Quartalszahlen: Salesforce hebt Jahresziele dank KI‑Boom an – Aktie steigt

Fielmann leidet unter schlechter Kauflaune in Deutschland +++ KI-Investitionen lassen Alibaba-Gewinn einbrechen +++ Umsatz von CTS Eventim wächst im ersten Halbjahr um 17 Prozent +++ Der Newsblog.

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Quartalszahlen: Salesforce hebt Jahresziele dank KI‑Boom an – Aktie steigt

Salesforce: Der US-Konzern überzeugt die Investoren. Foto: Reuters

Rückgang beim PC-Absatz überschattet die starken Quartalszahlen von HP

Ein Rückgang der Verkaufszahlen von Personal Computern (PC) hat starke Quartalszahlen von HP überschattet und die Aktie des US-Konzerns auf Talfahrt geschickt. Die Papiere fielen am Mittwoch im nachbörslichen Handel um zehn Prozent. Die Zahl der ausgelieferten PCs sei im dritten Quartal (bis 31. Juli) um 16 Prozent gesunken, teilte HP mit. Dennoch stieg der Umsatz in der Sparte um 18 Prozent. Der Gesamtumsatz kletterte dank einer starken Nachfrage nach KI-optimierten Rechnern um 12,5 Prozent auf 15,7 Milliarden Dollar. Damit übertraf HP die Erwartungen der Analysten von 14,38 Milliarden. Der bereinigte Gewinn lag bei 83 Cent pro Aktie und damit ebenfalls über den Prognosen von 69 Cent.

Für das vierte Quartal stellte HP einen bereinigten Gewinn zwischen 69 und 79 Cent pro Aktie in Aussicht. Dies liegt über der durchschnittlichen Schätzung von 67 Cent, wie aus Daten der LSEG hervorgeht. Zudem hob der Konzern seine Jahresprognose an. Dabei wird HP auch von Zoll-Rückerstattungen profitieren. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte kürzlich rund 100 Milliarden Dollar an Zöllen zurückgezahlt, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA diese Abgaben gekippt hatte. Allein im dritten Quartal machte dies bei HP elf Cent pro Aktie aus. Wie auch die Konkurrenten Dell, Apple und Lenovo hat HP die Preise für seine Geräte angehoben, da ein weltweiter Mangel an Speicherchips die Kosten in die Höhe getrieben hat. Der chinesische Rivale Lenovo hatte Anfang August dank des KI-Booms und Preiserhöhungen einen Umsatzsprung von 43 Prozent gemeldet. (

Salesforce hebt Jahresziele dank KI‑Boom an – Aktie steigt

Eine starke Nachfrage nach neuen Werkzeugen für Künstliche Intelligenz (KI) stimmt Salesforce zuversichtlicher: Der SAP-Rivale hob am Mittwoch seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Die Aktien des US-Konzerns legten im nachbörslichen Handel um sieben Prozent zu.

Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Salesforce nun einen Umsatz zwischen 46,1 und 46,4 Milliarden Dollar, nachdem zuvor 45,9 bis 46,2 Milliarden in Aussicht gestellt worden waren. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 16,67 bis 16,71 Dollar steigen. Bislang war das Unternehmen aus San Francisco von 14,06 bis 14,12 Dollar ausgegangen.

Der Umsatz im abgelaufenen Quartal lag bei 11,35 Milliarden Dollar rund damit leicht über den 11,32 Milliarden, die LSEG zufolge von Experten erwartet wurden. Der Gewinn je Aktie von 5,90 Dollar lag ebenfalls über den prognostizierten 3,26 Dollar. Das Unternehmen selbst hatte hier Erlöse von 11,27 bis 11,35 Milliarden Dollar und einen Gewinn zwischen 3,25 und 3,27 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt.

