Gedenken an getöteten Polizisten: Bewegender Trauermarsch für Simon Bohr: „Papa ist der hellste Stern im Himmel“

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Gedenken an getöteten Polizisten: Bewegender Trauermarsch für Simon Bohr: „Papa ist der hellste Stern im Himmel“
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Gedenken an getöteten Polizisten Bewegender Trauermarsch für Simon Bohr: „Papa ist der hellste Stern im Himmel“

Völklingen · Vor einem Jahr wurde Simon Bohr im Dienst getötet. Bei einer Gedenkfeier für den Polizisten zeigten Familie, Kollegen und Politik, dass er nicht vergessen ist.

21.08.2026 , 19:17 Uhr

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Der Trauermarsch für Simon Bohr in Bildern

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Foto: Laszlo Pinter/dpa/Laszlo Pinter

„Heute Abend ist Papa der hellste Stern am Himmel.“ Als Innenminister Reinhold Jost den Satz einer der beiden kleinen Töchter von Simon Bohr zitiert, muss er sich einen kurzen Moment sammeln, bevor er weiterspricht – am Freitagnachmittag in Völklingen, bei der Gedenkveranstaltung für den Polizisten und Familienvater, der vor einem Jahr am Spielplatz beim Völklinger Hallenbad von einem flüchtigen Tankstellenräuber erschossen wurde.

Gut 300 Menschen, viele mit langstieligen weißen Rosen, gehen langsam und ruhig in einem kleinen Marsch von der Polizeiinspektion Völklingen zur nicht weit entfernt gelegenen Gedenkstätte nahe des Tatortes, vorne dabei auch die junge Witwe Selina Bohr, begleitet von Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Jost und Justizministerin Petra Berg, zudem unter anderem von Eric Schweizer als Leiter der Landespolizeidirektion, Polizeiseelsorgerin Carmen Folz, Vertretern der Stadt Völklingen und der Gewerkschaften – und natürlich von vielen Polizisten.

An der Gedenkstätte warten bereits weitere Menschen. Die Minister legen um 13.20 Uhr einen Kranz für die Landesregierung nieder, Oberbürgermeister Stephan Tautz und Bürgermeister Christof Sellen für die Stadt, die den kleinen Platz, wenn er saniert ist, in „Simon-Bohr-Platz“ benennen will. Auch von der Polizei und den polizeilichen Gewerkschaften werden Kränze platziert. Im Hintergrund spielen zwei, drei kleine Kinder auf dem Spielplatz, was passt, denn Simon Bohr galt als ein sehr den Menschen zugewandter Polizist und Familienvater.

Die Gedanken waren nicht zuletzt bei der Familie des Getöteten

Die kleinen Ansprachen richten sich nicht zuletzt an die Familie des Getöteten. „Es gibt Tage, an denen Worte nicht ausreichen – heute ist so ein Tag“, beginnt Minister Jost, dem die persönliche Betroffenheit anzuhören ist. Er spricht von einem „bis heute nicht nachvollziehbaren Moment“, der auch zeige, wie gefährlich der „schönste Beruf der Welt sein kann“. Manche Wunden würden sich nie ganz schließen, bemerkenswert sei aber, wie viel Freundschaft, Solidarität und Unterstützung die Familie und auch die Kollegen erfahren hätten, besonders würdigt er dabei Polizeiseelsorgerin Carmen Folz.

Die Tat, die das ganze Land erschüttert habe, bedeute auch, dass Simon Bohr Menschen zurücklassen musste. „Er fehlt jeden Tag als Mensch und Kollege – und doch ist er da“, er bleibe in den Herzen und der Erinnerung. Sein Tod habe auch dazu geführt, dass mit einer Umfrage innerhalb der Polizei untersucht werde, wie groß die beruflichen Belastungen seien und was man besser machen könne. Jost attestiert Simon Bohr am Ende seiner Rede „Mut, Pflichtbewusstsein, Menschlichkeit“. Als ein Polizei-Trompeter zwischen den Ansprachen auch „Amazing Grace“ spielt, wird das eine oder andere Taschentuch zum Auge geführt.

„Simon gehört zu uns“, erklärt Eric Schweizer und spricht über die Polizei, die mehr sei, als nur eine Organisation, sondern darüber hinaus auch eine Gemeinschaft von Menschen, die sich aufeinander verlassen müssen, deren Beruf, für Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit zu sorgen, auch gefährlich sei und die aus schweren Ereignissen lernen müssten. An diesem Tag wolle er aber auch ins Gedächtnis rufen, „dass hinter jeder Uniform auch ein Mensch mit Familie, ein Mensch mit einem Leben auch außerhalb der Dienstzeit steht“.

Ein kleiner medizinischer Zwischenfall am Rande des Geschehens

Dann lädt Carmen Folz zu einer Schweigeminute ein, auch als Zeichen des Respektes für all jene, die Dienst an unserer Gesellschaft leisten. Zuletzt, bevor sich der Zug in Richtung Versöhnungskirche in Bewegung setzt, spielt der Trompeter „Moon River“, während ein kleiner medizinischer Zwischenfall zeigt, dass die Polizei ein Team ist: In den hinteren Reihen der Zuschauenden sinkt eine Person zu Boden, sofort gibt eine junge Polizistin ein Zeichen, und einige ihrer Kolleginnen und Kollegen in Uniform und zivil bilden schnell aber unauffällig eine die Blicke abschirmende Schutzwand um das Geschehen. Eben immer im Dienst. (sas)