Grundstück immer wieder verwüstet: Rentnerin aus der Altmark fühlt sich bedroht

Schwarze Farbspritzer an der Hausfassade, beschmierte Fenster und immer wieder beschädigtes Eigentum: Für eine Frührentnerin und ihren Sohn in der Altmark ist das inzwischen Alltag. Mehr als 20 Jahre lebten die beiden in Wendemark nach eigenen Angaben ungestört. Doch seit rund zwei bis drei Jahren kommt es immer wieder zu Sachbeschädigungen. Die beiden fühlen sich bedroht und allein gelassen.

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Grundstück immer wieder verwüstet: Rentnerin aus der Altmark fühlt sich bedroht
Sachbeschädigung Wedenmark

AUDIO: Unbekannte verwüsten Grundstück einer Rentnerin in der Altmark (3 Min)

Wiederholte Sachbeschädigung

Unbekannte verwüsten Grundstück einer Rentnerin in der Altmark

Stand: 06.08.2026 21:20 Uhr

Schwarze Farbspritzer an der Hausfassade, beschmierte Fenster und immer wieder beschädigtes Eigentum: Für eine Frührentnerin und ihren Sohn in der Altmark ist das inzwischen Alltag. Mehr als 20 Jahre lebten die beiden in Wendemark nach eigenen Angaben ungestört. Doch seit rund zwei bis drei Jahren kommt es immer wieder zu Sachbeschädigungen. Die beiden fühlen sich bedroht und allein gelassen.

von Katharina Häckl, MDR SACHSEN-ANHALT

Beate Klaebe (64) ist mit den Nerven am Ende. Ständig sorgt sie sich um ihren beeinträchtigten erwachsenen Sohn, um sich selbst und um ihr Zuhause. Etwa 20 Jahre lang lebten die beiden am Ortsrand von Wendemark nach eigenen Angaben ungestört. Doch seit zwei bis drei Jahren kommt es immer wieder zu gezielten Sachbeschädigungen auf ihrem Grundstück. Die wiederkehrenden Vorfälle setzen Mutter und Sohn zunehmend zu und lassen sie in ständiger Angst leben.

"Das ist doch nicht mehr normal"

Ein Auto wurde beschädigt, auf die Satellitenschüssel im Garten wurde nach Angaben der Familie offenbar geschossen. Zäune wurden zerschnitten oder anderweitig beschädigt, Überwachungskameras zerstört. Besonders belastend war für Beate Klaebe der jüngste Vorfall am vergangenen Wochenende: Unbekannte besprühten Fassade und Fenster des Hauses mit schwarzen Symbolen. Außerdem wurden zwei lebensgroße Strohpuppen auf einer Hollywoodschaukel mutwillig zerstört.

Sachbeschädigung Wedenmark

Foto: Auch diese Strohpuppe wurde von Unbekannten zerstört.

Die wiederholten Vorfälle haben bei Beate Klaebe und ihrem Sohn tiefe Spuren hinterlassen. Aus Angst, berichtet sie, gingen sie oft erst in den frühen Morgenstunden schlafen und ließen nachts im ganzen Haus das Licht eingeschaltet. Beate Klaebe sagt: "Das ist doch nicht mehr normal."

Sachschaden im vierstelligen Bereich

Am vergangenen Wochenende entdeckte Beate Klaebe auf dem Feldweg vor ihrem Haus sogenannte Krähenfüße – spitze Metallsterne, die Reifen beschädigen oder Menschen verletzen können. Nach ihren Angaben bemerkte sie diese zu spät, trat hinein und zog sich eine Schnittverletzung am Fuß zu. Sie musste im Krankenhaus behandelt werden. Bereits am Montagmorgen lagen erneut Krähenfüße vor ihrer Garageneinfahrt. "Hätte ich nicht aufgepasst, hätte ich einen Platten gehabt", so Klaebe.

Beate Klaebe lebt von ihrer Frührente. Wie sie die entstandenen Schäden und die Kosten für immer neue Sicherungsmaßnahmen bezahlen soll, weiß sie nach eigenen Angaben nicht mehr. Der Sachschaden soll sich inzwischen auf einen vierstelligen Betrag angehäuft haben, hinzu kämen ähnlich hohe Ausgaben für Zäune, Kameras und andere Schutzmaßnahmen.

Sachbeschädigung Wedenmark

Foto: Diese Krähenfüße entdeckte Beate Klaebe kürzlich auf ihrem Grundstück.

Tränen in den Augen

Von den Behörden fühlt sich Beate Klaebe im Stich gelassen. Die ständige Angst habe auch Folgen für ihr soziales Umfeld. "Meine Kinder und Enkelkinder trauen sich nicht einmal mehr hier zu uns hin", sagt sie. "Besucher kommen auch hier nicht raus", weil sie inzwischen auch Angst hätten. Im Sommer hätte sie ihrem Enkel einen Swimmingpool in den Garten stellen wollen. Aber der Junge habe das nicht gewollt, weil er dachte, der werde ohnehin wieder zerstört. Beate Klaebe kämpft mit den Tränen, als sie das sagt.

Das Polizeirevier Stendal bestätigte MDR SACHSEN-ANHALT allein für das Wochenende zwei Einsätze in Wendemark. Die Vorfälle wurden demnach an die Kriminalpolizei übergeben. Weitere Angaben wollte das Polizeirevier mit Verweis auf ermittlungstaktische Gründe nicht machen.

MDR (Daniel George)

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