Formel 1 in Zandvoort: Norris setzt seine Aufholjagd fort, Verstappen verunfallt früh

Der Weltmeister gewinnt im McLaren vor den beiden Mercedes sein zweites Rennen in Serie. Für Max Verstappen hingegen ist der Große Preis der Niederlande nach einem heftigen Unfall vorzeitig beendet.

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Formel 1 in Zandvoort: Norris setzt seine Aufholjagd fort, Verstappen verunfallt früh

Lando Norris hat sich nach einem Unfall-Drama von Max Verstappen in der ersten Runde den Sieg des vorerst letzten Großen Preises der Niederlande gesichert. Der Formel-1-Titelverteidiger gewann mit einer starken Vorstellung von der Pole-Position aus den ereignisreichen ersten Grand Prix nach der Sommerpause – mit einem Sieg von Startplatz eins aus hatte sich Norris in Budapest auch in die Ferien verabschiedet. Zweiter wurde in Zandvoort Kimi Antonelli, der damit in der Gesamtwertung seine Führung weiter ausbaute. Auf Rang drei kam sein Mercedes-Teamkollege George Russell ins Ziel. Rekordweltmeister Lewis Hamilton wurde im Ferrari Vierter, Audi-Pilot Nico Hülkenberg fuhr als Achter in die Punkte.

Ein frühes Ende mit Schrecken erlebte Verstappen. Noch gefeiert von den Fans vor dem Rennen verunglückte der viermalige Weltmeister in der ersten Runde. Trotz des immensen Schadens an seinem Red Bull blieb Verstappen unverletzt. „Alles gut, alles okay. Vielleicht ein bisschen zu früh am Gas, ich habe aber eine trockene Linie gesehen, vielleicht habe ich zu früh beschleunigt“, sagte Verstappen. „Ich habe mich die ganze Woche schlecht gefühlt.“

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:Letzte Runde in Zandvoort

Der Große Preis der Niederlande verabschiedet sich am Wochenende aus der Formel 1. Arabische Konkurrenz hat die Antrittsgelder der Veranstalter in die Höhe getrieben, was es europäischen Ausrichtern immer schwieriger macht.

Beim vorerst letzten Formel-1-Fest in Zandvoort herrschte bis dahin Partystimmung. 2021 noch während der Corona-Zeit war der Kurs in den Rennkalender zurückkehrt, nach sechs Auflagen ist nun dennoch Schluss. Die niederländischen Veranstalter wollen nicht mehr. „Es fühlt sich seltsam an“, erklärte Renndirektor Jan Lammers in einem offenen Brief an die Fans, die Entscheidung hat finanzielle Gründe. 2021, 2022, 2023 siegte der diesmal gesundheitlich angeschlagene Verstappen, in den vergangenen beiden Jahren kam er auf Platz zwei.

Die Aussichten diesmal waren nicht besonders, im Sprint am Samstag hatte es beim Sieg von Russell nur zu Platz sechs gereicht, im Qualifying danach wurde Verstappen Siebter. Von der Pole nahm Titelverteidiger Norris das Rennen in Angriff, dahinter lauerte das Mercedes-Duo Russell/Antonelli. Vor dem Start fing es auch noch an zu regnen, dazu kamen böiger Wind und gerade noch 16 Grad Außentemperatur. Die Rennleitung entschied sich für eine Runde hinter dem Safety Car, der Regen hatte aufgehört, die Strecke war an einigen Stellen aber noch feucht. Und dann das: Qualm, Einzelteile auf der Strecke und Stille auf den Rängen. Ausgerechnet Verstappen verunglückte. Er verlor in der ersten Runde in der Steilkurve vor der Start- und Zielgeraden die Kontrolle über seinen Wagen, krachte drei Tage nach seiner Vertragsverlängerung bis Ende 2030 in die Streckenmauer und rutschte mit dem schwer demolierten Red Bull zurück auf die Strecke.

Kaum hatte das Rennen angefangen, war es für Max Verstappen (vorne) schon wieder vorbei.
Kaum hatte das Rennen angefangen, war es für Max Verstappen (vorne) schon wieder vorbei. Jakub Porzycki/Reuters

Dahinter drehte sich dann auch noch Gabriel Bortoleto im Audi und nur in letzter Sekunde verhinderte sein von hinten herankommender Teamkollege Hülkenberg einen weiteren heftigen Unfall. Das Rennen musste erstmal unterbrochen werden. Nach einer knappen halben Stunde sollte es wieder losgehen. Doch dann sorgte Oliver Bearman mit seinem Haas für eine weitere Verzögerung. Der Motor war dahin. Beim nächsten stehenden Start übernahm Antonelli die Führung. Sechs der elf Rennen vor der Sommerpause gewann der noch 19-Jährige. Beim nächsten Grand Prix in Italien wird er wegen neuer Teil für den Mercedes aber eine Startplatzstrafe hinnehmen müssen. Im Rennen lief erstmal vieles für ihn, doch absetzen konnte sich Antonelli von Norris nicht. Beide fuhren auf den harten und damit haltbarsten Reifen. Aber würden sie halten bis zum Ende? Mercedes ließ es nicht drauf ankommen und holte beide Fahrer erneut rein.

Dahinter entbrannte ein wilder Dialog bei Ferrari: Charles Leclerc war langsamer, aber noch vor Hamilton. Der Brite forderte, vorbeigelassen zu werden und wirkte recht ungehalten. Dann kam Leclerc nach einer trotzigen Runde zum Reifenwechsel. „Großartig, so Zeit zu verplempern“, giftete Hamilton. Norris kam nun auch rein zum erneuten Reifenwechseln, das zahlte sich aus. Der Brite holte den Rückstand vom Boxenstopp binnen kürzester Zeit auf und überholte Antonelli spektakulär. Ein paar Kilometer weiter war auch Hamilton fällig, der nun mit den Reifen kämpfte. „Bin ich euer Versuchskaninchen?“, wütete Hamilton via Funk, nachdem er auch noch von Antonelli überholt worden war.

Auf den Boxenstopp von Antonelli in der 41. Runde reagierte Norris erst sieben Runden später. Der Brite flog nun an den Silberpfeil heran – und zog vorbei. Antonelli wechselte unter dem Virtuellen Safety Car nach dem Aus von Esteban Ocon im zweiten Haas noch einmal auf Soft und lag somit hinter Russell. Doch der Brite ließ den Teenager vorbei. Dieser hat in der Gesamtwertung nach zeölf Rennen nun 59 Punkte Vorsprung auf die punktgleichen Russell und Hamilton.