VIG verdient im Halbjahr deutlich mehr und bestätigt Prognose

Der österreichische Versicherungskonzern Vienna Insurance Group (VIG) hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr dank eines starken Osteuropa-Geschäfts und guter Kapitalanlageergebnisse kräftig gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern kletterte um rund ein Fünftel auf 641,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die verrechneten Prämien legten um 5,4 Prozent auf 9,03 Milliarden Euro zu. Dank geringerer Schäden verbesserte sich die Schaden-Kosten-Quote auf 91,4 von 91,9 Prozent. Gestiegene Marktwerte ließen zudem das Kapitalanlageportfolio um 4,1 Prozent auf 49,1 Milliarden Euro anwachsen. Für 2026 bekräftigte das Management die Prognose eines Vorsteuergewinns von 1,25 bis 1,30 Milliarden Euro.

Temu-Mutter PDD verfehlt Umsatzerwartungen

Der chinesische E-Commerce-Konzern PDD Holdings, Betreiber der Schnäppchen-Plattform Temu, hat im zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten verfehlt. Der Umsatz stieg in den drei Monaten bis Ende Juni um acht Prozent auf 112,36 Milliarden Yuan (rund 14,3 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 116,35 Milliarden Yuan gerechnet, wie aus Daten von LSEG hervorgeht. Der Nettogewinn brach um zwölf Prozent auf 27,2 Milliarden Yuan ein. Als Gründe für die Entwicklung nannte der Konzern den harten Preiskampf auf dem chinesischen Heimatmarkt sowie regulatorische Hürden im Ausland.

Umsatz von CTS Eventim wächst im ersten Halbjahr um 17 Prozent

Der Ticketvermarkter und Konzertveranstalter CTS Eventim hat im ersten Halbjahr dank des florierenden Geschäfts mit eigenen Festivals kräftig zugelegt. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstagabend in München mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebitda) konnte dabei nicht ganz mithalten und legte um zwölf Prozent auf 225,4 Millionen Euro zu.

Die operative Umsatzrendite sank auf 14,9 von 15,5 Prozent in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres. In der Ticketing-Sparte hätten ein veränderter Geschäftsmix und ein Sparprogramm auf die Rendite gedrückt, erklärte CTS Eventim. Das Geschäftsmodell sei „die Basis, um unseren nachhaltigen Wachstumskurs auch in den kommenden Jahren fortzusetzen“, sagte Vorstandschef und Großaktionär Klaus-Peter Schulenburg. 

Für das Gesamtjahr bleibt CTS Eventim aber bei seiner vorsichtigen Prognose: einem allenfalls leichten Zuwachs von Umsatz und Ebitda. Unter dem Strich blieb im ersten Halbjahr ein Gewinn von 120,4 Millionen Euro, der gut ein Drittel höher war als ein Jahr zuvor.

Fielmann senkt Umsatz- und Gewinnprognose

Deutschlands größte Optikerkette Fielmann nimmt ihre Gewinn- und Umsatzerwartungen für das laufende Jahr zurück. Das Unternehmen begründete den Schritt mit der schwachen Konjunktur und der schlechten Verbraucherstimmung in Deutschland, wo Fielmann etwa 60 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet.

Der Umsatz werde in diesem Jahr mit 2,5 bis 2,55 Milliarden Euro ungefähr 50 Millionen geringer ausfallen als gedacht, das entspreche einem Wachstum von maximal fünf statt bis zu sieben Prozent. Dabei gehe Fielmann von einer Beschleunigung des Umsatzwachstums aus, dank mehr Personal und höherer Produktivität. Die gebremste Umsatzentwicklung wirke sich in diesem Jahr aber auch auf das Ergebnis aus, weil Kostendisziplin nur einen Teil der Umsatzeinbußen abfedern könne. 

Fielmann erwarte deshalb für 2026 nur noch ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) von 560 bis 580 Millionen Euro. Die Spanne liege um 30 Millionen Euro unterhalb der bisherigen Zielmarke. Die bereinigte Umsatzrendite vor Steuern werde bei zwölf Prozent liegen; bisher hatte Fielmann bis zu 13 Prozent in Aussicht gestellt.

