordrach wurden demnach gelöscht, beim dritten in Zell am Harmersbach dauern die Nachlöscharbeiten an, wie ein Polizeisprecher am frühen Morgen sagte. Am Dienstagnachmittag waren zwei Brände nahe Biberach ausgebrochen, später ein dritter in Nordrach. Rund 16 Hektar Wald - was etwa der Fläche von gut 22 Fußballfeldern entspricht - standen in Zell am Harmersbach in Flammen. Die Einsatzkräfte hätten die Lage im Griff, erklärte der Kreisbrandmeister in der Nacht. Laut einem Polizeisprecher gab es am Morgen noch Glutnester, die Nachlöscharbeiten dauern an. 

Frankreich rechnet mit bis 39 Grad

In Frankreich wird es abermals heiß. Seit Dienstagmittag galt für 43 der 101 Départements die zweithöchste Hitze-Warnstufe Orange, wie der Wetterdienst Météo-France mitteilte. Bis Mittwoch sollte die Zahl der betroffenen Départements demnach auf 67 steigen. Nach dem Südosten des Landes ist nun auch der Westen Frankreichs wieder stärker von hohen Temperaturen betroffen.

Mit dem Höhepunkt der aktuellen Hitze-Phase rechnet Météo-France „gegen Mitte der Woche“. In den Départements mit Warnstufe Orange soll es dann zwischen 36 und 39 Grad heiß sein. Den Meteorologen zufolge handelt es sich nicht um eine neue Hitzewelle, sondern um die Folgen der dritten Hitzewelle dieses Sommers, die bereits am 28. Juli begonnen hatte und zumindest im Südosten das Landes weiter andauert. Sie weitet sich nun wieder aus.

Spaziergänger nutzen freigelegte Felsübergänge

Auch in Bingen ist das Ausmaß des Niedrigwassers sichtbar: Der Rhein ist hier an vielen Stellen ausgetrocknet, das Wasser läuft teils in Rinnsalen. Rund um den Mäuseturm bildet das Wasser Pfützen. Der Name des Mäuseturms, der auf einer Rheininsel liegt, geht laut der Stadt Bingen übrigens nicht auf die kleinen Nager zurück, sondern auf das mittelhochdeutsche Wort für das Wachen und Lauern: „Musen“. Nun sorgt die andauernde Trockenheit für Felsübergänge, die von neugierigen Spaziergängern genutzt werden.  Teils gelangen sie so zum Turm, auch die Hitze hält sie nicht auf.

USA verzeichnen heißesten Juli bislang

Der Juli geht als wärmster Monat seit Beginn der Aufzeichnungen in die Geschichte der USA ein. Im Juli seien durchschnittlich knapp 25 Grad gemessen worden, teilte die US-Klimadatenbehörde NCEI mit. „Das war der wärmste Juli – und zugleich der wärmste Monat überhaupt – seit Beginn der Aufzeichnungen vor 132 Jahren“, hieß es von der Behörde. Die Daten reichen zurück bis 1895. 

Die Angaben beziehen sich auf das zusammenhängende Staatsgebiet der Vereinigten Staaten, schließen also etwa Alaska, Hawaii und andere US-Territorien aus. Der Juli ist in der Regel der heißeste Monat des Jahres in diesem Gebiet.

Die Durchschnittstemperatur habe in dem Gebiet im Juli 1,8 Grad über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts gelegen. Trotz unterdurchschnittlicher Niederschläge insgesamt hätten mehrere Regionen starke Regenfälle erlebt, „darunter große Sturzfluten im texanischen Hügelland und im Osten von New York“, hieß es von der Behörde. „Besonders im westlichen Binnenland, im Südwesten, in den Rocky Mountains, in den nördlichen Plains und im oberen Mittleren Westen sowie in Teilen der Golfküste und des Südostens wurden deutlich überdurchschnittliche Werte gemessen.“

Duschen wieder erlaubt

Nach dem drastischen Aufruf, auf Duschen, Baden und das Bewässern des Gartens wegen Waldbränden zu verzichten, hat der Main-Kinzig-Kreis seine Warnmeldung aufgehoben. Dies gilt nach Angaben des Kreises mit sofortiger Wirkung. 

Nach dem Ausbruch mehrerer Brände in einem Waldstück zwischen Ober- und Niederrodenbach waren Bürgerinnen und Bürger zum Sparen aufgerufen worden. Grund für die Situation war zum einen die große Ausdehnung des Brandes und damit verbunden der hohe Wasserbedarf gewesen, aber auch die angespannte Versorgungslage angesichts der wochenlangen Trockenheit in der Region, sagte der Landkreis-Sprecher. Mittlerweile laufe wieder mehr Wasser in die Hochbehälter, als abgezapft werde.

