GameStop: Nach Milliarden-Angebot folgt jetzt ein deutlich kleinerer Plan – Bericht

Noch im Juni sprach Ryan Cohen von einer "transformativen Übernahme" des Online-Marktplatzes eBay. Jetzt prüft der GameStop-CEO offenbar Alternativen zum ursprünglichen Milliarden-Deal.

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GameStop: Nach Milliarden-Angebot folgt jetzt ein deutlich kleinerer Plan – Bericht

Noch im Juni sprach Ryan Cohen von einer "transformativen Übernahme" des Online-Marktplatzes eBay. Jetzt prüft der GameStop-CEO offenbar Alternativen zum ursprünglichen Milliarden-Deal.

Ryan Cohen wollte eBay für etliche Milliarden Dollar kaufen. Das Problem dabei: GameStops eigener Marktwert liegt nur bei einem Bruchteil dieser Summe. Laut Insidern erwägt der GameStop-Chef daher inzwischen, sein Angebot für eBay zurückzuziehen.

Laut mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen denkt Cohen über eine deutliche Kursänderung nach. Statt einer vollständigen Übernahme kommen demnach inzwischen auch andere Formen der Zusammenarbeit infrage. Einen endgültigen Strategiewechsel hat Cohen dem Bericht zufolge allerdings noch nicht beschlossen.

Ein Blick zurück auf den Mai macht die aktuelle Kehrtwende besonders brisant. Damals hatte GameStop eBay ein Angebot von über rund 56 Milliarden Dollar für die ausstehenden Aktien vorgelegt, das der eBay-Vorstand wenig später offiziell ablehnte. Trotzdem hielt Cohen noch im Juli öffentlich an seinem Vorhaben fest und erklärte, man werde eBay „auf die eine oder andere Weise“ übernehmen.

Vom Übernahmeplan zur Kehrtwende

Mitte Juli erhöhte GameStop still und heimlich seinen Anteil an eBay auf 9,8 Prozent. Cohen gab sich zu diesem Zeitpunkt noch kämpferisch. Zwar hielt er sich bei den konkreten Plänen bedeckt, machte aber deutlich, dass GameStop die Übernahme von eBay weiter vorantreiben werde.

Umso bemerkenswerter wirkt ein Detail aus dem Juni. Cohen verzichtete damals auf einen möglichen Leistungsbonus von bis zu 35 Milliarden Dollar. Mit seinem Verzicht wollte er sich stärker auf die langfristige Entwicklung von GameStop konzentrieren. Dies war zu einer Zeit, in der die eBay-Übernahme zu seinen zentralen strategischen Vorhaben gehörte. Ausgerechnet dieser Plan könnte nun jedoch vor dem Aus stehen.

Joint Venture oder Partnerschaft anstatt Übernahme

Statt der ursprünglich feindlichen Übernahme bringt Cohen nun eine deutlich kleinere Lösung ins Spiel. Er schlägt eBay laut den Insidern ein Joint Venture oder eine Partnerschaft vor.

Die Idee dahinter: eBay soll GameStops rund 1.600 physische Filialen für sein Online-Geschäft nutzen. Im Gegenzug strebt Cohen dem Bericht zufolge einen Sitz im Aufsichtsrat von eBay an.

Die bisherige Bilanz des Vorstoßes fällt für GameStop wenig schmeichelhaft aus. Seit der Ankündigung des 56-Milliarden-Dollar-Angebots im Mai ist die Aktie um rund 28 Prozent gefallen. Das deutet darauf hin, dass die Anleger den Übernahmeplänen bislang wenig Vertrauen entgegengebracht haben. Auch Investor Michael Burry hatte sich bereits von seinen GameStop-Anteilen getrennt. Seine skeptische Haltung gegenüber Cohens Strategie sorgt damit für zusätzlichen Gegenwind.



Der Vorschlag eines Joint Ventures wirft ohnehin Fragen auf. eBay funktioniert gerade deshalb so profitabel, weil die Plattform komplett ohne physische Läden auskommt. Warum GameStops rund 1.600 Filialen daran etwas ändern sollten, bleibt aus Sicht vieler Marktbeobachter unklar.

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