Hohe Spritpreise bremsen Walmart – Konzern hebt dennoch Jahresprognose an

Der US-Handelsriese Walmart hat wegen der Kaufzurückhaltung der Kunden angesichts hoher Benzinpreise die Umsatzerwartungen der Wall Street verfehlt. Der weltgrößte Einzelhändler hob jedoch am Donnerstag seine Jahresziele leicht an und verwies zur Begründung auf das starke Wachstum seiner E-Commerce-Sparte. 

Die flächenbereinigten Umsätze in den USA seien im abgelaufenen Quartal um 2,6 Prozent gestiegen, während Analysten mit einem Plus von 3,8 Prozent gerechnet hatten, teilte der Konzern mit. Walmart erklärte zudem, erhaltene Zollerstattungen weiterhin zur Preissenkung zu nutzen. Das bereinigte operative Ergebnis habe mit 750 Basispunkten von diesen Zollerstattungen profitiert.

KI-Investitionen lassen Alibaba-Gewinn einbrechen

Hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) haben den Gewinn des chinesischen Technologiekonzerns Alibaba im abgelaufenen Quartal einbrechen lassen. Der Nettogewinn sank um 75 Prozent auf 10,5 Milliarden Yuan (1,55 Milliarden Dollar), wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Grund dafür seien vor allem die um 75 Prozent auf 67,7 Milliarden Yuan gestiegenen Ausgaben für die KI-Infrastruktur gewesen. Der Umsatz sei derweil um neun Prozent auf 269 Milliarden Yuan geklettert, was die strategische Neuausrichtung des Unternehmens unterstreicht.

Während das traditionelle Kerngeschäft mit dem Online-Handel schwächelte, boomte die Sparte für Cloud-Dienste und KI. Der Umsatz in diesem Bereich habe sein Wachstum auf 45 Prozent beschleunigt. Die Erlöse mit KI-bezogenen Produkten seien das zwölfte Quartal in Folge im dreistelligen Prozentbereich gestiegen. „Wir haben ein starkes Quartal geliefert, angetrieben durch die verbesserte Kommerzialisierung unserer umfassenden KI-Fähigkeiten“, sagte Konzernchef Eddie Wu. Er sieht Alibaba in einer hervorragenden Position, um vom erheblichen Wachstum der Nachfrage nach KI zu profitieren. 

BayernLB bleibt trotz Gewinnsteigerung vorsichtig

Trotz eines Gewinnzuwachses im ersten Halbjahr erwartet die Bayerische Landesbank (BayernLB) für 2026 weiterhin einen Rückgang. In den ersten sechs Monaten stieg das Ergebnis vor Steuern vor allem dank eines höheren Zinsüberschusses bei der Direktbank-Tochter DKB auf 779 (Vorjahr: 745) Millionen Euro, wie die nach Bilanzsumme zweitgrößte deutsche Landesbank am Donnerstag mitteilte. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 571 (552) Millionen Euro. „Wir haben dank unseres ausgewogenen, resilienten Geschäftsmodells und der Stärke unserer Tochter DKB im ersten Halbjahr ein solides Ergebnis erzielt“, sagte Vorstandschef Stephan Winkelmeier. Trotzdem hält die BayernLB an ihrer Prognose fest, dass der Gewinn vor Steuern mit 1,1 bis 1,3 (1,38) Milliarden Euro unter dem Vorjahresniveau liegen wird.

