Glücksspiel geht weiter: Vom Mercure Hotel in Trierer Altstadt: Hierhin will die Spielbank umziehen
Die Trierer Spielbank muss ihren angestammten Sitz an der Porta Nigra aufgeben. Eine Gewerbefläche mitten in der Altstadt, die seit Ewigkeiten leer steht, könnte zum neuen Standort werden.
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Glücksspiel geht weiter Vom Mercure Hotel in Trierer Altstadt: Hierhin will die Spielbank umziehen
Exklusiv | Trier · Die Trierer Spielbank muss ihren angestammten Sitz an der Porta Nigra aufgeben. Eine Gewerbefläche mitten in der Altstadt, die seit Ewigkeiten leer steht, könnte zum neuen Standort werden.
14.08.2026 , 07:59 Uhr
Die Spielbank Trier, in der es neben einem Roulette-Tisch rund 80 Spielautomaten gibt, ist dringend auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten. Mitten in der Altstadt könnte sie nun fündig geworden sein.
Foto: picture alliance / dpa/Jan Woitas
Von der Porta in den Keller: Die Spielbank Trier, die dringend auf der Suche nach einer neuen Bleibe ist, will in eins der wichtigsten Bauprojekte der Altstadt umziehen. Noch ist der Mietvertrag jedoch nicht geschlossen.
Freiwillig verlässt die Spielbank ihren seit den 1980er-Jahren angestammten Platz in der Immobilie des Mercure Hotels vis-à-vis der Porta Nigra nicht. Die Spielbank ist Untermieterin des Hotels, dessen Betreiber gibt den Standort allerdings zum Ende des Jahres auf – weswegen auch der Mietvertrag der Spielbank ausläuft.
Spielbank ist Untermieterin beim Mercure Hotel Porta Nigra
„Wir wollen aber auf jeden Fall in Trier bleiben!“, hatte Michael Seegert, einer der beiden Geschäftsführer der Spielbank GmbH, Ende Juni gegenüber dem Volksfreund betont. Einfach sei die Suche nach einem neuen Standort jedoch nicht – die Glücksspielsatzung der Stadt schließt viele Straßenzüge und Viertel von der Ansiedlung einer Spielbank und anderer Glücksspielstätten aus.
Seegert sprach allerdings im Juni auch schon davon, im Gespräch zu sein über die Anmietung geeigneter und baurechtlich zulässiger Räumlichkeiten in der Innenstadt. Näheres wollte der Spielbank-Chef damals allerdings nicht preisgeben.
Auf Volksfreund-Nachfrage hat Seegert nun bestätigt, dass es sich um das Tiefgeschoss der alten Treviris-Passage handelt. „Ja, wir führen ernst zu nehmende Gespräche mit dem Vermieter, aber es sind noch zahlreiche Dinge zu klären, abgeschlossen ist die Sache noch nicht“, betont Seegert.
Treviris-Passage wird für 50 Millionen Euro zum Quartier Treviris
Die alte Treviris-Passage hinter der Simeonstraße, mitten in der Altstadt, wird aktuell komplett saniert und zum modernen Wohn- und Geschäftsblock umgebaut. Die Trierer Stadtwerke und die Immobilien-Tochter der Volksbank (VoBa) Trier Eifel haben sich dafür zusammengetan. Mit der gemeinsamen Projektgesellschaft Quartier Treviris investieren sie nach eigenen Angaben rund 50 Millionen Euro in Instandsetzung und Umbau des stark in die Jahre gekommenen Blocks aus den 1980ern.
Johannes Kemmer, Chef der VoBa-Immobilientochter und – zusammen mit SWT-Architekt Christian Reinert – Geschäftsführer der Quartier Treviris GmbH, will sich auf Volksfreund-Anfrage nicht zur möglichen Vermietung an die Spielbank äußern. Auch die Stadtwerke halten sich bedeckt und verweisen auf die noch „laufenden Verhandlungen mit den potenziellen Mietern“.
Die Fläche, die für den Umzug der Spielbank im Gespräch ist, steht seit Anfang der 2000er-Jahre leer. Bis dahin war in dem Tiefgeschoss eine Filiale der Elektronikmarktkette ProMarkt zu Hause.
