Frisch getauft nach Löwen-Art
Die Frankfurter Löwen haben am Dienstag zwölf Neuzugänge und Mitarbeiter im Mittelkreis mit Apfelwein getauft. Darunter ist auch Headcoach Tom Pokel, der im November zu spät für die Tradition kam.
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Stand: 01.09.2026, 18:13 Uhr
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Die Neuankömmlinge beim Frankfurter Eishockey-Erstligisten werden auf traditionelle Weise aufgenommen. Einige Grundlagenarbeiten sind auch schon erledigt.
Frankfurt – Auch bei diesem Anlass geht Konrad Abeltshauser voran. Mutig mitten hinein in diesen halb offenen Kreis unter Frankfurter Löwen, rechtes Knie aufs Eis, linken Schlittschuh aufgestellt, Kopf gesenkt – um von Rüdiger Storch, dem zum Kult gewordenen Hallensprecher am Ratsweg, aus einem Bembel einen Schwall Apfelwein übergeschüttet zu bekommen, unter dem Gelächter und Gejohle der Kollegen. Und den entscheidenden Satz zu sagen: „Einmal Löwe, immer Löwe.“
In der Eissporthalle ist diese spezielle Frankfurter Taufe nach Löwen-Art für Neuankömmlinge inzwischen gute Gewohnheit geworden, und immer auch Anlass für allgemeine Heiterkeit. „Ich bin ein Freund von Traditionen, ich finde das schön“, sagt Konrad Abeltshauser, Ur-Bayer und Neu-Frankfurter, nach dieser Begegnung mit hessischem Kulturgut, einen Tag vor seinem 34. Geburtstag. Ein gutes Dutzend Löwen ist dieses Jahr an der Reihe und wird am Dienstagmittag im Mittelkreis versorgt, auch Mitarbeiter und unter anderem Headcoach Tom Pokel: Als er vorigen November nach dem desaströsen Start unter Vorgänger Tom Rowe anheuerte, war es zu spät für die Taufe. Die wird nun nachgeholt – zur Freude seiner Spieler.
Zehn Neue sind im Frühjahr und Sommer hinzugestoßen. Erfahrene wie Abeltshauser und Björn Krupp, noch ein Abwehrrecke. Die ehemaligen NHL- und KHL-Spieler Brandon Biro und Austin Wagner, auf denen einige Erwartungen ruhen. Und junge Kerle wie der flinke Kanadier Anthony Romano, das könnte eine gute Mischung ergeben. Mit neuen Leit-Löwen, wie Abeltshauser, als mehrmaliger Meister aus München gekommen.
„Wir haben die Kabine schon grundlegend umgekrempelt, Führungspersönlichkeiten dazugewonnen“, erklärt Sportdirektor Jan Barta. Die Zugänge hätten frischen Wind reingebracht, das sehe man. Routinier Abeltshauser nimmt sich selbst in die Pflicht. Wobei die Rudelführer bislang einen leichten Job hatten, in der Hinsicht: „Wir müssen die Jungs gar nicht antreiben, die haben selbst genug Motivation, besser zu werden.“
Nach dem enttäuschenden 13. Platz in der vergangenen Saison soll es für den Eishockey-Erstligisten in der nächsten Eiszeit erfreulicher aussehen. Besser in der Tabelle dastehen, sagt Abeltshauser. Und grundlegend: „Wir wollen was aufbauen“, betont er. „Die Jungs sind brutal fleißig, wir haben richtig hart trainiert.“ Trainingselan und Einsatz seien immens. „Wenn wir das weiter so durchziehen, können wir einen kräftigen Schritt nach vorn machen, das ist das Ziel. Und eine schöne Saison und eine schöne Zeit in Frankfurt verbringen.“
Die Fundamente sind gelegt
Grundlegende Arbeiten sind getan, die Fundamente in Abwehr und Angriff gelegt. Jetzt geht es an Feinheiten, etwa das Unterzahlspiel, das in den ersten Testspielen eine Schwachstelle war. Trainer Pokel arbeitet auf dem Eis mit den Seinen daran, voll Zug und Tempo, wie bei ihm üblich. „Wir haben uns bewusst für nur fünf Vorbereitungsspiele entschieden, damit wir genug Zeit zum Trainieren haben“, erklärt Barta.
Am Freitag geht es zu den Augsburger Panthern, am 12. September kommt der ERC Ingolstadt zum einzigen Frankfurter Heimspiel der Vorbereitung an den Ratsweg. Und sechs Tage später beginnt die Frankfurter DEL-Saison mit dem schweren Besuch in Schwenningen. „Die zwei Spiele sind für uns noch einmal ganz wichtig“, sagt Barta. „Augsburg ist ein Gegner, mit dem wir in der Saison um Tabellenplätze kämpfen werden, Ingolstadt ein harter Gegner zum Abschluss.“ Um dann gut vorbereitet zu sein auf Schwenningen. Und alles, was sonst noch kommt.
Wichtig wird es auch sein, schon diese Begegnungen mit vollem Löwen-Herzen zu spielen, so oder so: „Wir sind mit der Einstellung rein, dass wir Eishockey spielen wollen, auf das die Fans stolz sein können“, verspricht Konrad Abeltshauser, „vom ersten Tag an“. Die Basis ist geschaffen. Und die Löwen-Taufe jetzt auch erledigt.