Coty enttäuscht mit Ausblick – Aktie gibt nach

Der US-Kosmetikkonzern Coty hat die Anleger mit einem enttäuschenden Ausblick auf das laufende Quartal verschreckt und seine Aktie auf Talfahrt geschickt. Die Aktie des Unternehmens fiel am Mittwoch im nachbörslichen Handel um sieben Prozent. Coty prognostizierte für das erste Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von elf bis 13 Cent, was unter den Analystenschätzungen von 14 Cent liegt. Zudem legte das Unternehmen keine Jahresprognose vor und bezeichnete das Geschäftsjahr 2027 als „Übergangsjahr“. Im Zuge des Konzernumbaus kündigte Coty zudem die Ernennung der ehemaligen Finanzchefin von British American Tobacco, Soraya Benchikh, zur neuen Finanzvorständin an.

Der schwache Ausblick überschattete einen überraschend guten Umsatz im abgelaufenen vierten Quartal. Dank einer robusten Nachfrage nach Parfüm und Kosmetika stieg der Umsatz per Ende Juni um 1,3 Prozent auf 1,27 Milliarden Dollar, während Analysten einen Rückgang erwartet hatten. Der bereinigte Verlust je Aktie fiel mit zwei Cent jedoch höher aus als erwartet. Coty treibt derzeit eine Strategie voran, die auf eine Straffung des Geschäfts und Kostensenkungen abzielt. Dies soll auch die erwarteten Umsatzeinbußen durch die vorzeitige Rückgabe der Gucci-Beauty-Lizenz im Geschäftsjahr 2028 ausgleichen. Zudem prüft der Konzern den Verkauf von Marken wie CoverGirl und Rimmel.

Starke Nachfrage nach Luxus-Kosmetik beflügelt Estee Lauder

Der US-Kosmetikkonzern Estee Lauder hat mit einem optimistischen Geschäftsausblick die Anleger überzeugt. Die Aktie des New Yorker Unternehmens legte am Mittwoch im vorbörslichen Handel an der Wall Street um fast acht Prozent zu. Für das Geschäftsjahr 2027 rechne der Eigentümer von Marken wie Clinique und M.A.C mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 3,10 und 3,35 Dollar und liegt damit über den Markterwartungen, wie der vor rund 120 Jahren gegründete Konzern mitteilte. Zudem übertraf der Umsatz im abgelaufenen vierten Quartal mit 3,63 Milliarden Dollar die Erwartungen von 3,54 Milliarden Dollar.

Hintergrund der Zuversicht ist eine robuste Nachfrage von wohlhabenden und jüngeren Kunden, insbesondere nach Trendartikeln, Luxus-Düften und Hautpflegeprodukten. Marken wie Le Labo und Balmain Beauty treiben das Geschäft an. Allein die Luxus-Parfümmarken Le Labo und Tom Ford sorgten im vierten Quartal für ein Umsatzwachstum von zehn Prozent. Die klassische Kollektion von Le Labo, bei der 50-Milliliter-Parfums für 250 Dollar verkauft werden, profitierte von erweiterten Vertriebskanälen und einer gezielten Ansprache neuer Käuferschichten.

Britvic-Kauf hilft Carlsberg über schwaches Halbjahr hinweg

Die Übernahme des britischen Getränkeherstellers Britvic zahlt sich für den Brauereikonzern Carlsberg schneller aus als erwartet. Der weltweit drittgrößte Brauer rechnet nun mit einem Wachstum des organischen Betriebsgewinns zwischen vier und sechs Prozent statt mit zwei bis sechs Prozent, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. 

Als Grund für den Optimismus nannte Carlsberg die Synergien aus der Übernahme von Britvic im vergangenen Jahr. Von den erwarteten Einsparungen von insgesamt 110 Millionen Pfund sollen bereits 2026 rund 50 Prozent realisiert werden, deutlich mehr als die zuvor anvisierten 30 bis 40 Prozent.