Supermarkt oder Discounter scheinen aktuell vom Tisch
Im Zuge der Komplettsanierung war zunächst angedacht, dass auf die rund 1.800 Quadratmeter im Kellergeschoss ein Supermarkt oder ein Discounter einziehen könnte. Immerhin gibt es in dem Block mehr als 100 Wohnungen – deren Mieter sich über eine Einkaufsmöglichkeit in direkter Nähe wohl freuen würden. Diese Pläne scheinen allerdings vom Tisch: Schon beim Vor-Ort-Termin mit dem Volksfreund Anfang Juli hatte VoBa-Immo-Chef Kemmer erklärt, dass vermutlich doch kein Nahversorger in das Tiefgeschoss einziehen werde.
In der alten Treviris-Passage hatte es im Erdgeschoss einen Netto-Markt gegeben. Im neuen Quartier Treviris ist nahezu das gesamte Erdgeschoss vorgesehen für die neuen Kundenzentren von Volksbank und Stadtwerken.
Die Spielbank Trier wird betrieben von der Spielbank Mainz GmbH, die als dritten Standort das Casino Bad Ems im Portfolio hat. Im Unterschied zu kleineren Spielotheken benötigt man für den Betrieb einer Spielbank eine staatliche Konzession. Zuständig in Rheinland-Pfalz ist dafür das Innenministerium.
Schutz vor Spielsucht: So funktioniert die Selbstsperre in Spielbanken
Warum der Staat überhaupt einen Glücksspielbetrieb konzessioniert, ist gesetzlich festgelegt: Der „natürliche Spieltrieb der Bevölkerung“ werde so „in geordnete und überwachte Bahnen gelenkt“ und „der Entwicklung und Ausbreitung von unerlaubten Glücksspielen in Schwarzmärkten“ entgegengewirkt, heißt es in Paragraf 1 des Glücksspielstaatsvertrags.
Fallen Besucher wegen eines bedenklichen Verhaltens auf, sind die Mitarbeiter der Spielbank verpflichtet, diese auf ein mögliches Suchtproblem anzusprechen und sie über Hilfsangebote zu informieren. Wer sich selbst vor Spielsucht schützen will, kann sich sperren lassen – bei der obligatorischen Personalausweiskontrolle am Einlass wird dann der Zutritt zur Spielbank verwehrt.
Kleinere Spielotheken, von denen es auch in Trier etliche gibt, unterliegen zwar ebenfalls strengen Auflagen, benötigen aber keine staatliche Konzession. Der Grund dafür liegt auch in der Menge des Geldes, das eingesetzt werden kann: In Spielotheken nehmen die Automaten pro Spiel nur eine bestimmte, kleinere Summe an – die Zeitspanne, in der zum Beispiel 20 Euro verspielt werden können, ist dadurch entsprechend lang.
In einer staatlich konzessionierten Spielbank gibt es diese Zeiteinheiten pro Einsatz nicht. Hunderte Euro können binnen Minuten verzockt werden.
Rheinland-Pfalz und Trier verdienen am Glücksspiel mit
Wegen der hohen Summen, die in Spielbanken über den Tisch gehen, und den damit einhergehenden potenziellen Betrugsanreizen, sind während in der Spielbank immer zwei Finanzbeamte vor Ort anwesend, um den ordnungsgemäßen Betrieb zu überwachen.
Laut Innenministerium meldete die Spielbank GmbH für die Zweigstelle Trier für das Jahr 2024 gut 44.650 Besucher, im Jahr 2025 waren es sogar gut 49.400 Besucher – was im Schnitt 135 Gästen pro Tag entspricht. Zuletzt erzielte die Spielbank Mainz GmbH jährliche Gewinne im Bereich von rund 2,5 Millionen Euro.
Der Staat und die Städte mit Spielbank-Sitzen verdienen an dem Glücksspiel ordentlich mit. Orientiert am Bruttospielergebnis muss die Spielbank eine Abgabe an das Land entrichten. Das Land leitet einen Teil dieser Abgabe an die Spielbank-Städte weiter. Trier erhielt aus dieser Zuweisung im Jahr 2025 rund 937.000 Euro.