(+) Goldschmied gefesselt: Tochter bricht im Prozess zusammen
Gericht Goldschmied brutal überfallen: Tränen im Gericht – aber nicht bei den Angeklagten Usi S. (vorne links), Dragan P. (hinten links) und Marjan A. (rechts) stehen vor dem Landgericht, w...
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Gericht
Goldschmied brutal überfallen: Tränen im Gericht – aber nicht bei den Angeklagten
Ein Hamburger Goldschmied wird in seiner Wohnung überfallen und ausgeraubt. Jetzt stehen drei Männer vor Gericht, der Prozessauftakt wird emotional.
Ein leises Schluchzen ist in der hinteren Reihe des Zuschauerraums zu hören. Eine junge Frau lehnt sich an ihren Partner, sie versucht, die Laute mit ihrer Hand zu unterdrücken. Vor Gericht wird die Anklage gegen drei Männer verlesen. Sie sollen ihren Vater, einen Hamburger Goldschmied, geknebelt und gefesselt und ihm mit dem Tode gedroht haben. Der Vorwurf: schwerer Raub.
Dragan P. (49), Marjan A. (47) und Usi S. (24) sollen mit Hilfe dreier weiterer Männer einen 71-jährigen Goldschmied aus Langenhorn bei einer lange vorbereiteten Tat ausgeraubt haben.
Juwelier in Langenhorn überfallen: drei Männer vor Gericht
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Hierfür sollen die Angeklagten im Februar 2025 ihr späteres Opfer im Internet und vor Ort ausgekundschaftet haben. Sie brachten zudem einen GPS‑Tracker an seinem Fahrzeug an, so die Staatsanwältin.
Am Tattag, dem 17. März 2025, war die Frau des Goldschmieds im Fitnessstudio und wurde laut Anklage dort von einem der weiteren Täter überwacht. Der Mann ist den Behörden namentlich bekannt, er ist auf der Flucht.
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Gegen 10.15 Uhr sollen die anderen Männer die Wohnung des Goldschmieds betreten haben, nachdem sie geklingelt hatten und er ihnen die Tür öffnete. „Sie schlugen ihm mit der Faust ins Gesicht und schleiften ihn in die Küche“, verliest die Staatsanwältin aus der Anklage. „Dort fesselten sie ihn mit einer mitgebrachten Kordel und knebelten ihn mit einem Tuch.“ Während diese Grausamkeiten verlesen werden, bricht die Tochter im Gerichtssaal in Tränen aus.
Diebe erbeuteten Altgold, Edelsteine und Schmuck
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Weiter sollen die Angeklagten den 71-Jährigen nach einem Tresor gefragt und ihm mit dem Tode gedroht haben. Der Goldschmied erlitt eine aufgeplatzte Lippe, Prellungen an Kopf und Gesicht sowie Abschürfungen an den Handgelenken.
In der Wohnung erbeuteten die Männer Schmuck im Wert von 180.000 Euro sowie Edelsteine und Altgold im Wert von 70.000 Euro, so die Staatsanwältin.
Mit zwei Autos fuhren die Angeklagten noch am selben Tag nach Berlin. Dragan P. und zwei weitere Mittäter sollen dort die rund 483 Gramm Altgold bei einem Juwelier für rund 19.000 Euro verkauft haben.
Weitere mutmaßliche Mittäter auf der Flucht
Zwei der weiteren drei Mittäter sind auf der Flucht. Der Dritte soll Beschuldigter in einem weiteren Verfahren sein und sich in Brandenburg aufhalten.
Die Männer, die am Donnerstag vor dem Landgericht sitzen, hüllen sich in Schweigen. Bewegungslos lauschen sie der Dolmetscherin, die ins Serbische übersetzt. Da macht der Richter eine plötzliche Bemerkung: „Ich habe da mal eine Studie gelesen: Pilot ist der stressigste Beruf und Dolmetscher der zweitstressigste.“ Leises Lachen im Saal. „Ist wirklich wahr“, sagt er.
Das Verfahren vor dem Landgericht geht bereits am Freitag weiter. Dann wird auch der Goldschmied aussagen, der als Nebenkläger auftritt.