Geocacher aus Wilsdruff auf Jagd nach dem Dino
Hunderttausende Geocacher gehen weltweit auf digitale Jagd nach versteckten "Schätzen" - vielleicht gerade zum heutigen Internationalen Geocaching-Tag. Geocaching gibt es seit mehr als 20 Jahren. Doch die Rätsel sind kniffliger und technisch raffinierter geworden. Ein Geocacher aus Wilsdruff zeigt verborgene Verstecke und erklärt, welche teuren Hilfsmittel er für seine Suchen braucht.
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Internationaler Geocaching-Tag
Stand: 15.08.2026 07:00 Uhr
Hunderttausende Geocacher gehen weltweit auf digitale Jagd nach versteckten "Schätzen" - vielleicht gerade zum heutigen Internationalen Geocaching-Tag. Geocaching gibt es seit mehr als 20 Jahren. Doch die Rätsel sind kniffliger und technisch raffinierter geworden. Ein Geocacher aus Wilsdruff zeigt verborgene Verstecke und erklärt, welche teuren Hilfsmittel er für seine Suchen braucht.
von Philipp Brendel, MDR SACHSEN
Roy Jacubasch hat einen Code an einem Strommast entdeckt. Der Geocacher gibt diesen in einer speziellen App in sein Handy ein. Eine Karte öffnet sich mit Hinweisen, wie er die nächste Station bei seiner digitalen Schnitzeljagd findet.
Seit 15 Jahren ist der Mann aus Wilsdruff mit seiner Familie in der Heimat, aber auch deutschlandweit auf der Suche nach Caches. Das sind kleine Behälter, in denen ein Logbuch liegt, in das sich der Suchende einträgt. Durchs Wandern seien sie zum Geocaching gekommen - zu Beginn noch mit GPS-Gerät, so Jacubasch. Die mittlerweile 13-jährige Tochter sei im Bauch der schwangeren Mama auch schon mit dabei gewesen.
Seit 15 Jahren trägt sich Roy Jacubasch aus Wilsdruff in Logbücher beim Geocaching ein. Mehr als 13.000 solcher Caches hat er mit seiner Familie bereits gefunden.
Auf der Jagd nach dem ältesten, aktiven Cache
Für das Team "Walkaholic" - so wie sich Roy Jacubasch mit seiner Familie und Hündin Schnuffelnase nennt - sei Geocaching mehr als nur ein Hobby. "Geocaching ist mittlerweile zu einem Lebensinhalt geworden", schildert der 39-Jährige. Sie planen die Urlaube so, um möglichst viele Caches aufzustöbern. Die Familie ist auch schon extra einen rund 400 Kilometer langen Umweg über Belgien gefahren, um den ältesten, aktiven Cache zu finden, sagt Jacubasch.
Geocaching ist mittlerweile zu einem Lebensinhalt geworden. Roy Jacubasch | Geocacher
Auf die Topliste kommt es nicht an
Schnuffelnase rennt über eine Streuobstwiese in Wilsdruff. Der Labrador-Mischling schnappt nach Grashüpfern. Roy Jacubasch bleibt an einem Baum stehen. Beim Geocaching gehe es auch darum, mit offenem Augen durch die Natur zu gehen. "Man hat über die Jahre diesen Blick entwickelt, dass da zum Beispiel etwas ist, was da gar nicht hingehört", sagt der Wilsdruffer und deutet auf den Stein.
Jacubasch hebt den Stein hoch, an dem ein Röhrchen hängt. In diesem steckt das winzig kleine Logbuch, in das sich der Geocacher einträgt. Als "Walkaholic" haben sie bereits mehr als 13.000 Caches gefunden und mehr als 100 versteckt, erklärt Jacubasch. Aber auf einen Platz auf der Topliste - auf der manche mehr als 100.000 gefundene Caches verbuchen können - komme es ihnen nicht an, erklärt er. "Das ist nicht unser Ansporn da ganz oben zu sein." Die selbst versteckten Schätzlein sollen zum Nachdenken anregen und knifflig sein.
Das ist nicht unser Ansporn da ganz oben zu sein. Roy Jacubasch | Geocacher
Denn das sei gerade das Reizvolle am Geocaching: wenn ein Rätsel schwerer zu lösen, ein Versteck schwerer zu finden ist. Jacubasch nennt als Beispiel einen Cache, der auf einer Insel in einem Teich in Moritzburg versteckt ist. "Den erreiche ich mit Boot, Schwimmen, Luftmatratze oder zu gewissen Jahreszeiten in der Wathose", sagt er.
Manche Caches sind schwerer zu erreichen. So braucht Roy Jacubasch auch mitunter auch einen langen Greifarm, um an hoch gelegene Verstecke zu kommen.
Mehr als 5.000 Euro für Kletterausrüstung und Boote
Roy Jacubasch öffnet seinen Kofferraum. Denn für den nächsten versteckten "Schatz" braucht auch er hilfreiches Werkzeug. Der gelernte Tischler nimmt einen Teleskopstab mit einem Magnet, dann einen langen Greifarm in die Hand. "Damit komme ich an Caches, die magnetisch sind oder in Bäumen hängen." Und das könne ganz schön was kosten, um an die entlegenen Orte zu gelangen. Kletterausrüstung, Leiter, Boote - mehr als 5.000 Euro habe Jacubasch schon für sein Hobby ausgegeben.
Er habe schon mehr als 5.000 Euro seit 2012 für Hilfsmittel ausgegeben, erklärt Roy Jacubasch.
Neuer Trend mit Escape Room Charakter
Durch Gestrüpp und hohes Gras kommt Jacubasch an einem rechteckigen Holzkasten an, der an einem Baum hängt. Er öffnet ihn und ein Display taucht auf. Nun muss der Geocacher - eben selbst noch auf der Jagd durch die Wildnis - einen kleinen Dino in einem Computerspiel über Hindernisse navigieren. Dann führt Jacubasch den kleinen Dinosaurier nach Hause und das Logbuch fällt unten aus dem Kasten.
Auf ausgefalleneren Suchen wartet auf Geocacher auch schon mal ein Computerspiel.
Und die Rätsel und Verstecke werden immer raffinierter, wie Jacubasch an einem neuen Trend erklärt. So versteckt so mancher Besitzer eines Hauses - wenn sich keine Mieter finden - in diesem Caches. Geocacher müssen sich dann durch die Räume, wie in einem Escape Room, durcharbeiten.
Ihn reizen kniffligere Cashes, die zum Nachdenken anregen, sagt Roy Jacubasch.
Versteckte Orte entdecken
Jacubasch tritt aus dem Gestrüpp auf eine weite Wiese. Von der hat er einen sonnigen Ausblick auf Wilsdruff. Das sei auch der ursprüngliche Gedanke des Geocachings gewesen: "Dass Geocacher Orte zeigen, die sonst verborgen bleiben." Nachdem er an der letzten Station seiner Tour angekommen ist, genießt er mit Schnuffelnase den Blick auf die Dächer von Wilsdruff.