Harvard-Mitarbeiter verkaufte jahrelang Leichenteile von Körperspendern – jetzt zahlt die Uni 53 Millionen
StartseiteWeltHarvard zahlt 53 Millionen Dollar nach Diebstahl von Leichenteilen durch Uni-MitarbeiterStand: 19.08.2026, 14:00 UhrKommentareUns auf Google folgenDer Campus der Universität Harvard. (Archivfoto) ...
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Harvard zahlt 53 Millionen Dollar nach Diebstahl von Leichenteilen durch Uni-Mitarbeiter
Stand: 19.08.2026, 14:00 Uhr
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Harvard zahlt 53 Mio. Dollar: Ex-Leichenhausmanager stahl Organe und Gehirne von Körperspendern – jetzt einigen sich Universität und Familien.
Cambridge – Die Harvard-Universität hat eine Vergleichszahlung in Höhe von 53 Millionen US-Dollar vereinbart, um mehrere Zivilklagen wegen Diebstahls und illegalen Verkaufs menschlicher Überreste beizulegen. Die Leichenteile stammten aus Spenden an die medizinische Fakultät und sollten für Forschungszwecke verwendet werden. Anlass für die rechtlichen Schritte war die Festnahme von Cedric Lodge im Jahr 2023, dem ehemaligen Leiter der Leichenhalle der Harvard Medical School.
Lodge wurde zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt, nachdem er gestanden hatte, Organe und Gewebe von gespendeten Leichnamen entwendet und verkauft zu haben. Seine Taten erstreckten sich über den Zeitraum von 2018 bis 2020 und umfassten den Verkauf von Organen, Haut, Gehirnen sowie sezierten Schädeln. Die Präparate transportierte er von Boston zu seinem Wohnsitz in New Hampshire, von wo aus er sie bundesweit vertrieb. Dies geht aus einer Erklärung des US-Justizministeriums hervor, wie The Guardian berichtet.
Stipendium im Gedenken an die Spender
Als Teil der Einigung verpflichtet sich die Harvard Medical School, ab dem akademischen Jahr 2027/28 jährlich ein Stipendium für Medizinstudierende einzurichten. Dieses Stipendium soll das Andenken an Personen ehren, die ihren Körper der Wissenschaft zur Verfügung gestellt haben.
Die Hochschulleitung äußerte ihr Bedauern und verurteilte Lodges Vorgehen als moralisch verwerflichen Verstoß gegen die Werte der Institution. In einem Live-Webinar für die betroffenen Familien plant die Fakultät zudem, die unethische Natur der Taten aufzuarbeiten und Reformen im Körperspendeprogramm vorzustellen, um zukünftige Missbräuche auszuschließen, berichtet The Guardian.
Juristische Kehrtwende führte zur Einigung
Die Klagen der Angehörigen warfen der Universität Fahrlässigkeit, Vertragsbruch und die Verursachung seelischer Leiden vor. Nachdem eine Instanz die Vorwürfe zunächst zurückgewiesen hatte, nahm der Massachusetts Supreme Court die Verfahren im Oktober wieder auf.
Das Gericht sah ausreichende Anhaltspunkte für Versäumnisse der Universität im Umgang mit den gespendeten Leichnamen. Um eine langwierige gerichtliche Auseinandersetzung zu vermeiden, wurde vor dem Staatsgericht in Boston ein Vergleich eingereicht, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Die Universitätsleitung bekräftigte ihre Bereitschaft zur Wiedergutmachung und drückte den Familien ihr Mitgefühl aus, wie die Gazet van Antwerpen berichtet. (Redaktion)