Fußball-WM 2026: Frankreich gegen England - Prognose für Spiel um Platz 3

Die Begeisterung der Teams, die im Halbfinale verloren, nochmal bei der WM zu spielen, hält sich in Grenzen. Frankreich und England müssen dennoch. Die F.A.Z.-Prognose verrät die Daten zum Duell.

  • 3 min read
Fußball-WM 2026: Frankreich gegen England - Prognose für Spiel um Platz 3

Das Spiel um Platz drei ist das unbeliebteste einer Fußball-Weltmeisterschaft. Es ist das Duell zweier Mannschaften, die kurz vor der Erfüllung des großen Titeltraums verloren haben, die nun aber zum einen zuschauen müssen, wie die beiden Sieger um den WM-Pokal spielen, zum anderen aber selbst noch einmal auflaufen müssen. Diesmal trifft es Frankreich und England.

Die Franzosen bestreiten ihr letztes Spiel unter ihrem langjährigen Trainer Didier Deschamps. Nach dem Aus im Viertelfinale 2014 gegen Deutschland gewannen sie 2018 den Titel, unterlagen 2022 im Endspiel und können nun Dritter werden. England wartet seit 1966 auf den WM-Gewinn, mindestens vier weitere Jahre wird es nun noch dauern. Beim Turnier in Qatar vor dreieinhalb Jahren kam das Aus im Viertelfinale – gegen Frankreich.

Die Daten der F.A.Z.-Prognose sprechen auch jetzt für die Équipe de France, die in der Weltrangliste als Dritte vor England auf Platz vier liegt. Auch bei den durchschnittlichen Marktwerten sind die Franzosen trotz der enormen Kaufkraft der englischen Premier League höher bewertet. 58,46 Millionen Euro sind sie im Durchschnitt wert, bei den Engländern sind es 52,31.

Das ergibt in der Prognose eine Siegwahrscheinlichkeit von 50,5 Prozent für Frankreich. Die Chance, dass England mit dem deutschen Trainer, der nach dem Aus durch zwei spät argentinische Tore in der Kritik steht, siegt, liegt bei 24,7 Prozent, die Chance auf ein Unentschieden bei 24,8 Prozent. Sollte es zur Verlängerung oder zum Elfmeterschießen kommen, sind die Franzosen weiter im Vorteil – mit einer Siegwahrscheinlichkeit von 64 Prozent.

Wer führt die WM-Prognose durch?

Daniel Memmert, Mathematiker, Professor und geschäftsführender Institutsleiter am Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik, kennt insbesondere auch die psychologischen Tücken von Vorhersagen und konnte in eigener Forschung belegen, dass sich Experten dabei regelmäßig überschätzen. Daher empfiehlt er statt auf einzelne Expertenmeinungen lieber auf die Prognosen von datenbasierten Modellen zu vertrauen. Seine weiteren Arbeitsschwerpunkte liegen in der Bewegungswissenschaft (Kognition und Motorik), in der Sportpsychologie (Aufmerksamkeit und Motivation) sowie in der Sportinformatik (Big Data, ML, KI). Sein Institut kooperiert mit verschiedenen Fußball-Bundesligavereinen, Dax-Unternehmen und organisiert den ersten internationalen Weiterbildungs-Masterstudiengang „Spielanalyse“ sowie das Zertifikat „Sportdirektor im Amateur- und Nachwuchsleistungsfußball“.

Fabian Wunderlich, Mathematiker, hat mehrere Jahre im Sportwetten-Bereich gearbeitet und an der Deutschen Sporthochschule Köln zum Thema Vorhersagemodelle im Sport promoviert. Seine primäre Expertise liegt in der Anwendung von mathematischen und informatischen Verfahren auf Sportdaten und seine Forschungsschwerpunkte unter anderem in den Bereichen Vorhersagemodelle, Sportwetten, Wettquoten sowie Zufallseinflüsse im Sportspiel.

Gemeinsam haben sich beide in einem Übersichtsartikel mit Vorhersagemodellen im Sport befasst und in einer aktuellen Studie den hohen Zufallseinfluss im Fußball nachgewiesen, der letztendlich die Vorhersagen so schwierig macht. Darüber hinaus wissen sie, wie wichtig Wettquoten im Vorhersagebereich sind, und haben den Nutzen von Wettquoten für die Analyse von Leistungsstärken und in der Vorhersage von Fußballspielen untersucht. Weitere aktuelle Studien befassen sich mit der Frage, inwiefern Positionsdaten oder Social-Media-Daten Vorhersagemodelle für Fußballspiele verbessern können.