Im ersten Halbjahr verfehlte Carlsberg bei Absatz, Umsatz und Gewinn die Prognosen der Analysten. Der Betriebsgewinn lag im Halbjahr mit 7,45 Milliarden dänischen Kronen (0,99 Milliarden Euro) unter der Markterwartung von 7,55 Milliarden Kronen. Als Hauptgrund nannten die Dänen das Geschäft in Asien. Insbesondere in China, dem größten Einzelmarkt des Konzerns, hätten Unwetter wie Taifune und Überschwemmungen die bereits schwache Nachfrage zusätzlich belastet, sagte Aarup-Andersen. Er rechne damit, dass sich dies auch im dritten Quartal fortsetzen werde.

Heidelberger Druck meldet sinkenden Umsatz: Verlust steigt auf 32 Millionen Euro

Der Druckmaschinenhersteller leidet unter schwachen Märkten. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/2027 brach der Umsatz auf 404 Millionen Euro ein – nach 466 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Verlust nach Steuern weitete sich auf 32 Millionen Euro aus, nach minus elf Millionen Euro. Die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebitda) kollabierte auf 0,2 Prozent. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen das Auslaufen eines staatlichen Förderprogramms in Italien.

Heidelberger Druck treibt derweil seinen Umbau zum Technologiekonzern voran und steigt in die Geschäftsfelder Drohnenabwehr und Energiespeicher ein. Zusammen mit dem ukrainischen Entwickler Skyeton sollen autonome Luft-Boden-Systeme entstehen, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Zudem wolle das Unternehmen in die Produktion von Natrium-Ionen-Batteriespeichern einsteigen. „Unsere Investitionen anhand der strategischen Agenda prägen das laufende Geschäftsjahr von Heidelberg. Wir wollen die Marktposition des Unternehmens weiter stärken und neue Potenziale erschließen“, erklärte Konzernchef Jürgen Otto.

Boom bei E-Rezepten stimmt DocMorris zuversichtlicher

Die Online-Apotheke DocMorris hat nach Zuwächsen im ersten Halbjahr ihre Jahresziele angehoben. Grund für die positive Entwicklung sei ein kräftiges Wachstum vor allem im Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten gewesen, teilte die Firma am Mittwoch mit. „Unsere Umsatzdynamik und unsere operative Effizienz haben im ersten Halbjahr 2026 in allen Bereichen klar zugelegt“, sagte Firmenchef Walter Hess. Für das Gesamtjahr rechne er daher nun mit einem Umsatzwachstum von neun bis 13 Prozent und einem bereinigten operativen Verlust zwischen zehn und 17,5 Millionen Franken. 

Das Ziel, in der zweiten Jahreshälfte operativ die Gewinnschwelle zu erreichen, bestätigte Finanzvorstand Daniel Wüest. In den ersten sechs Monaten sei der Umsatz um 12,5 Prozent auf 627,8 Millionen Franken gestiegen, während sich der bereinigte operative Verlust (Ebitda) auf 10,9 Millionen Franken mehr als halbierte. Das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) sei um 38,3 Prozent in die Höhe geschossen, der Bereich Digital Services wuchs um gut 71 Prozent. 

Geberit steigert Gewinn trotz höherer Kosten und Währungsdruck

Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im ersten Halbjahr dank einer starken Nachfrage und Preiserhöhungen mehr verdient und umgesetzt. Der Nettoumsatz stieg währungsbereinigt um 5,9 Prozent auf 1,71 Milliarden Franken, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der operative Gewinn (Ebitda) legte um drei Prozent auf 529 Millionen Franken zu, die entsprechende Marge blieb mit 30,9 Prozent stabil. 

Das Wachstum sei vor allem auf höhere Volumen und Preise zurückzuführen. Gestiegene Materialkosten und negative Währungseffekte hätten dies jedoch teilweise ausgeglichen. Besonders stark sei das Geschäft in Osteuropa sowie in Nahost/Afrika gewesen. Für das Gesamtjahr rechne der Vorstand weiterhin mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent und einer Ebitda-Marge auf Vorjahresniveau.

