Musk kriegt Orden von Selenskyj: Ukraine umschmeichelt Milliardär – und bemüht sich um Starlink-Freigabe
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Für Angriffe auf Russlands Wirtschaft: Ukraine umschmeichelt Musk mit Orden – für Starlink-Freigabe?
Stand: 26.08.2026, 22:32 Uhr
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Bisher verweigert Elon Musk der Ukraine den Einsatz von Starlink-Internet auf russischem Staatsgebiet. Nun bekommt er einen hohen Orden von Selenskyj.
Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den US-Milliardär Elon Musk mit dem ukrainischen Orden der Freiheit ausgezeichnet. Die Ehrung kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt: Kiew bemüht sich darum, Musks Satelliten-Internetsystem Starlink künftig auch bei Drohneneinsätzen auf russischem Staatsgebiet nutzen zu dürfen.

Selenskyj begründete die Verleihung mit Musks „Beiträgen zum Schutz von Menschenleben und Freiheit“ sowie zur Entwicklung der Beziehungen zwischen der Ukraine und den USA. Der Orden der Freiheit ist die höchste ukrainische staatliche Auszeichnung, die an Ausländer oder Staatenlose vergeben werden kann.
Ukraine-Krieg: Kiew will Starlink für Angriffe in Russland nutzen
Hinter der Ehrung steht allerdings auch ein aktueller Streit zwischen Kiew und Musk. Die Ukraine möchte den Einsatz von Starlink auf russischem Staatsgebiet ausweiten. Bislang ist die Nutzung des Satellitensystems auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet einschließlich der von Russland besetzten Regionen beschränkt.
Für die ukrainischen Streitkräfte ist Starlink von großer Bedeutung. Das System ermöglicht eine schnelle und vergleichsweise schwer zu störende Kommunikation zwischen Drohnen, Gefechtsständen und Kommandozentralen. Mit Starlink ausgestattete Drohnen können auch über größere Entfernungen gesteuert werden.
Kiew will die Technologie insbesondere für Angriffe auf russische Einrichtungen nutzen, die für den Krieg gegen die Ukraine wichtig sind. Dazu gehören unter anderem Logistik- und Produktionszentren sowie Anlagen, die mit Russlands Raketen- und Drohnenkrieg in Verbindung stehen. Selenskyj argumentiert, ein breiterer Zugang zu Starlink könne genau jene Fähigkeiten Russlands schwächen, „auf die Russland setzt, um den Krieg zu verlängern“.
Musk steht einer solchen Ausweitung jedoch skeptisch gegenüber. Ein mit der Angelegenheit vertrauter Informant sagte der Kyiv Independent, Musk betrachte den Einsatz von Starlink für Angriffe innerhalb Russlands als mögliche „Eskalation“ des Krieges. Auch die US-Zeitung The Atlantic berichtete zuletzt, Musk verweigere der Ukraine die entsprechende Freigabe.
Putins Ukraine-Krieg: Musk hatte bereits Einfluss auf den Kriegsverlauf
Musk und Starlink spielen seit Beginn der russischen Großinvasion eine wichtige Rolle für die ukrainischen Streitkräfte. SpaceX stellte der Ukraine früh zahlreiche Starlink-Terminals zur Verfügung. Das System wurde damit zu einem wichtigen Bestandteil der ukrainischen militärischen Kommunikation. Gleichzeitig sorgte Musk wiederholt mit Entscheidungen über den Zugang zu Starlink für politische und militärische Kontroversen. Im Februar 2026 kappte SpaceX nach Angaben aus Kiew die Nutzung von Starlink durch russische Truppen. Selenskyj schrieb der Entscheidung eine wichtige Rolle bei ukrainischen Erfolgen auf dem Schlachtfeld zu.
Nun versucht der ukrainische Präsident offenbar, Musk zu einem weiteren Schritt zu bewegen. Bereits am 22. August sagte Selenskyj, der Tesla- und SpaceX-Chef könne seine Haltung zum Einsatz von Starlink über russischem Gebiet möglicherweise noch ändern.
Die Verleihung des Ordens der Freiheit fällt damit in eine Phase, in der Kiew auf die Entscheidung des US-Milliardärs angewiesen ist. Denn die Ukraine versucht zunehmend, russische Produktions- und Wirtschaftszentren im eigenen Land anzugreifen. Hintergrund ist auch der Mangel an Patriot-Abfangraketen, mit denen sich ukrainische Städte gegen russische ballistische Raketen verteidigen lassen. Statt ausschließlich die russischen Angriffe abzuwehren, setzt Kiew deshalb verstärkt darauf, die Fähigkeiten hinter den Angriffen direkt zu treffen. (Quellen: dpa, Kyiv Post, Kyiv Independent) (bb)