„Diese Wasserstände gab es noch nie“

Zwei tätowierte Männer werkeln auf einer dunkel-rot-weißen Fähre. Einer von beiden erklärt sich bereit, mit der F.A.Z. zu sprechen, möchte aber nicht namentlich genannt werden „So etwas gab es noch nie", sagt er über die Lage am Rhein. Es sei traurig, das mit anzusehen. „Wenn das Wasser nicht da ist, ist es nicht da“, fügt er hinzu und zuckt mit den Schultern.

  „Das ist halt schade“, findet er, weil doch seit Jahren vor dem Niedrigwasser gewarnt werde. Immer wieder sagt er: „Diese Wasserstände gab es noch nie.“

 Seit vier Wochen sei ihre Fähre nun außer Betrieb. „Alles schwierig gerade. Das bereitet mir Bauchschmerzen." Normalerweise liege der Pegelstand bei zwei bis zweieinhalb Metern – nun sind es 14 Zentimeter. „Ich komme mit meiner Schiene auch nicht weiter raus“, sagt er und zeigt auf seine Anlegestelle und die trockenen Steine.

Bahn meldet Hitzeschäden

Die Bahn meldet hitzebedingte Schäden auf der Fernverkehrsstrecke zwischen Stuttgart und Nürnberg. Reisende müssten mit dem Ausfall der Halte in Crailsheim, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd rechnen. In Aalen und Ansbach halten die Züge demnach weiter. Auch könne es bei Verbindungen zu Verspätungen von etwa 20 Minuten kommen.

Als Grund für die Probleme nennt die Bahn Hitzeschäden an den Schienen, die dazu führen, dass die Züge in einigen Bereichen langsamer fahren müssen. Die Strecke werde seit Montag und noch bis zum 30.8. repariert, heißt es in einer Mitteilung. Einer Bahnsprecherin zufolge hängt die Reparatur der Schienen auch von der Außentemperatur ab. Seien die Schienen zu heiß, ließen sich diese nicht verarbeiten.

Im Fernverkehr sind laut Bahn IC-Züge zwischen Karlsruhe Hbf - Stuttgart Hbf - Nürnberg Hbf - Saalfeld (Saale) - Leipzig Hbf betroffen. Fahrgäste mit dem Ziel Crailsheim, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd würden gebeten, auf den Regionalverkehr umzusteigen.

Main ist 27 Grad warm – Warnstufe ausgerufen

Die Bezirksregierung von Unterfranken hat wegen der hohen Wassertemperatur und des niedrigen Abflusses für den gesamten Verlauf des Mains von der hessischen Landesgrenze bis Bamberg in Oberfranken einen Alarmplan aktiviert. Bereits in der vergangenen Woche war eine Warnung für den Abschnitt zwischen hessischer Grenze und Würzburg ergangen. Jetzt gilt diese flussaufwärts bis Bamberg. 

In der Gegend um Würzburg werden im Main derzeit Wassertemperaturen von um die 27 Grad gemessen. Der Sauerstoffgehalt im Fluss sei allerdings noch unkritisch, auch weil durch die hohe Sonneneinstrahlung Algen wachsen und diese Sauerstoff produzieren, heißt es in einer Mitteilung der Bezirksregierung. Dennoch bedeutet die Hitze eine große Gefahr für Tiere und Pflanzen und damit für das gesamte Ökosystem im Fluss.

Die Lage sei wegen des niedrigen Abflusses in Kombination mit den hohen Wassertemperaturen kritisch. Organisationen, die direkt in den Main einleiten wie etwa Kläranlagen und Industriebetriebe, sollten sensibilisiert werden und ihr Verhalten der Situation anpassen, heißt es weiter. 

„Es ist erschreckend, wo unser gutes Wasser ist"

Marion Retz ist extra aus dem Westerwald nach Kaub gefahren. Eine Stunde Fahrt hat sie auf sich genommen, um hier zu sein. Sie sei heute mal „Touristin“, sagt sie. Die 55-Jährige trägt Sonnenbrille, Hut und ein orangefarbenes T-Shirt. Sie lacht viel. Sie sagt, sie habe schon Touristengruppen beobachtet, die früh hierhergekommen seien. „Es ist nun mal eine einmalige Situation“, sagt sie. „Es ist erschreckend, wo unser gutes Wasser ist. Ich bin baff davon.“ 

Die Drohnenbilder vom Rhein, die sie in den Medien gesehen hat, hätten sie beeindruckt. Sie habe gedacht, dass sie einfach in den Rhein „latschen“ und etwas Besonderes, wie zum Beispiel Rheingold oder einen besonderen Stein, auftreiben könne. Ihr gefällt das Wortspiel: „In den Rhein reingehen und dann kleine Schätze finden.“ Aber das Wasser sei stellenweise doch sehr tief.