Klarna schreibt schwarze Zahlen und übertrifft Analysten-Erwartungen

Der schwedische Finanzdienstleister Klarna hat mit seinem Gewinn im zweiten Quartal die Markterwartungen übertroffen. Das Unternehmen, das Konsumentenkredite für Online-Käufe anbietet, gab am Dienstag einen Quartalsgewinn von neun Millionen Dollar bekannt, verglichen mit einem Verlust von 53 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum und mittleren Analystenschätzungen von minus 17,4 Millionen Dollar. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auf 91 Millionen Dollar von 29 Millionen im Vorjahr, der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 1,04 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 993,8 Millionen Dollar.

Das Bruttowarenvolumen (GMV) als Maß der Geschäftstätigkeit stieg im Quartal um 18 Prozent auf 36,6 Milliarden Dollar, in den USA stieg das GMV sogar um 27 Prozent. Dennoch senkte das Unternehmen seine GMV-Prognose für das Gesamtjahr von zuvor über 155 Milliarden Dollar auf 149 bis 151 Milliarden Dollar und begründete dies mit „einer zurückhaltenderen Einschätzung vor allem der Umsätze in Deutschland, unserem volumenmäßig größten Markt“.

Heimwerker verhelfen US-Baumarktkette Home Depot zu überraschend guten Zahlen

Die US-Baumarktkette Home Depot hat dank des ungebrochenen Trends zu kleineren Reparatur- und Instandhaltungsprojekten im zweiten Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Der Umsatz stieg um 5,7 Prozent auf 47,86 Milliarden Dollar, wie der Branchenprimus am Dienstag mitteilte.

Anhaltend hohe Zinsen bremsen den US-Häusermarkt, weshalb viele Hausbesitzer auf größere Umbauten oder einen Umzug verzichten und stattdessen in kleinere Projekte wie Malerarbeiten oder Gartenpflege investieren. Für das Gesamtjahr bestätigte der weltgrößte Baumarktkonzern seine Prognose. Er rechne weiterhin mit einem vergleichbaren Umsatz, der im Vorjahresvergleich zwischen stagnierend und plus zwei Prozent liegt, sowie einem bereinigten Gewinn pro Aktie in einer Spanne von stagnierend bis plus vier Prozent.

Steigende Kosten verursachen Gewinneinbruch bei Xiaomi

Gestiegene Preise für Speicherchips und andere Komponenten brocken Xiaomi einen überraschend deutlichen Gewinneinbruch ein. Ein weiterer Belastungsfaktor sei der verschärfte Wettbewerb, teilte der chinesische Smartphone- und Elektroauto-Hersteller am Dienstag mit. Das Nettoergebnis sei im zweiten Quartal um 42,6 Prozent auf umgerechnet 794,2 Millionen Euro geschrumpft. Der Umsatz blieb mit 13,95 Milliarden Euro ebenfalls hinter den Markterwartungen zurück.

Xiaomi bietet vor allem preisgünstige Smartphones an, bei denen die Kosten für Speicherchips, deren Preise sich in den vergangenen zwölf Monaten vervielfacht haben, einen vergleichsweise hohen Anteil ausmachen. Weil das Unternehmen die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterreichte, brach der Handy-Absatz im Berichtszeitraum um 26 Prozent auf 31,2 Millionen Geräte ein. Gleichzeitig sank die Gewinnmarge um etwa ein Viertel auf 8,5 Prozent.

Die relativ neue Elektroautosparte wuchs dagegen um knapp 16 Prozent. Sie verbuchte zusammen mit dem KI-Geschäft einen Verlust von 333 Millionen Euro. Ab dem kommenden Jahr will Xiaomi seine Fahrzeuge auch in Europa verkaufen.

