Halbe Million Euro Beute: Falsche Polzisten zocken Senioren ab
Die Masche ist bekannt, und die Polizei warnt immer wieder. Trotzdem ist es Telefonbetrügern erneut gelungen, Senioren hohe Wertbeträge abzuzocken. Ein 90-Jähriger verlor so 450.000 Euro an falsche Polizisten.
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Halbe Million Euro Beute Schockanrufer: Falsche Polizisten zocken Senioren aus Nidderau und Gießen ab
Die Masche ist bekannt, und die Polizei warnt immer wieder. Trotzdem ist es Telefonbetrügern erneut gelungen, Senioren hohe Wertbeträge abzuzocken. Ein 90-Jähriger verlor so 450.000 Euro an falsche Polizisten.
Vor allem ältere Menschen werden häufig Opfer von Telefonbetrügern. (Archivbild) Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)
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00:39 Min. |Olga Eisenmann
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Wieder einmal haben sogenannte Schockanrufer ältere Menschen aus Hessen um ihr Vermögen gebracht. Eine Seniorin aus Nidderau (Main-Kinzig) hat so Gold und Schmuck im Wert eines mittleren fünfstelligen Eurobetrags verloren.
Betrüger täuschten der Frau vor, ihre Tochter habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und müsse gegen Zahlung einer hohen Kaution vor einer Haft bewahrt werden, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Als die Frau angab, Gold und Schmuck zu Hause zu haben, kündigte die falsche Polizeibeamtin an, eine "Kollegin" werde die Wertgegenstände abholen.
Am Mittwochabend wurden die Wertgegenstände von einer bislang Unbekannten an der Wohnanschrift abgeholt. Die Abholerin wird als 20 bis 25 Jahre alt, schlank und blond beschrieben. Sie trug einen lilafarbenen Rollkragenpullover.
Falscher Polizist ergaunert 450.000 Euro
Im Kreis Gießen hat ein falscher Polizist mit einem betrügerischen Anruf sogar Geld und Wertgegenstände im Wert von mehr als 450.000 Euro ergaunert. Der Täter rief einen 90-Jährigen an, wie die Polizei in Gießen am Freitag mitteilte.
Er habe dem älteren Mann vorgelogen, dass eine Verwandte einen tödlichen Unfall verursacht habe. Nur eine Kaution könne eine Gefängnisstrafe noch abwenden. Der Betrüger habe lange Druck ausgeübt. Der 90-Jährige habe schließlich gesammelte Münzen, Goldbarren und Bargeld an einen unbekannten Abholer übergeben.
Gold und Schmuck im Wert von rund 70.000 Euro
Später schöpfte er Verdacht und erzählte einem Nachbarn von dem Vorfall. Dieser rief die Polizei.
Bereits vor einer Woche hatten Betrüger bei einer Seniorin in Freigericht (Main-Kinzig) ebenfalls mit einem Schockanruf Erfolg. Da waren sie mit Gold und Schmuck im Wert von rund 70.000 Euro geflohen.
Polizei warnt vor Schockanrufen
Die Polizei warnte am Freitag erneut eindringlich vor sogenannten Schockanrufen. Die Täter geben sich als Angehörige oder Amtspersonen aus, erfinden schwere Unglücksfälle und setzen ihre Opfer anschließend mit hohen Kautionsforderungen unter Druck.
"Echte Polizeibeamte, Staatsanwälte oder andere Behördenmitarbeiter fordern niemals Bargeld, Gold oder Schmuck als Kaution und schicken auch keine Personen zur Abholung von Wertsachen", betonte die Polizei.
Erst Anfang August wurden zwei Schockanrufer aus Offenbach in Rumänien festgenommen und ausgeliefert.