Pegelstand in Kaub bei 14 Zentimetern

Hallo aus Kaub am Rhein! Hier liegt der Pegelstand zurzeit bei 14 Zentimetern. Der Pegel befindet sich am oberen Ende der rechtsrheinischen Fährrampe in Kaub. Dort führt eine Treppe nach unten zu den Pegellatten.

Die Pegellatten sind am Ufer an einer geeigneten Stelle angebracht, sie sehen aus wie ein überdimensionaler Zollstock. Jedes schwarze „E“ deckt 10 Zentimeter in der Höhe ab. Am Fuß von jedem „E“ steht die Höhe über dem Pegelnullpunkten in zweistelligen Zahlen in Dezimeter.

Auch am Pegelturm lässt sich die Stand ablesen. Dieser wurde im Jahr 1905 gebaut und misst etwa 18 Meter. Auf der Felsen- oder Gebirgsstrecke zwischen Sankt Goar und Bingen gilt der Kauber Pegel als maßgeblicher Wasserstandsanzeiger.

Sprung in römischen Brunnen kostet Deutschen 450 Euro

Bei Temperaturen nahe der 40 Grad hat ein deutscher Urlauber in einem von Roms historischen Brunnen Abkühlung gesucht – was ihn nun teuer zu stehen kommt. Der 42 Jahre alte Mann wurde von der Polizei aus dem Najaden-Brunnen auf der Piazza della Repubblica geholt, einem zentralen Platz unweit des Hauptbahnhofs. Gegen ihn wurden 450 Euro Geldstrafe sowie ein Platzverbot verhängt. 

In Rom ist es seit vielen Jahren durch eine Verordnung verboten, in einen der zahlreichen historischen Brunnen zu steigen oder gar darin zu baden oder zu tauchen. In der Vergangenheit kam es auch vor, dass Brunnen beschädigt wurden. Der Najaden-Brunnen (Fontana delle Naiadi) ist verhältnismäßig neu: Er wurde 1901 nach dem Modell der Belle Époque gebaut. Die Najaden sind Wassernymphen aus der griechischen Mythologie. 

Neuer Höchststand bei Ausfällen in französischen AKW

Hitze und Trockenheit setzen der Atomstromproduktion in Frankreich zu: Für den Kraftwerkspark des Betreibers EDF wurde am Sonntagnachmittag ein neuer Höchststand bei den Ausfällen verzeichnet, wie aus Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP zu den seit 2015 veröffentlichten Daten hervorgeht. Die Ausfallquote erreichte 15,6 Prozent – noch nie zuvor fehlte in Frankreich so viel Kernkraftleistung aufgrund steigender Temperaturen der Flüsse und sinkender Durchflussmengen.

Die insgesamt 57 Atomreaktoren des Landes, die üblicherweise rund 70 Prozent der Stromerzeugung decken, liegen allesamt an Gewässern, um die Kühlung der Anlagen zu ermöglichen. Im Falle von Dürren oder Hitzewelle muss die Produktion jedoch gedrosselt werden, um Auswirkungen auf die Umwelt zu begrenzen und zu verhindern, dass sich etwa das Wasser von Flüssen noch weiter aufheizt. Am Sonntag mussten so fünf Reaktoren (Tricastin 1 und 4, Saint-Alban 1 und 2 sowie Bugey 3) ihre Leistung anpassen. Zudem waren vier Reaktoren (Golfech 2, Chooz 1 und 2, Cattenom 1) außer Betrieb.

Mit Blick auf die Sicherheit hob EDF hervor, dass die Reaktoren trotz hoher Wassertemperaturen ohne erhöhtes Risiko betrieben werden könnten; die von der französischen Atomaufsichtsbehörde für jeden Standort festgelegten Grenzwerte dienten dem „Schutz von Flora und Fauna“, erklärte der Konzern. EDF verwies außerdem darauf, dass die Auswirkungen von Dürreperioden und Hitzewellen auf die Atomstromerzeugung „sehr gering“ seien – Frankreich sei weiterhin ein bedeutender Stromexporteur innerhalb Europas.

Verheerender Brand in Andalusien

Abermals ist ein Brand in Spanien ausgebrochen, dieses Mal im Südwesten. Hunderte fliehen vor den Flammen, die sich weiter schnell ausbreiteten. Ein Minister erklärt, da Feuer sei „außerhalb der Löschkapazität“:

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