Düngen: Urin, Genpflanzen und Grünstrom für klimafreundlichen Dünger

Die weltweite Landwirtschaft ist abhängig von künstlichem Stickstoffdünger, der das Klima belastet. Start-ups und Forscher suchen nach Alternativen, doch sie stoßen auf eine hohe Hürde.

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Düngen: Urin, Genpflanzen und Grünstrom für klimafreundlichen Dünger

Düngen: Urin, Genpflanzen und Grünstrom für klimafreundlichen Dünger

Die weltweite Landwirtschaft ist abhängig von künstlichem Stickstoffdünger, der das Klima belastet. Start-ups und Forscher suchen nach Alternativen, doch sie stoßen auf eine hohe Hürde. Bert Fröndhoff 13.07.2026 - 16:24 Uhr Artikel anhören

Arbeit in der Landwirtschaft: Dünger ist wichtig für das Wachstum der Pflanzen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Düsseldorf. Es gibt tatsächlich Branchen, die den Folgen des Irankriegs etwas Positives abgewinnen können. Etwa die Produzenten von ökologischem Dünger, zu denen das kalifornische Start-up Nitricity zählt. Die monatelange Schließung der Straße von Hormus hat zu globalen Lieferengpässen beim weitverbreiteten Stickstoffdünger (Fertilizer) geführt, der aus Erdgas in riesigen Anlagen am Persischen Golf produziert wird.

Jetzt stehen alternative Anbieter plötzlich im Fokus. Nitricity produziert Dünger auf Basis von Mandelschalen. „Die Düngemittelproduktion hat sich seit über einem Jahrhundert nicht verändert – komplex, teuer und anfällig für globale Lieferschocks“, sagt Rajesh Swaminathan, Partner beim US-Risikokapitalgeber Khosla Ventures, der Nitricity maßgeblich finanziert.

Diese Anfälligkeit ist nicht das einzige Problem des Stickstoffdüngers. Produktion und Einsatz in der Landwirtschaft weltweit setzen enorme Mengen Kohlendioxid (CO₂) frei. Schätzungen zufolge entfallen rund fünf Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen auf Düngung, die Hälfte davon allein auf Stickstoff.

„Das ist vergleichbar mit anderen emissionsintensiven Branchen wie der Zementindustrie oder der Luftfahrt“, sagt James Lazenby, Analyst bei der Denkfabrik Future Cleantech Architects (FCA) aus Remscheid. Start-ups und große Firmen suchen nach Alternativen und neuen, klimaschonenden Verfahren, doch sie stoßen auf eine hohe Hürde.

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