Schwaches Werbegeschäft bremst Baidu – KI-Sparte als Lichtblick

Der chinesische Internetkonzern Baidu hat im zweiten Quartal trotz eines boomenden KI-Geschäfts die Umsatzerwartungen verfehlt. Die schwächelnde Konjunktur in China und die maue Konsumlaune hätten das Kerngeschäft mit Onlinewerbung belastet, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Gesamtumsatz sei um vier Prozent auf 31,33 Milliarden Yuan (umgerechnet 4,65 Milliarden Dollar) gesunken und habe damit die Analystenschätzungen verfehlt. Die Einnahmen aus der Onlinewerbung seien sogar um 19 Prozent eingebrochen.

Einen Lichtblick bot die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Sparte, deren Umsatz um 25 Prozent zulegte. Baidu hat die Investitionen in KI-Infrastruktur und Fachkräfte erhöht. Analysten zufolge droht Baidu im Rennen um die Entwicklung von KI-Technologien dennoch den Anschluss an Konkurrenten wie Bytedance und Alibaba zu verlieren. Das große Sprachmodell „Ernie“ hat seit Monaten kein größeres Update mehr erhalten, während die Konkurrenz kontinuierlich neuere Versionen ihrer Modelle auf den Markt bringt.

Einhell wächst dank hoher Nachfrage nach Akku-Geräten

Der Werkzeughersteller Einhell hat sich dank seiner starken Akku-Sparte im ersten Halbjahr wacker geschlagen. Trotz der allgemeinen Konjunkturflaute und der für das Gartengeschäft widrigen Wetterbedingungen konnte der Umsatz leicht auf 636,2 Millionen Euro gesteigert werden, wie die im Kleinwerteindex SDax gelistete Firma am Dienstag mitteilte. 

Das Ergebnis blieb mit 62,6 Millionen Euro stabil. Zugpferd sei einmal mehr die Akku-Plattform Power X-Change gewesen, die ihren Anteil am Konzernumsatz auf 56 Prozent ausbaute. Der Vorstand bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr, die weiterhin einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro und eine Rendite von etwa neun Prozent vorsieht.

BHP steigert Gewinn um 30 Prozent – Kupfererlöse überholen erstmals Eisenerz

Der australische Rohstoffkonzern BHP hat im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich zugelegt: Der bereinigte Gewinn stieg in den zwölf Monaten auf 13,2 Milliarden Dollar und lag damit 30 Prozent über dem Vorjahreswert. Rückenwind kam von hohen Rohstoffpreisen und einer starken operativen Leistung. Zudem kündigte der Konzern eine Schlussdividende von 99 Cent an.

Bemerkenswert ist auch die Entwicklung auf der Umsatzseite: Die Erlöse aus Kupfer übertrafen im Gesamtjahr erstmals die aus Eisenerz – ein wichtiger Meilenstein für den weltgrößten Bergbaukonzern. Kupferpreise erreichten im Berichtszeitraum Rekordstände, während sich Eisenerz trotz der Belastungen durch Chinas Immobilienflaute robust hielt. 

Finanzkonzern W&W stemmt sich gegen Bauspar-Flaute

Geringere Verluste im Bauspar- und Baufinanzierungs-Geschäft von Wüstenrot haben den Gewinn des Finanzkonzerns W&W nach oben getrieben. Im ersten Halbjahr schrieb die Wüstenrot & Württembergische (W&W) einen Nettogewinn von 105 (Vorjahr: 91) Millionen Euro, wie sie am Freitag in Kornwestheim bei Stuttgart mitteilte. Für das Gesamtjahr bleibt es bei der Prognose eines Gewinns von 120 bis 150 Millionen Euro. W&W intensiviere seine Effizienzsteigerungen insbesondere im Geschäftsfeld Wohnen und in der IT, um auf die anhaltende Schwäche an den Immobilienmärkten und die Herausforderungen an den Zinsmärkten sowie den allgemeinen Kostendruck zu reagieren, hieß es in der Mitteilung.

