Anschlag auf Flughafen Leipzig: Putins nächste Eskalationsstufe – doch der Westen zögert

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Anschlag auf Flughafen Leipzig: Putins nächste Eskalationsstufe – doch der Westen zögert

Sprengstoff-Drohne in Leipzig entlarvt Europas Versäumnisse gegen Putin

Stand: 07.08.2026, 21:56 Uhr

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Schkeuditz - Sprengstoff an Drohne: Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen am Flughafen Leipzig

Der Flughafen Leipzig/Halle entging womöglich nur knapp einer Katastrophe. © IMAGO/EHL Media

Die Verbündeten Kiews sollten sich im hybriden Krieg und bei der Ukrainehilfe stärker engagieren – solange es noch geht. Der Leitartikel.

Zwar werden wir es noch eine Weile nicht genau wissen, wer für die Drohne mit Sprengstoff auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich ist. Fest steht jedoch bereits, dass hierzulande noch immer nicht der hybride Krieg ernst genug genommen wird, den der russische Autokrat Wladimir Putin den europäischen Staaten aufzwingt.

Die Gefahr ist in Sonntagsreden zwar erkannt, doch im Alltag werden die Lehren nicht konsequent genug umgesetzt. Auch deshalb ist die Drohnenabwehr hierzulande noch so löchrig. Natürlich können nicht alle gefährdeten Objekte geschützt werden. Für Flughäfen sollte das jedoch gelten, deren Betreiber auf die versprochenen Abwehreinrichtungen weiter warten. Deutschland und die anderen Europäer werden das Tempo bei der Drohnenabwehr erhöhen müssen, um es nicht an einem allzu fernen Tag bereuen zu müssen.

Auch in anderen Bereichen lässt das Engagement Deutschlands und der anderen Europäer zu wünschen übrig. So lassen die Verbündeten der Ukraine den großen Worten der Solidarität gegenüber Kiew in vielen Bereichen nur kleine Taten folgen. Das ist kurzsichtig. Mit einem beherzteren Vorgehen könnten sie auch besser ihre eigenen Interessen wahren.

Halbherziges Handeln des Westens könnte gravierende Auswirkungen haben

Derzeit benötigt die ukrainische Armee dringend Abwehrraketen. Nicht nur, um Ukrainerinnen und Ukrainer gegen die russischen Angriffe besser schützen zu können, sondern auch die für Kiew und die für den Weltmarkt wichtigen Exporte von Getreide, die Putins Einheiten verstärkt ins Visier genommen haben. Da auch der russische Export von Getreide unter dem Krieg leidet, droht Getreide deshalb knapp zu werden. Ein Abkommen ist leider nicht in Sicht, mit dem ein solcher Engpass kurz nach dem völkerrechtswidrigen russischen Angriff auf die Ukraine noch verhindert werden könnte.

Doch die zusätzlichen Abwehrraketen werden so schnell nicht kommen. Der wankelmütige US-Präsident Donald Trump kann weder die versprochenen Projektile für das Patriot-System liefern. Der Irankrieg hat die Arsenale geleert. Noch stimmt Trump einer angekündigten lizenzierten Produktion der Raketen in der Ukraine zu. Und die europäischen Verbündeten Kiews geben vor, ihre Patriot-Munition selbst zu benötigen.

Kiews Verbündete unterlassen es auch, die Öltransporte der russischen Schattenflotte konsequenter zu unterbinden, um die angeschlagene russische Wirtschaft noch mehr unter Druck zu setzen. Die Liste der Möglichkeiten lässt sich leicht fortsetzen. Doch fehlt den Alliierten der Ukraine der politische Wille für ein konsequenteres Vorgehen gegen Moskau.

Vorsichtige Ukraine-Strategie der NATO: Bleibt es, wie es ist, verlängert sich das Leiden

Die Gründe dafür sind vielfältig. Bei der Energieversorgung gibt es Länder wie Ungarn, die auf russische Lieferungen angewiesen sind. Bei den Waffenlieferungen ist es komplizierter. Hier kommen zu den Engpässen zu geringe Produktionskapazitäten bei einigen Waffengattungen hinzu.

Ähnliches gilt für die Strategie. Der von US-Präsident Joe Biden geführte Westen war von Anfang an darauf bedacht, einerseits Kiew alles Nötige zu liefern, damit das Land den Krieg nicht verliert. Andererseits nicht zu viel zu schicken, damit die Ukraine den Krieg nicht allzu schnell gewinnt. Schließlich ist Russland eine Atommacht, und niemand weiß, was Putin tun würde, stünde er mit dem Rücken zur Wand. Dennoch würden Deutschland und die anderen europäischen Verbündeten Kiews mehr davon haben, Kiew noch stärker als bisher beizustehen. Bleibt es, wie es ist, verlängert sich das Leiden.

Andreas Schwarzkopf

Andreas Schwarzkopf. © Peter-juelich.com