Bei der Bauspar-Tochter Wüstenrot, der Nummer zwei hinter Schwäbisch Hall, ging das abgeschlossene Neugeschäft um elf Prozent zurück, das eingelöste Neugeschäft wuchs aber um drei Prozent. Das Kredit-Neugeschäft sei aufgrund einer „noch stärker ertragsorientierten Annahmepolitik“ um elf Prozent gedrosselt worden. Der Bestand an Baudarlehen wuchs aber um 2,5 Prozent auf 30,9 Milliarden Euro. Der Verlust im Geschäftsfeld Wohnen sank auf zwölf (51) Millionen Euro.

Applied Materials übertrifft Erwartungen dank KI-Boom

Applied Materials hat mit seinem Ausblick für das laufende Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Der US-Anbieter von Anlagen für die Halbleiterproduktion wird von der anhaltend hohen Nachfrage nach Ausrüstung für die Fertigung von KI-Chips beflügelt. Für das vierte Quartal stellte das Unternehmen am Donnerstag einen Umsatz von rund 10,3 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten LSEG-Daten zufolge im Schnitt lediglich mit 9,5 Milliarden Dollar gerechnet. Im abgelaufenen dritten Quartal, das am 26. Juli endete, verzeichnete Applied Materials einen Umsatz von 9,1 Milliarden Dollar. Auch hier übertraf der Konzern die Schätzungen von knapp neun Milliarden Dollar.

Dennoch fiel die Aktie im nachbörslichen Handel um fünf Prozent. Analyst Brian Chin vom Finanzdienstleister Stifel erklärte dies mit den hohen Erwartungen der Investoren im Vorfeld der Zahlen. Konkurrenten wie Lam Research und KLA hatten starke Quartalsergebnisse und Wachstumsprognosen vorgelegt. Die Papiere von Applied Materials haben sich in diesem Jahr bereits mehr als verdoppelt.

Maue Konsumstimmung belastet JD.com - Erstes Umsatzminus seit Jahren

Die Konsumflaute in China hat dem Online-Händler JD.com sein erstes Umsatzminus in einem Quartal seit mehr als zehn Jahren beschert. Die Erlöse sanken in den drei Monaten bis Ende Juni um 2,9 Prozent auf 346,4 Milliarden Yuan (rund 45 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 345 Milliarden Yuan gerechnet, wie aus Daten der LSEG hervorgeht. Den Nettogewinn konnte der Konzern dagegen steigern. Die in den USA gelisteten Aktien gaben im vorbörslichen Handel um etwa zwei Prozent nach.    Sorgen um Arbeitsplätze und die anhaltende Krise auf dem Immobilienmarkt belasten derzeit die Konsumstimmung in China. 

In Europa will JD.com mit der Übernahme der Holding Ceconomy, der Muttergesellschaft der Elektronikhandelsketten MediaMarkt und Saturn, wachsen. Der Konzern würde durch den Zukauf Zugriff auf große Online-Shops, deren Daten und Technik sowie über 1000 Filialen erhalten. Doch die Pläne sind nicht in trockenen Tüchern: Die EU-Kommission verdächtigt den chinesischen Tech-Riesen, die Milliarden-Übernahme mit Hilfe staatlicher Beihilfen zu stemmen. Die vorläufige Frist für eine Entscheidung der Brüsseler Behörde läuft bis zum 2. Oktober 2026. 

Boom bei Sandalen-Klassiker – Birkenstock hebt Prognose an

Dank der ungebrochen starken Nachfrage nach seinen bequemen Korksandalen hat der Schuhhersteller Birkenstock seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. 2026 werde nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 15 Prozent und ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) von mindestens 710 Millionen Euro erwartet, teilte das in New York börsennotierte Traditionsunternehmen am Donnerstag mit.

Im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal stieg der Umsatz währungsbereinigt um 15 Prozent auf 720 Millionen Euro. Der Nettogewinn sank zwar um 15 Prozent auf 110 Millionen Euro. Das lag jedoch an einmaligen Kosten im Zusammenhang mit einem Aktienrückkauf und einer Refinanzierung.

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